Ich will auf den Herrn schauen und harren auf den Gott meines Heils; mein Gott wird mich erhören.
Micha 7, 7
Jeder hat Mythen im Kopf; die starken inneren Bilder, die unsere Handlungen bestimmen. Das sind magische Programme, die unser Schicksal bestimmen. Wo ich das Bild habe, als Führungskraft muss ich meine Mitarbeiter motivieren, um sie bestmöglich zu fördern, passiert ein gewaltiger Denkfehler. Irrtümlicherweise gehe ich davon aus, meine gute Laune begeistert Leute und entwickelt sie positiv. Dem ist nicht so. Dieses Bild trägt dazu bei, dass ich mich verausgabe und ausbrenne. Es macht Menschen unselbstständig, weil ich sie von meiner Motivation abhängig mache. Diese Bild verhindert, dass ein Mitarbeiter für seine Antriebskraft selbst Verantwortung übernimmt.
Der Prophet Micha hat für sich ein starkes inneres Bild verankert, das ihn größte Stabilität gibt. Für seine Krisenbewältigung stößt er den Mythos – „ich muss das selber schaffen“ – von sich und fixiert ein widerstandsfähiges Bild. Ich fasse etwas ins Auge, das außerhalb meines Könnens liegt. Ich schaue und harre auf den Gott meines Heils. Er starrt auf einen Fixstern. Er stellt sein Navi auf Hoffnung ein. Was auch passiert, er kommt unter allen Umständen bei der Hoffnung an. Er beißt sich an Heil fest. Er ist unbeirrbar, auch wenn´s knüppeldick kommt. Mit solch einem inneren Bild weiß ich, es geschieht nichts, was Gott nicht kennt und will. Damit bekommt jeder Schmerz seinen Sinn und erfährt ungeheure Tragkraft. Wo dieses Bild wegbricht, fehlt mir die Kraft mit Krisen hoffnungsvoll umzugehen. Das Bild vor Augen, entscheidet über Heil und Unheil. Wo wir auf Gott harren, zieht uns die Hoffnung durch alle Ohnmacht.
Welches Bild steht mir in der Aufruhr meiner Tage vor Augen?
Gott segne dich.
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