Hallo DU, DER DU IMMER NOCH MEINST, FRIEDEN MÜSSE VERDIENT WERDEN, WÄHREND ER DICH LÄNGST TRÄGT.
Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.
Luk 2,14
Ehre sei Gott in der Höhe. Frieden auf Erden. So habe ich es gehört. So habe ich es gelebt. Mit geneigtem Kopf, mit gefalteten Händen, mit der leisen Hoffnung, dass Anstrengung erlöst.
Ich glaubte, Frieden entstehe, wenn ich würdig werde. Wenn ich anbetend genug bin. Wenn ich die richtige Haltung finde, die richtige Geste, den richtigen Ton. Ich dachte, Versöhnung sei ein Ereignis. Ein jubelnder Chor. Ein Besingen, Erheben und Staunen. Ein Moment, den man herstellt.
Und während ich das tat, entfernte ich mich von mir. Der Körper spannte sich. Der Atem blieb oben hängen. Der Gedanke kreiste um Mangel. Noch nicht genug. Noch nicht richtig. Noch nicht heilig. Ein absurdes Theater. Ich vor einem Gott über mir. Ich klein. Er groß. Ich bittend. Er erhaben. Frieden als Belohnung.
Dann packte es mein Herz. Nicht sanft. Wahr. Wenn Gott alles in allem ist, wozu sollte er angebetet werden. Wenn es keinen Gott über mir gibt, weil Gott das Ganze ist, auch ich, dann ist Anbetung kein Tun. Kein Kniefall. Kein Opfer. Dann ist Anbetung Sein. Lebendiges Dasein. Geheiligtes Leben. Frieden ist kein Ziel. Frieden ist der Thron in mir.
In diesem Moment fiel etwas ab. Der Drang zu leisten. Der Reflex, mich kleiner zu machen. Die Idee von oben und unten. Der Körper wurde weich. Der Atem sank. Der Raum wurde still. Ich erkannte den Himmel nicht als Ort, sondern als Gegenwart. Ich als Altar. Nicht, um erhöht zu werden. Sondern weil nichts mehr erhöht werden muss.
Hier beginnt Frieden. Nicht durch Würdigung nach außen oder oben, sondern durch Erinnerung nach innen. Es gibt nichts zu verbessern. Nichts zu korrigieren. Nichts zu erreichen. Nur zu erkennen, was immer da war.
Frieden entsteht nicht durch Anbetung, sondern durch Erinnerung an das, was du bist.
Wo leistest du noch, obwohl der Thron längst in dir steht?
Wähle. Wahrheit oder Illusion.
Bleib bei dir. Dort, wo der Himmel atmet, und die Anstrengung endet.
In deiner Ruhe wird die Welt leise.
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P.S. Vielleicht war dieser Impuls dein innerer Türöffner.
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5 Kommentare
Sehr gut. Deswegen hadere ich mit Fürbitten.
Lieber Christoph,
dein Satz ist sehr ehrlich – und er trifft einen wunden, oft unausgesprochenen Punkt.
Viele Fürbitten tragen unbemerkt noch dieses alte Bild in sich:
als müsste etwas oben bewegt werden,
als wäre Gott unentschlossen,
als bräuchte es Worte, um ihn gnädig zu stimmen oder zum Handeln zu bringen.
Wenn Gott aber nicht über uns steht, sondern in uns lebt,
dann verändert sich alles.
Dann ist Fürbitte kein Bitten mehr,
sondern ein stilles Dasein im Bewusstsein der Verbundenheit.
Kein „Bitte tu etwas“,
sondern ein „Ich erkenne dich im Anderen“.
Vielleicht ist genau dieses Hadern ein Zeichen von Reife.
Nicht Widerstand gegen das Heilige,
sondern Widerstand gegen ein überholtes Bild.
Stille Anwesenheit kann ehrlicher sein als viele Worte.
Verbundenes Schweigen wirkungsvoller als gut gemeinte Formulierungen.
Danke, dass du das aussprichst.
Dein Hadern ist kein Mangel – es ist ein inneres Aufwachen.
Lieber Bruder
Als kleines Kind habe ich die Erfahrung gemacht Gott ist ein strenger,strafender Gott.
