Ihr lieben Freundinnen, Freunde und Mitgestalter einer großen Sache,
ich sitze hier noch ganz unter dem Eindruck dieses Wochenendes.
Diese Tage bei Gottfried Sumser haben etwas in mir berührt, das sich nicht mehr einordnen lässt.

Es ist kein Verstehen.
Es ist kein neues Wissen.
Es ist eher so, als wäre etwas komplett still geworden.
Und in dieser Stille zeigt sich etwas Radikales:
Du hast nichts zu erreichen.
Und du hast nichts zu verlieren.
Das klingt fast banal.
Und gleichzeitig erschüttert es alles.
Denn wenn ich ehrlich bin, sehe ich plötzlich, wie sehr wir unser Leben damit verbringen, uns selbst zu übergehen.
Gedanke für Gedanke.
Konzept für Konzept.
Als würden wir unser eigenes Sein unter Schichten aus Erinnerungen, Erfahrungen und inneren Kommentaren begraben.
Schicht um Schicht.
Bis wir irgendwann glauben, das alles sei wir.

Und dann geschieht etwas ganz Eigenartiges.
Du sitzt in diesem Raum…
und plötzlich merkst du:
Jeder Gedanke ist zu viel.
Jedes Wort ist Ballast.
Jede Erklärung ist ein kleiner Schritt weg.
Nicht, weil Denken falsch ist.
Sondern weil es hier einfach nichts mehr zu erklären gibt.
Da ist nur noch Präsenz.
Unmittelbar.
Nackt.
Unberührt.
Und in diesem Moment wird mir mit einer fast schockierenden Klarheit bewusst:
Wir sind nie weg gewesen.
Wir haben uns nur überdeckt.
Mit Geschichten.
Mit „Ich müsste…“
Mit „Ich sollte…“
Mit „Ich bin noch nicht…“
All das ist nicht die Wahrheit.
Es ist eine Bewegung weg von dem, was längst da ist.
Du bist nicht deine Geschichte.
Du bist nicht deine Angst.
Du bist nicht das, was dir passiert ist.
Du bist – jetzt.
Und dieses Jetzt ist nicht klein.
Nicht persönlich.
Nicht begrenzt.
Es ist die reine Gegenwart.
Das, was wir so vorsichtig „göttlich“ nennen, weil uns die Worte fehlen.
Und vielleicht ist genau das der Punkt, an dem es unbequem wird:
Jedes Mal, wenn du meinst, du brauchst noch etwas im Außen –
eine Form, eine Sicherheit, eine Bestätigung –
stellst du dich unmerklich gegen das, was längst da ist.
Nicht bewusst.
Nicht absichtlich.
Aber spürbar.
Es ist ein leiser Widerstand.
Ein feiner Groll gegen das Leben, so wie es gerade ist.
Und genau dort öffnet sich etwas.
Nicht durch mehr Tun.
Nicht durch mehr Verstehen.
Sondern durch ein einfaches Innehalten.
Ein Nicht-mehr-Dagegen.
Ein stilles Einlassen.
Live-Talk – Kampf gegen Konzepte
Deshalb möchte ich den kommenden Live-Talk am Dienstag genau diesem Raum widmen.
Kein weiteres Thema.
Keine neue Perspektive.
Sondern ein gemeinsames Schauen auf diesen Widerstand.
Auf dieses feine „Nein“, das wir dem Leben entgegenhalten.
Und vielleicht – ganz vielleicht –
geschieht darin etwas, das man nicht machen kann.
Eine Art inneres Aufstehen.
Ein Erinnern.
Fast wie eine Auferstehung –
nicht von etwas Neuem,
sondern von dem, was nie verschwunden war.
Ich teile das hier nicht als Erkenntnis.
Sondern als Berührung.
Als etwas, das mich selbst gerade zutiefst bewegt,
durchrüttelt,
und gleichzeitig in eine unfassbare Ruhe bringt.
Und vielleicht spürst du beim Lesen einen kleinen Moment davon.
Mehr braucht es nicht.
Herzlich
Theophilos
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Webseite: Bruder Theophilos
Dein stilles Gespräch
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Bruder Theophilos – R.M. Jud
IBAN DE80 2004 1177 0486 2264 00
3 Kommentare
Was in diesen Tagen geschehen ist, kann durch Worte nicht annähernd erfasst werden. ✨
Eine große Gnade die uns allen dort zuteil wurde. 🙏 Namaschte!
Namaschte 🤍
Diese Tage kann ich nicht in Worte fassen 😶
Lieber Peter,
ja… genau das ist es.
Es entzieht sich jedem Versuch, es festzuhalten – und gerade darin liegt seine Wahrheit.
Was dort geschehen ist, war kein Ereignis im üblichen Sinne, sondern eher ein Erinnern…
ein leises, tiefes Zurückfallen in das, was immer da war.
Und dein „Namaschte“ bringt es auf diese wunderbar leichte, liebevolle Weise auf den Punkt 😊
Wie schön, dass wir diesen Raum gemeinsam berühren durften.