Hallo, DU LEBENSKÜNSTLER IM DAUER-TUN, DER MANCHMAL VERGISST, DASS ER SCHON LEBT.
Ihr sagt: Wir wollen gute Geschäfte machen und Gewinne erzielen! Ihr sollt sagen: Wenn der Herr es will, werden wir leben und dies oder jenes tun.
Jak 4,15
Der Satz ist alt, fast harmlos klingend, und doch berührt er einen wunden Punkt unseres Alltags: „Wir wollen gute Geschäfte machen und Gewinne erzielen.“ Das ist nicht böse, nicht falsch, nicht unmoralisch. Es ist schlicht das Programm, in dem wir groß geworden sind.
Erst lernen, dann leisten. Erst investieren, dann hoffen. Erst rackern, dann vielleicht leben. Tief darunter liegt die Annahme, dass wir noch nicht genug haben, dass unsere Existenz abgesichert werden muss, dass Leben etwas ist, das man sich verdienen kann.
Jakobus setzt keinen Gegengedanken dagegen, sondern verschiebt den Boden unter den Füßen. „Wenn der Herr es will, werden wir leben und dies oder jenes tun.“
Das Entscheidende steht nicht am Ende, sondern am Anfang: wir werden leben. Nicht als Belohnung für Einsatz, sondern als gegebene Wirklichkeit. Das Tun folgt, aber es trägt nicht mehr die Last, Existenz zu erzeugen. Es ist Antwort, nicht Voraussetzung.
Diese Spannung zeigt sich jeden Tag ganz unspektakulär. In der E-Mail, die aus Druck geschrieben wird. In der Entscheidung, die aus Angst entsteht. In dem inneren Antreiber, der sagt: Wenn du jetzt nicht funktionierst, fehlt etwas. Genau dort beginnt der Irrtum. Leben sagt nicht: Ich brauche. Leben sagt: Ich bin da. Und aus diesem Dasein fließt Bewegung, Gabe, Kreativität – ohne Zwang, ohne Gier, ohne inneres Verkrampfen.
Alltagstauglich wird diese Wahrheit nicht durch neue Strategien, sondern durch Wahrnehmung. Durch das ehrliche Spüren des Moments, in dem das Müssen übernimmt. Und durch das stille Zurücktreten in die Erinnerung: Ich lebe schon. Ich bin getragen. Was jetzt geschieht, darf aus Fülle kommen. Dann wird Arbeit leicht, Entscheidung klar und Tun zu einem Ausdruck dessen, was längst da ist.
Du musst nicht tun, um zu leben – Tun geschieht, wenn Leben vorausgeht.
Wo glaubst du noch, dir Leben verdienen zu müssen?
Wähle. Wahrheit oder Illusion.
Tagesimpuls als Audio – auf Telegram oder Youtube
P.S. Vielleicht war dieser Impuls dein innerer Türöffner.
Wenn du magst, öffnen wir gemeinsam weitere:🎧 Im Podcast „Göttlich frei“ spreche ich mit Anja über das, was uns wirklich frei macht.
🕊️ Beim „Live-Talk“ am Dienstagabend kannst du dabei sein und deine Fragen mitbringen.
Offene Türen findest du auf www.bruder-theophilos.com
3 Antworten
Lieber Theophilos
Tausend Dinge die mir im Kopf rumgehen ,warum wir so getrieben sind vom Alltag und ihre Lasten!?
Wir haben uns ein Selbstbild erschaffen ,wie unser Menschsein in diesem Leben auszusehen hat. Getrieben von unser Egodasein auf der sinnlosen Suche im Aussen.
Das kleine ich hat unsere Lebensführung übernommen und spielt sich als Chef auf,
gehorchsam durch alle Lebenslagen getrieben von Angst ,Sorge immer im selben Hamsterrad.
Schon eine Weile spüre ich, dass dieses Gottesbild im Aussen abgespalten von unseren wahren göttlichen Quelle , nicht der Weg ist zum ewigen Glück
Meine Seele dürstete nach der Wahrheit ,die das Herz schwingen lässt.
In all den Jahrzehnten habe ich mir ein Selbstbild erschaffen,das mich als unvollkommenes Wesen erkennt und mich dadurch nicht würdig genug findet ,das wahre Christusdasein anzuschauen.
Immer wieder stellt sich das falsche ich in den Weg, ist laut und schaltet sich in meinen Verstand ein.
Mein Herz ruft mir zu , es ist okay, hab keine Angst ,die Wahrheit ist hier, nicht da draußen.
Liebe Evi,
was du beschreibst, ist kein persönliches Versagen, sondern ein kollektives Missverständnis, das du gerade durchschaust. Dieses Getriebensein, dieses kleine Ich, das sich als Chef aufspielt, ist nicht dein Feind – es ist nur die alte Verwaltung eines Lebens, das längst von einer tieferen Wahrheit her getragen wird. Du siehst sehr klar, wie dieses Selbstbild von Unvollkommenheit entstanden ist und wie es dich jahrzehntelang von innen her klein gehalten hat. Allein dieses Sehen ist schon ein Schritt aus dem Hamsterrad heraus, ohne dass du etwas tun müsstest.
Besonders berührend ist, wie deutlich du spürst, dass das Gottesbild im Außen dich nicht nährt. Deine Seele hat recht, wenn sie nach einer Wahrheit dürstet, die das Herz schwingen lässt. Wahrheit macht nicht klein, sie beruhigt. Sie schreit nicht, sie flüstert. Genau deshalb wirkt das falsche Ich so laut – es ahnt, dass seine Zeit abläuft. Es lebt von Angst und Trennung, während dein Herz längst weiß: Die Quelle ist hier. Jetzt. In dir.
Dass du dich bisher nicht würdig genug gefühlt hast, das Christusdasein anzuschauen, ist vielleicht der zärtlichste Irrtum von allen. Nicht weil du falsch lagst, sondern weil du so lange geglaubt hast, Würde müsse verdient werden. Dein Herz spricht bereits die Sprache der Wahrheit, wenn es sagt: Hab keine Angst. Die Wahrheit ist hier. Das ist kein Trost, das ist Erinnerung.
Bleib genau dort, wo du gerade stehst – nicht kämpfend, nicht verbessernd, sondern lauschend. Wenn Leben vorausgeht, darf selbst das falsche Ich langsamer werden. Es muss nicht verschwinden. Es darf sich setzen. Und du darfst entdecken, dass du nie getrennt warst von dem, wonach du dich gesehnt hast.
🙏❤️