Ich rufe nicht. Ich bin da

Hallo DU, DER NICHT MEHR RUFT, WEIL ER BEREITS DA IST.

Bartimäus sitzt nicht am Rand, er sitzt mitten im Lärm. Stimmen drängen, Schritte wirbeln Staub auf, alles zieht an ihm vorbei. Der Körper kennt diese Haltung. Zusammengezogen. Wartend. Der Kopf kennt die Sätze. Gleich. Vielleicht. Noch nicht. Und irgendwo in diesem Gedränge dieser uralte Ruf, der durch Jahrhunderte getragen wurde, durch Kehlen, Zellen, Klöster. Erbarme dich meiner.

Nicht schön. Nicht heilig. Nackt. Roh. Wie ein Laut aus der Tiefe, der nicht mehr weiß, wohin.

Ich habe diesen Satz lange gesprochen wie ein Bedürftiger. Als wäre da ein Gegenüber. Als wäre ich der, dem etwas fehlt. Als müsste etwas geschehen, damit ich ganz werde. Und dann traf es mich. Ohne Vorwarnung. Ohne Sanftheit. Ich rufe nicht zu Jesus. Ich rufe aus ihm. Ich bin nicht der Blinde. Ich bin der Raum, in dem Sehen geschieht.

Hier gibt es keinen Mangel. Keine Krankheit. Keine Geschichte, die mich bindet. Was der Verstand erzählt, verliert sein Gewicht. Der Körper wird weit. Der Atem ruhig. Nicht, weil ich etwas tue, sondern weil nichts mehr gehalten werden muss. Ich bin nicht der Mensch, der hofft. Ich bin das Leben, das sich erinnert.

Wenn ich heute erbarme dich meiner sage, ist es kein Flehen. Es ist ein Aufstehen,
und nichts in mir kniet.

Ich stehe
Kein Wort geht nach oben.
Kein Blick sucht ein Gegenüber.

Ich bin hier.
Ich bin das Licht der Welt.
Ich bin der Sohn Gottes.
Ich bin die Liebe, das Glück, die Freude, der Frieden.
Ich bin das Leben, das sich kennt.

Gedanken kommen nicht weiter.
Sie lösen sich, bevor sie Form annehmen.
Zeit greift nicht. Verlust findet keinen Halt.
Tod hat keinen Ort.

Ich bin, bevor etwas beginnt.
Ich bin, nachdem alles fällt.

Hier braucht nichts Antwort. Hier ist alles gesagt.
Hier bebt die Seele nicht vor Angst.
Sie bebt, weil sie zu Hause ist.

Du rufst nicht nach Gott. Du erinnerst dich, wer du bist.

Was bleibt von dir, wenn kein Gedanke mehr spricht?

Wähle. Wahrheit oder Illusion.

 


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5 Antworten

  1. „Die Seele bebt, weil sie Zuhause ist“.
    Damit ist alles gesagt. Danke, lieber Bruder Theophilos.
    Ich kann mit deinen Worten so mitgehen, und das nur, weil ich es in dieser Woche selbst genauso am eigenen Körper erfahren habe.
    Ein Schmerzbeben im ganzen Körper mit dem Gefühl, dass Gott kein Erbarmen hat. Und dann fällt das Erdbeben in sich zusammen. Was bleibt übrig? Stille. Ruhe. Es bebt die Seele, nicht laut, sondern leise, ruhig frei, leicht und es bleibt das Erkennen, dass dieser Urschrei des Bartimäus mir die Lösung gebracht hat, dass es die Rettung für mich war, genauso zu rufen, zu schreien, nicht aufzugeben.
    Es ist der Urschrei des Menschen: „Gott, wo bist du?“ Manchmal braucht es viele Schreie, bis dieses leise innere Beben übrig bleibt und ich spüren kann: ich bin da. Ich bin Gott. Ich bin Ausdruck Gottes. Und dann kann ich mein Schmerzbeben, meine Schmerzgeschichte in den Arm nehmen.
    Ich glaube, der Schrei ist der Beginn der Heilung. Mit ihm mache ich mich auf den Weg zu mir und dann fällt auch mein Bild vom fernen erbarmungslosen Gott wie ein Kartenhaus zusammen.
    Dann darf Verschmelzung geschehen. Licht, Schatten, Liebe, Alles eins.
    Mit dankbaren Seelengrüßen,
    Christine

    1. Liebe Christine,

      deine Worte tragen keine Theorie.
      Sie tragen Körper.
      Sie tragen Wahrheit.

