Gott ist weise und mächtig; wer stellt sich ihm entgegen und bliebe unversehrt?
Hiob 9, 4
Covid 19 ist eine schlimme Krankheit. Es spaltet die Menschheit. Von höchster Stelle kommen Maßnahmen zur Eindämmung, auf wissenschaftlicher Seite steht die Erkenntnis, Masern sind schlimmer. Nun prallen die gegensätzlichsten Meinungen seit Monaten aufeinander. Da schlägt ein Postbeamter auf einen Kunden ein, der seine Maske nicht aufgesetzt hatte und nur ein bereits frankiertes Päckchen abgeben wollte. Wo Menschen sich als weise betrachten, wird es auf dieser Welt gefährlich.
Hiob versteht sicher die Welt nicht, die über ihm zusammengebrochen ist, jedoch hat er eine entscheidende Erkenntnis: Gott ist weise und mächtig. Er setzt sein Begreifen in die Relation zur Unendlichkeit des Lebens. Meine Auffassungsgabe und mein Wissen steht 1 : 1.000 000. Damit gibt es mindestens noch 999 999 weitere Sichtweisen auf die Wirklichkeit, die ich nicht kenne. Meine Meinung und alles Wissen, das ich aufgesaugt habe, ist ein Staubkorn in der Wüste. Angesichts der Weisheit Gottes ist die höchste Erkenntnis: Ich verstehe das aller wenigste von den schöpferischen Gesamtzusammenhängen. Sobald ich mich auf einen Punkt festlege, werde ich zum Opfer meiner eigenen Begrenzung. Wer seine Weisheit zum Maßstab für andere nimmt, bringt Unglück über die Menschheit.
Wir sind zur gegenseitigen Bereicherung geschaffen. Was Menschen verbindet ist der Geist, der uns den Zugang zur ewigen Weisheit erschließt. Wir brauchen nicht recht haben, sondern nur eine Liebe, die auf den anders Denkenden zugeht. Das ist weise und mächtig.
Wo könnte ich weiter werden und andere mehr bereichern als konfrontieren?
Gott segne dich.
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