Hallo DU, DER DU IM EIGENEN HIMMEL STEHST – UND SO TUST, ALS WÄREST DU NUR ZU BESUCH.
Ihr seid erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus der Eckstein ist.
Eph 2,20
Es gibt diese Momente, da wird es plötzlich still. Nicht diese leere Stille nach dem Aufgeben, sondern eine klare, wache Stille, die sich anfühlt wie ein tiefer Atem, der den ganzen Körper weitet. So war es bei Christin, als sie aus Neuseeland zurückkam.
Der Geruch von warmem Staub hing ihr noch in der Kleidung, Salz in den Haaren, die Haut von Sonne berührt. In ihren Augen lag dieses Leuchten, das man nicht herstellen kann. Es geschieht einfach. Sie bewegte sich anders, aufrechter, leichter, sprach schneller als sonst, lachte zwischendurch grundlos, weil etwas in ihr sagte: Jetzt. Endlich. Los.
Da war kein Plan, kein Konzept, kein Beweis. Nur dieses Brennen. Als hätte jemand in ihr ein Fenster aufgestoßen und frische Luft strömte durch jeden Winkel ihres Inneren. Weite war da. Freude. Ein Sprühen, das nichts erklären wollte und niemanden überzeugen musste. Ein stilles, körperliches Wissen: So fühlt sich Leben an. So bin ich gemeint. Es fragte nicht, ob es darf, es war einfach da.
Und dann, fast unmerklich, dockte der Alltag wieder an. Ein Termin tauchte auf, eine Mail, ein Gedanke beim Zähneputzen. Dieselben Wände, dieselben Wege, dieselben unausgesprochenen Erwartungen. Nicht abrupt, nicht dramatisch, sondern schleichend. Die Schultern wurden schwerer, der Atem flacher, das innere Feuer bekam Gegenwind. Das Leuchten verlor nichts von seiner Wahrheit, aber es wurde überlagert von dem, was gewohnt war.
Irgendwann kam dieser Punkt, an dem sie morgens aufwachte und spürte: Es ist wieder dunkel innen. Kein großer Absturz, eher ein leises Leerwerden, wie ein schwarzes Loch, das das Licht von gestern langsam in sich hineinzog. Und sofort meldete sich die Frage, die so vertraut ist: Was stimmt mit mir nicht? War das nur ein Hochgefühl? Kann das wirklich mein Leben sein?
Dabei war nichts verschwunden. Das Fenster stand noch offen, die Weite war noch da. Doch der Blick hatte sich wieder nach innen verengt, hin zu Zweifel, Anpassung und diesem alten Misstrauen gegenüber der eigenen Größe.
Nicht weil das, was gebrannt hatte, falsch gewesen wäre, sondern weil es zu wahr war für ein System, das Sicherheit nur kennt, wenn es klein bleibt. Genau hier beginnt der Punkt, an dem wir dem, was in uns lebendig war, nicht mehr trauen – und genau hier entscheidet sich alles.
Du zweifelst nicht an dir – du zweifelst an deiner eigenen Größe.
Wo hast du heute klar gesehen und dir selbst nicht geglaubt?
WÄHLE. WAHRHEIT ODER ILLUSION.
Tagesimpuls als Audio – auf Telegram oder Youtube
P.S. Vielleicht war dieser Impuls dein innerer Türöffner.
Wenn du magst, öffnen wir gemeinsam weitere:🎧 Im Podcast „Göttlich frei“ spreche ich mit Anja über das, was uns wirklich frei macht.
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Offene Türen findest du auf www.bruder-theophilos.com
4 Antworten
Wunderbar.
Da kommt mir Herrmann Hesse aus dem Demin:
„Ich wollte doch nur das zu leben versuchen, was von selbst aus mir heraus kam.“
a. Genau das.
Und wie radikal schlicht dieser Satz ist.
Nicht mehr leben.
Nicht besser leben.
Sondern zulassen, was ohnehin aus dir heraus will.
Hesse beschreibt keinen Idealzustand, sondern diesen schlichten, oft erschütternden Punkt, an dem wir merken:
👉 Das Leben strömt – und ich halte es zurück.
„Ich wollte doch nur …“
Darin liegt keine Hybris. Keine Forderung.
Nur diese leise Ehrlichkeit: Ich wollte mich nicht länger verraten.
Und genau dort ziehen wir so oft den Stein wieder heraus.
Nicht weil das, was aus uns kommt, falsch wäre –
sondern weil es zu echt ist für die alten Sicherungssysteme.
Danke dir, Gudrun, für diesen Satz.
Er passt nicht nur zu diesem Impuls –
er ist der Impuls.
Leiber Theophilos
Ja , genau in diesen Sätzen finde ich mich immer wieder.
Man könnte es nicht besser erklären Theopilos.
Auch bei den Satz , mit der eigenen Grösse spüre ich ein Zögern.
Ich denke es ist ein Lernprozess . Ich muss als erstes erkennen wie diese Muster, diese Geschichten und Glaubensätze mich als Seele ablenken von mir selbst. Das Ego ist gewohnt zu bestimmen.
Es fängt wirklich schon morgens an. Gedanken kommen und ich überlege schon was ist heute zu tun.
Ich erinnere mich dass Eckart Tolle mal gesagt hat, man sollte den Tag beginnen indem man nicht sofort aktiv wird, in die Stille geht und nur die zwei Worte spricht: „ich bin“ reines „sein“
Und wenn ich den Tag so beginne ist mein ganzer Tag transformiert .
Liebe Evi,
ja – genau da berührst du den wunden Punkt. Und zugleich den heiligen.
Dieses Zögern bei der eigenen Größe ist kein Fehler. Es ist das Echo eines alten Trainings: Mach dich kleiner, dann bist du sicher. Dass du es spürst, heißt schon, dass es seine Macht verliert.
Du beschreibst es sehr klar: Die Muster, Geschichten und Glaubenssätze lenken ab – nicht grob, sondern leise, alltäglich, fast selbstverständlich. Und ja, es beginnt oft schon morgens. Noch bevor die Füße den Boden berühren, ist der Tag „da draußen“ organisiert, bewertet, geplant. Das Ego kennt diesen Ablauf. Es fühlt sich darin zuhause.
Und dann dieser eine einfache Satz: „Ich bin.“
Nicht als Technik. Nicht als Methode.
Sondern als Rückkehr.
Wenn du so beginnst, passiert etwas Entscheidendes: Du ziehst den Eckstein nicht heraus. Du richtest dich neu aus. Der Tag wird nicht perfekt – aber wahrer. Weiter. Weicher. Du bist nicht mehr im Reagieren, sondern im Dasein.
Und vielleicht ist es gar kein Lernprozess im klassischen Sinn.
Vielleicht ist es ein Erinnerungsprozess.
Ein immer wieder stilles Zurückkehren – mitten im Alltag – zu dem, was nie weg war.
Danke dir für deine Offenheit.
Sie macht sichtbar, dass dieser Impuls nicht nur gelesen, sondern gelebt wird.