Durch seine Wunden sind wir geheilt.
Jes. 53,5
Die Entstehung unseres Werkes, geschah mit dem Bruch zur Kirche. Die junge Gemeinschaft ist aus der kirchlichen Jugendarbeit entstanden und wollte sich mit Haut und Haaren in die Gemeinde einbringen. Irgendwann kam vom leitenden Pfarrer das Ultimatum an unseren Prior, der damals im Pfarrdienst angestellt war, sie müssen sich entscheiden: entweder Kirche oder Bruderschaft. Beides zusammen geht nicht. Es kam zur schmerzhaften Trennung. Fetter Strich, Scherbenhaufen und das lernen, auf eigene Füße gestellt zu sein. Doch über ein Jahrzehnt später geschah ein Wunder. Es kam zur Aussprache zwischen unserem Prior und seinem damaligen Chef. Nach mehreren Gesprächen gab es eine Versöhnung, die menschlich unvorstellbar war. Tiefe Wunden fingen an zu heilen.
Wir stehen immer wieder vor schmerzhaften Trennungen und endgültig gezogenen Strichen. Doch Gott kennt keine Trennung, kennt keinen fetten Strich. Er ist unzertrennlich mit dem Menschsein verwachsen. Er ist von Grund auf mit der ganzen Schöpfung versöhnt. Er bringt die verrücktesten Extreme unter einen Hut. Da ist nichts, was nicht mit ihm in Einklang wäre. Wo er geht und steht, wirkt von ihm Zusammenhalt, Vernetzung, gesund werden auf diese Welt ein. Er richtet ununterbrochen geknickte Rohre auf. Diesen Lebenswillen manifestiert er am Kreuz Jesu. Dem zerbrechenden Leben setzt er sein – jetzt erst recht – entgegen. An Christus erleben wir, wie ein blutendes Herz zum Heil der Welt wird.
Das ist die Antwort auf alle wunden Stellen in unserem Leben. Mit Christus bringen wir die Extreme an einen Tisch und kann sich die Verschiedenheit umarmen. Durch Christus begreifen wir, mein verhasstes Gegenüber ist mein Bruder. Damit gehen Wege auf, die übernatürlich sind.
Was könnte heilen, wenn ich mich dem Sog dieser Versöhnung hingebe?
Gott segne dich.
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