Nicht verstehen. Sehen

Hallo DU, DER DU IM NEBEL NACH HALT GREIFST UND MERKST, DASS KEIN GELÄNDER MEHR DA IST.

Ich sitze da mit Zahlen im Kopf und Sicherungen im Herzen. Tabellen, Pläne, Rücklagen. Worte wie Beweisbarkeit, Konzept, Absicherung. Der Körper angespannt, die Schultern hochgezogen, der Atem kurz. Ich höre mich sagen: Wenn ich es nur berechnen könnte. Wenn es dafür eine Formel gäbe.

Ich will wissen, wo ich auftrete, bevor ich auftrete. Ich will sehen, was trägt, bevor ich mich lehne. Und während ich all das will, wiederholt sich das Alte. Beziehungen werden dünn. Arbeit klingt hohl. Ich funktioniere und merke, wie das Funktionieren mich austrocknet. Die Zukunft liegt wie Nebel über einem Abgrund, den ich vermeiden will. Ich nenne es Vorsicht. In Wahrheit ist es Festhalten.

In solch einer Umbruchsituation packt es mich. Nicht als Gedanke, sondern wie ein Stoß in die Rippen. Du wartest auf Beweise, damit du leben darfst.

Das Erschrecken ist echt. Die Erleichterung auch. Weil ich spüre, dass ich nicht mehr wissen muss, um wahr zu sein.

Ich entscheide mich, mein Wissen nicht länger als Türsteher einzusetzen. Ich lasse die Ausbildung, die Erfahrung, die Berechnung kurz zur Seite treten. Nicht aus Trotz, sondern aus Mut. Ich gebe dem Leben die Führung, weil ich merke, dass ich sie mir nie nehmen konnte. Was kommt, ist kein Plan, sondern Weite. Der ganze Körper wird weicher. Der Raum größer. Mein Engpass zeigt sich als Morgengrauen. Ich falle nicht. Ich werde getragen. Herrlichkeit ist nicht jenseits von mir. Sie ist das, was mich jetzt hält.

Wahrheit wird gesehen, nicht berechnet. Vertrauen beginnt, wo Wissen endet.

Was würdest du wagen, wenn du nichts mehr beweisen müsstest?

Wähle. Wahrheit oder Illusion.

 


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2 Antworten

  1. Lieber Theopilos
    Wir Menschen haben uns ein Auffangnetz geschaffen, weil wir vergessen haben ,dass wir getragen und gehalten sind und in der wahren Präsenz uns nichts fehlt weil wir beschützt sind.

    Wir haben vergessen was Vertrauen heisst. Das Ego weiss genau welche Hebel es bedienen kann, um sich unserer Angst zu bedienen.

    Ich übe mich täglich darin, mich an meine Wahrheit zu erinnern und mich zu erkennen.
    Vertrauen geschieht und Bilder der Angst fallen ab. Meine innere Stimme führt.

    1. Liebe EVI,

      deine Worte atmen genau das, worum es hier geht.
      Dieses Auffangnetz, das wir uns gebaut haben, ist so menschlich – und zugleich so entlarvend. Nicht, weil es falsch wäre, sondern weil es zeigt, wie tief die Erinnerung verschüttet war, dass wir längst gehalten sind. Nicht irgendwann. Nicht unter Bedingungen. Jetzt.

      Du beschreibst etwas sehr Wesentliches:
      Vertrauen ist kein Akt des Willens. Es ist ein Geschehen, sobald wir aufhören, uns gegen das Getragen-Sein zu stemmen. Genau deshalb weiß das Ego so gut, wo es ansetzen muss. Es nährt sich nicht von Wahrheit, sondern von Angstbildern. Und diese Bilder verlieren ihre Macht, sobald sie gesehen werden – nicht bekämpft, nicht analysiert, sondern durchschaut.

      Dass du schreibst: „Vertrauen geschieht und Bilder der Angst fallen ab“ – das ist kein schöner Satz. Das ist Erfahrung.
      Nicht verstehen. Sehen.

      Und diese innere Stimme, von der du sprichst, ist keine neue Führung. Sie war nie weg. Sie wurde nur leiser, als das Denken lauter wurde. Jetzt, wo das Verstehen zurücktritt, darf sie wieder führen – ruhig, klar, ohne Drama.

      Danke für deine Resonanz.
      Sie ist kein Kommentar. Sie ist ein Zeugnis.

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