Ein Punkt. Und du fällst um

HALLO, DU GÖTTLICH ÜBERFUNKTIONIERENDER FAMILIENCHAT-HELD, DER GLAUBT, EIN EMOJI KÖNNE SEIN WESEN ZERSTÖREN.

Es beginnt unscheinbar. Familienchat. Früher Morgen. Du noch halb im Schlaf, der Kaffee eher ein Versprechen als eine Wirkung. Dein Herz eigentlich offen, dein Tag noch leer.

Dann ploppt sie auf, diese eine Nachricht. „Vergiss heute den Termin nicht.“ Punkt.

Kein Herz. Kein Smiley. Kein weichgespültes „LG“. Nur ein Punkt. Und mit diesem Punkt beginnt in dir ein Drama, für das andere Menschen Eintritt verlangen würden.

Etwas zieht sich zusammen. Ein leiser innerer Ruck. Dein Kopf fängt an zu arbeiten, als hinge das Überleben der Menschheit davon ab. War der Ton scharf? Ist sie genervt? Habe ich etwas übersehen? Bin ich wieder zu viel oder zu wenig?

Während du noch grübelst, schreibt deine Schwester: „Aha.“

Drei Buchstaben. Ohne Kontext. Ohne Erklärung. Dein Nervensystem geht einen Gang höher. Jetzt wird interpretiert, vermutet, gelesen zwischen Zeilen, die gar nicht existieren. Dein inneres Kino läuft auf Hochleistung.

Kurz darauf meldet sich der Vater: „Ok.“

Zack. Das war’s.

Der innere Gerichtshof ist eröffnet. Du stehst gleichzeitig als Angeklagter, Staatsanwalt und Zeuge vor dir selbst. Und irgendwo im Hintergrund sitzt das, was du früher „das Böse“ genannt hast, geschniegelt und entspannt, und denkt sich: Mehr muss ich heute nicht tun.

Halte hier bitte kurz inne. Wirklich. Schau dir das an.

Der Atem, der dich seit deiner Geburt trägt, die Kraft, die dich durch Krisen, Brüche und ganze Lebenskapitel geführt hat, die Treue des Lebens selbst – all das soll angeblich außer Kraft gesetzt werden durch Satzzeichen.

Ist das nicht heilig absurd?

Nicht der Familienchat greift dich an. Du spielst freiwillig im Theater der eigenen Selbstverkleinerung mit. Du glaubst an eine Bedrohung, wo keine ist. Du verwechselst Gerede mit Gefahr.

Es gibt kein Böses, das dich fertig machen könnte. Es gibt nur einen alten Glauben in dir, der sagt: Ich bin angreifbar. Und dieser Glaube ist – mit liebevollem Kopfschütteln – einfach Unsinn.

Der Herr ist treu, ist kein Schutzschild gegen andere. Es ist die Übermacht durch dich hindurch. Still. Unaufgeregt. Unantastbar.

Während du noch über Emojis nachdenkst, ist die Wahrheit längst da. Sie erklärt sich nicht. Sie verteidigt sich nicht. Sie lächelt nur leise und bleibt.

Du hältst Gerede für Gefahr, dabei bist du Quelle, nicht Zielscheibe.

Wo glaubst du heute noch an die Macht eines Punktes?

Wähle. Wahrheit oder Illusion.

 


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2 Antworten

  1. Guten morgen lieber Theophilos
    Beim Lesen dieses Textes musste ich lächeln.

    Ich gebe zu, dass ich auch an fehlenden Emojis schon nachgegrübelt habe .

    Tatsächlich machte es einen Unterschied ob dieses Emojis von einen nahestehenden Menschen oder von jemanden der nicht so nahe steht ,fehlte.

    Aber meistens mache ich dann selber einen Punkt davor, indem ich mich entscheide .
    Ich kann immer entscheiden ,ob ich dem Energie schenke oder nicht.

    Seit es Handys gibt , lauft Kommunikation mehr über das Schreiben und Emojis.
    Und vieles wird ungehemmt kommuniziert.
    Man hat kein richtiges Gegenüber, dem man in die Augen schaut.
    Genauso ist es mit dem Hören.

    Die Technik hat Vorteile und Nachteile das ist so.

    Ich selber, kann mich beim Schreiben besser ausdrücken, als beim Sprechen.
    (In den jungen Jahren hat man zu meiner Person gesagt ,ich sei ein stilles Gewässer.)

    Aber bei beiden Arten der Kommunikation kann man verletzen.

    Achte auf deine Gedanken ,denn sie werden Worte.
    Achte auf deine Worte ,denn sie werden zu Handlungen……

    Es ist nur diese Welt im Aussen, die Ängste, Dramas, Verzweiflung Nöte hervorruft.
    Sie nährt sich davon und wächst daran.

    Es ist schon schlimm wenn ein Punkt uns , statt einem lieb gemeinten Emojis so aus der Ruhe bringen kann.

    Deshalb erinnern wir uns schon morgens ,wenn wir in unseren Erdenkleid schlüpfen, dass wir aus dem Lichte der unendlichen Liebe kommen und bleiben in der hochschwingenden Energie.

    Gedanken aus dem Geist Gottes sind Kräfte halten wir uns daran.

    1. Liebe Evi,
      danke dir für dein waches, warmes Spiegeln. Ja – wir kennen das alle: fehlende Emojis, halbe Sätze, Punkte mit Sprengkraft. Und genau da geschieht das Entscheidende, wie du es so klar benennst: der Punkt, den wir selbst setzen. Nicht im Chat, sondern in uns.

      Du beschreibst etwas sehr Wesentliches: Technik verstärkt, was in uns ohnehin bereitliegt. Nähe wird näher, Distanz distanzierter. Und trotzdem bleibt dieser eine innere Ort, an dem wir wählen können, ob wir Energie verschenken oder gesammelt bleiben.

      Berührend finde ich deinen Satz, dass du dich schreibend besser ausdrücken kannst. Das ehrt die leisen Gewässer – sie tragen Tiefe. Und ja, auch Worte können verletzen, gesprochen wie geschrieben. Aber sie können uns nicht von dem trennen, was wir sind.

      Vielleicht ist genau das der heitere Kern:
      Nicht der Punkt bringt uns aus der Ruhe – sondern die kurze Vergesslichkeit darüber, wer wir sind, wenn wir morgens ins Erdenkleid schlüpfen.

      Danke für deine Erinnerung an das Licht, aus dem wir kommen und in dem wir bleiben.
      Sie wirkt. 🌱

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