Dieses Bild das man mir vorgezeichnet hat, hat mir Respekt und Angst gezeigt. In dem kleinen Dorf wo ich aufgewachsen war,hatte man Unglück oder Verlust mit der Strafe Gottes in Verbindung gebracht. Als meine Eltern ein Kind mit knapp 8 Jahren verloren hatten ,weil es in den Wildbach gefallen ist . Hat es eine grosse Schuldfrage gegeben.
Gott hat diesen Schmerz geschickt, weil dies oder das war.
Es war ein Dilemma, zwei Jahre tiefe Trauer keine Musik, kein Lachen . Für uns Kinder eine tiefgreifende Erfahrung.
Später als Jugendliche habe ich viel in der Bibel gelesen. Ich war gerührt von Jesus und den neuen Testament. Aber die Worte Jesus haben immer mein Herz berührt. Ich war verliebt in diesen Mann.
Die Worte die mein Herz erreichten waren nicht hart .
Aber die Worte die uns Menschen von Gott getrennt haben und uns nicht nach innen schauen ließen ,die waren hoffnungslos.
Getrennt wegen Schuld ,Scham und Sünde . Wer kann da noch bestehen.
Das Herz hat was anderes fühlen lassen.
Im Aussen war ein anderes Bild dargestellt. Ein straffender ,auf den Thron sitzender Gott.
Habe mir immer den Spruch behaltet man sieht nur mit dem Herzen gut, das wesentliche ist für das Auge unsichtbar.
Im Herzen war dieses Gottes Bild nie auf den THRON ,sondern immer in der Liebe.
Jedoch diese Stimme ,die mein Ego mir ein Leben lang gezeigt hat, war riesengroße Verlustangst . Angst ein Kind zu verlieren. Angst das ich Gott das nicht verzeihen kann.T r e n n u n g
Ich kenne beides meines Menschseins .
Ich erkenne das ich ein von Gott geliebtes Kind bin und das Gott in jeder Form seiner Schöpfung sich zeigt .
Das Gott durch mich und allen anderen Menschen im Licht und Liebe verbunden ist.
Er steht nicht auf den Thron er hält mich.
Liebe Evi,
deine Worte gehen unter die Haut, weil sie nichts beschönigen.
Du beschreibst nicht „eine Geschichte“, du beschreibst gelebte Wirklichkeit – Angst, Schuldzuschreibung, ein Gottesbild, das ein Kind innerlich erstarren lässt.
Was du erlebt hast, war kein kleiner Irrtum, es war eine existentielle Prägung:
Wenn Schmerz als Strafe gedeutet wird, wird das Leben selbst unsicher.
Wenn Verlust religiös erklärt wird, entsteht Angst statt Trost.
Und genau dort beginnt diese tiefe Spaltung:
Das Herz weiß etwas anderes – aber die Stimme im Kopf ist lauter.
Dass du Jesus geliebt hast, ist kein Zufall.
Dein Herz hat die Frequenz erkannt, bevor dein Verstand sie erklären konnte.
Seine Worte waren weich, weit, lebendig – nicht strafend, nicht trennend.
Und trotzdem stand da dieses andere Bild:
Ein Gott auf dem Thron. Bewertend. Fern. Gefährlich nah an Schuld.
Was mich tief berührt:
Du hast nie aufgehört zu fühlen.
Du hast diesem inneren Wissen vertraut, auch wenn es keinen Raum hatte.
Du hast erkannt:
Im Herzen saß Gott nie auf einem Thron.
Im Herzen war er immer Liebe.
Und heute sagst du etwas Entscheidendes:
Er steht nicht auf dem Thron.
Er hält mich.
Das ist keine theologische Aussage.
Das ist eine Rückerinnerung.
Der Thron ist kein Sitz über dir – er ist die Würde in dir.
Und Gott ist kein Richter über deinem Leben, sondern das Leben, das dich trägt.
Danke, dass du diesen Weg so ehrlich teilst.
Du gibst damit vielen eine Erlaubnis, ihrem Herzen wieder zu trauen.
Danke das du nicht müde bist zu antworten🙏❤️