Du bist kein göttlicher Schraubenzieher

HALLO DU, DER DU MEINST, DU MÜSSTEST DICH IN GOTTES WERKZEUGKASTEN NÜTZLICH MACHEN.

Wir betrachten „gute Werke“ oft durch die Brille einer anstrengenden Moral und glauben, wir seien Werkzeuge in Gottes Werkzeugkasten – kleine, fleißige Figuren, die sich abmühen müssen, damit das Göttliche durch sie hindurchscheint.

Doch dieses Wort sagt nicht, dass du ein Werkzeug bist. Du bist das Werk selbst. Du bist nicht die Schaufel, sondern die vollendete Kathedrale. Wenn du staubsaugst, an der Kasse stehst oder über die Autobahn jagst, besteht dein „gutes Werk“ nicht darin, besonders heilig zu gucken oder spirituelle Sätze zu dreschen. Dein Werk ist deine nackte Präsenz. Es ist der Frieden, der keine Bedingungen stellt, und die sprühende Lebensfreude, die einfach ausflippen möchte, weil sie existiert.

In der Tiefe gibt es keine Hierarchie, kein „Oben“ und „Unten“. Es gibt keinen Unterschied zwischen Christus und dem Licht, das du bist. Wenn du im Alltag stehst – mit Gummistiefeln am Spülbecken oder im Konflikt mit dem Partner – ist die einzige „gute Tat“, die es zu vollbringen gilt, das Aufhören. Das Aufhören, dich als begrenztes, gefallenes oder vorläufiges Wesen zu definieren, das erst noch mühsam in die Vollendung gelangen muss.

Wandle in der Wahrheit, dass deine reine Existenz bereits das Ereignis ist. Wenn du im anderen genau denselben unendlichen Ausdruck siehst, verabschiedet sich das ganze Klein-Klein der Beziehungskonflikte von selbst, weil es keinen Gegner mehr gibt. Präsenz braucht keine moralische Anstrengung; sie ist das Ende des Tuns und der Beginn des Seins. Dein Werk ist längst bereitet. Es ist die unkaputtbare Klarheit, die durch deine Augen schaut, während du die Wäsche faltest. Du bist das Licht der Welt – nicht als künftige Aufgabe, sondern als gegenwärtige Tatsache deines Wesens.

Du bist kein Werkzeug, das Gott benutzt. Du bist das vollendete Meisterwerk, das sich gerade als du erlebt.

Wo versuchst du noch nützlich zu sein, statt einfach da zu sein?

Spür, wo du dich gerade kleiner machst, als du bist.

 


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8 Kommentare

  1. Genau Ingrid! 😅
    Ich musste so grinsen beim Lesen! Früher dachte ich auch immer: Lass mich dein Werkzeug sein!
    Heute weiß ich: ich bin das Haus und nicht der Hammer 😁. Ich bin der Bäcker und nicht das Brötchen. Was für eine Freude darin steckt!

  2. Lieber Theophilos
    Wie gut der Text heut passt.
    Wieviel leichter ich mich heute fühle
    Kein Druck, keine Erwartungen einfach „sein“
    Die Liebe kann und macht alles.
    Ich bin behütet und geschützt im Herzen der Liebe. Schön das ihr alle da seid.

    Dankeschön 🙏 🙏 🙏

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