Ich bin bei dir, spricht der Herr, dass ich dir helfe.
Jer. 30, 11
„Muss Mutter Mechthild ins Gefängnis?“ Überschrift im Sonntagsblatt für morgen. Die Äbtissin muss sich vor der bayrischen Justiz dafür verantworten, dass sie eine Asylbewerberin in ihre Obhut genommen hat. Da Mutter Mechthild schon mehr als 30-mal Asylbewerberinnen in ihrem oberfränkischen Kloster Unterschlupf gewährt hat, sollte sie nun erstmals eine Geldstrafe zahlen. Doch sie weigert sich. „Kirchenasyl ist eine Tradition seit der Antike. Es geht um Menschen, die keine Perspektive und viele Verletzungen erlitten haben. Dass man denen nicht helfen soll, finde ich schlichtweg Wahnsinn.“ Sie würde dafür auch ins Gefängnis gehen. „Ich wäre nicht stolz darauf, sondern müsste es dann einfach hinnehmen.“
Wenn Gott spricht, „ich bin bei dir“, werden Menschen zu Granit. Wenn Gott hilft, zittern Tod und Teufel. Da steht einer Staatsmacht, einem juristischen Apparat, die Macht von Himmel und Erde entgegen. Gottes Gegenwart, setzt menschliche Gesetze außer kraft. Da wird das Schwache zur Übermacht. Paulus schreibt: Beim ersten Verhör stand mir niemand bei; der Herr aber stand mir bei und stärkte mich. Wo ein Mensch sich dieser Gegenwart bewusst ist, steht er unter höchster Autorität. Bevor ein Urteil fällt, steht er selbst im Gefängnis auf dem Siegertreppchen. Wo Gott bei dir ist, hast du nichts zu befürchten. Sie können dir zwar den Leib nehmen, jedoch nie das eins sein mit Gott. Kein Mensch und kein Gericht kann dich von Gottes Seite reißen. Das macht unerschütterlich.
Du kannst unbeirrt deinen Weg gehen. Du kannst stehen, weil du in der Tiefe nur eine Instanz hast, – dein Gewissen vor Gott. Das macht dich frei von allen menschlichen Zwängen. Du bist ein Fels in der Brandung.
Was würde sich ändern, wenn ich viel mehr meinem Gewissen folgte?
Gott segne dich.
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