Vor dem Künstlerhaus erwacht eine Botschafterin in verborgener Schönheit und erzählt eine atemberaubende Botschaft über dich –
Sie offenbart, was in dir schon immer lebt.
Von außen betrachtet wirkt das Künstlerhaus unscheinbar.

Eine glatte, weiße Fassade, so nüchtern wie ein Haus aus dem Katalog. Kein Ornament, kein Schmuck, nichts, was den Blick fesselt. Wer daran vorübergeht, ahnt nicht im Entferntesten, welche Welt sich dahinter verbirgt.
Doch wer die Haustüre öffnet, tritt in eine andere Wirklichkeit ein.
Schon im Vorraum verändert sich die Luft, es ist, als ob der Atem tiefer würde, als ob der Raum selbst einen empfängt. Und dann, beim ersten Schritt in die Halle, geschieht es: Man steht in einer Weite, die fast ehrfurchtsvoll erschüttert. Eine Deckenhöhe, die man in unserer Zeit kaum mehr kennt, Licht, das wie von innen heraus leuchtet, und ein Raumgefühl, das gleichermaßen Staunen und heiligen Schauer hervorruft.

Als ich zum ersten Mal hier stand, war ich überwältigt.
Dieter Lang, Künstler von Kopf bis Fuß, hatte hier ein Werk geschaffen, das nicht nur Räume, sondern Stimmungen, nicht nur Mauern, sondern Botschaften birgt.
Und während ich darin lebte, spürte ich: Dieses Künstlerhaus ist auch mein Spiegel. Seine Klarheit, seine Weite, sein Geheimnisvolles – all das erzählte mir etwas über meine eigene Geschichte, über Räume in mir, die sich gerade erst zu öffnen begannen.
Und so lebte ich in diesem Künstlerhaus – beseelt von der Frage:
Wie kann man diese Schönheit, dieses Berührende, dieses Faszinierende, das im Inneren so klar spürbar ist, nach außen tragen? Wie lässt sich die Wahrheit, die in diesen Räumen lebt, durch die nüchterne Schlichtheit der Fassade hindurch sichtbar machen?
Die Antwort begann mit einer Begegnung.
Auf einer Gartenmesse im Kurpark von Bad Staffelstein traf ich Jeannette, eine Rosengärtnerin aus der Nähe von Bamberg. Zwischen duftenden Blüten stellte sie Steingussfiguren aus – Gestalten von solcher Kraft und Würde, dass mir augenblicklich die Augen ins Rollen gingen. Etwas in mir horchte auf. Da war mehr.

Die Erinnerung ließ mich nicht los.
Einige Monate später machte ich mich auf in ihren Ort. Und tatsächlich: Ihr Haus war umgeben von einem Rosengarten, der selbst wie ein kleines Paradies wirkte. Zwischen den Rosen standen unzählige Figuren aus Steinguss, jede von ihnen voller Seele, jede ein Ausdruck von Schönheit, Beständigkeit und Tiefe.
Und dann fiel zum ersten Mal das Wort: Waldhüterin.
Sie sei nicht hier, erklärte Jeannette, wegen ihrer Größe – aber im Lager stünde sie, sicher verpackt. Sie schrieb die Adresse auf eine Karte und ich machte mich auf an den nächsten Ort.
Und da geschah es.
Durch die Holzlatten des Gestells blitzte ein Blick, ein Ausdruck, eine Gestalt, die sich direkt in mein Herz bohrte.

Ich stand da – und wusste: Das ist sie. Liebe auf den ersten Blick. Keine zaghafte Sympathie, sondern ein unüberhörbarer Ruf: Ich bin deine Botschafterin. Ich trage nach außen, was in deinem Künstlerhaus verborgen liegt.
Von diesem Augenblick an lebte der Gedanke in mir.
Monatelang, über ein Jahr hinweg, trug ich ihn mit mir: Eines Tages würde die Waldhüterin vor meinem Künstlerhaus stehen. Eines Tages würde sie das Geheimnis des Inneren nach außen tragen. Eines Tages würde sie in der Schlichtheit der Fassade das Unsichtbare sichtbar machen.
Doch manchmal beschleunigt das Leben selbst den Lauf der Dinge.
Während ich in aller Stille darauf zulebte und meine Rücklagen wuchsen, öffnete sich plötzlich eine unerwartete Tür: Beate bot an, die Waldhüterin möglich zu machen. Es war, als hätte das Leben selbst ein Zeichen gesetzt: Jetzt ist die Zeit.

Und so wurde aus einer leisen Sehnsucht eine greifbare Wirklichkeit. Nicht nur durch mein Warten und Sparen – sondern auch durch eine Fügung, die ich niemals hätte planen können.
Und so kam die Waldhüterin schließlich zum Stehen.
Nicht einfach hingestellt, sondern wie eine Königin, die an ihren Platz geführt wurde. Und um sie herum beginnt eine Gestaltung zu entstehen, die selbst eine Geschichte erzählt – von Wurzeln und Wegen, von Wachen und Wandeln, von der Einladung, tiefer zu sehen.
Sie ist nicht bloß eine Figur.
Sie ist Wächterin, Spiegel, lebendige Erinnerung. Sie ruft jedem zu, der an ihr vorbeigeht: Schau nicht nur nach außen, wage den Blick nach innen.
Doch noch ist ihr Platz nicht vollendet. Noch erzählt sie erst den Anfang. Und genau darin liegt ihr Geheimnis: Sie weckt eine Sehnsucht, ein Staunen, ein „Wie geht es weiter?“ – und genau da beginnt auch deine eigene Geschichte.
Und doch ist das erst der Anfang.
Die Geschichte der Waldhüterin entfaltet sich weiter – Woche für Woche, Schritt für Schritt.

Wenn du dabei bleibst, wirst du erleben, wie der Weg der Erkenntnis nicht nur sichtbar wird, sondern auch dein eigenes verborgenes Geheimnis offenbart. Denn was die Waldhüterin vor dem Künstlerhaus verkörpert, ist ein Spiegel für uns alle: Hinter der glatten Fassade unseres Lebens liegt ein Raum, der unermesslich größer ist, als wir ahnen.
Noch erzählt die Waldhüterin erst den Anfang. Doch was sie offenbaren wird, liegt noch verborgen.
Vielleicht ist es auch deine eigene Geschichte, die sich hier widerspiegelt – und die im nächsten Kapitel weitergeschrieben wird.
Eine Antwort
Wunderbar! Spricht mich sehr an! Ja, alles was uns im Außen berührt, klingt in unserem Inneren und umgekehrt.
Wie es so schön heißt: „Was du suchst, sucht dich“ – findet sich!
Und jeder wird einen anderen Aspekt wahrnehmen: eine wundervolle bunte Mischung! Da ist und kommt ja was in Bewegung – und Verbindung!!!