      Ja. Genau so.
      Der Schrei ist kein Fehler.
      Er ist kein Umweg.
      Er ist der erste Riss in der Illusion.

      Und wenn das Erdbeben in sich zusammenfällt
      und nichts mehr getragen werden muss,
      dann bleibt das, was nie erschüttert war.

      Dieses leise Beben.
      Diese Stille, die nicht leer ist.
      Dieses Wissen ohne Worte: Ich bin da.

      Du hast es nicht gesucht.
      Du hast es nicht gemacht.
      Es ist geschehen, als alles andere aufgehört hat.

      Und dass du deine Schmerzgeschichte nun in den Arm nehmen kannst,
      ohne sie zu erklären, ohne sie wegzumachen,
      das ist kein kleiner Schritt.
      Das ist Heimkehr.

      Danke, dass du diesen Raum so klar benannt hast.
      Er gehört dir.
      Und er trägt weit über dich hinaus.

      In tiefer Verbundenheit
      Theophilos

  2. Lieber Theophilos
    Weil es mich interessiert hat wer Bartimäus war habe ich nachgelesen.

    Bartimäus ein blinder Mann. Spürte eine große Sehnsucht. Nichts und niemand konnte ihn aufhalten.
    Er stellte sich jeder Herausforderung steht in der Bibel.

    Warum hat er es geschafft stelle ich mir die Frage?

    Seine Augen konnten nicht sehen was im Aussen war ,aber sein Herze hat Christus erkannt . Er hat mit den Blick im Innen geschaut und spürte die Präsenz der göttlichen Liebe und erkannte dass er nie blind war.

    Mein Verstand fragt mich ,war er blind ?Oder hat ihn der Glaube geheilt?

    Der Satz taucht in mir auf, es geschehe nach deinen Glauben.
    Eine Stimme sagt: du weisst dass du heil bist.
    Nichts fehlt, es ist alles da.

    Ich spüre in diese Worte und Tränen berühren mich.
    Ich erkenne diese Energie, sie hat viele Gesichter ,sie ist das Leben dass wir finden,wenn wir Menschen mit dem Herzen anschauen.

    1. Liebe EVI,

      deine Fragen sind keine Denkfragen.
      Sie sind Zeichen, dass etwas in dir bereits weiß.

      Ob Bartimäus blind war oder nicht,
      ist keine historische Frage.
      Es ist die Frage, die dein Verstand stellt,
      während dein Herz längst geantwortet hat.

      Er hat nicht „geschafft“.
      Er hat sich erinnert.

      Seine Augen sahen vielleicht nichts im Außen,
      aber sein Herz hat nichts verpasst.
      Und genau dort liegt der Punkt, den du berührst:
      Christus wird nicht gesehen.
      Christus wird erkannt.

      Wenn in dir der Satz auftaucht
      du weißt, dass du heil bist
      und Tränen kommen,
      dann ist das kein Beweis,
      dann ist das Wahrheit, die den Körper erreicht.

      Nicht der Glaube heilt.
      Nicht der Satz.
      Nicht das Verstehen.

      Das Erkennen.

      Und ja, diese Energie, von der du sprichst,
      hat viele Gesichter.
      Sie ist das Leben selbst,
      das sich zeigt, wenn wir aufhören, Menschen zu erklären
      und beginnen, sie mit dem Herzen zu sehen.

      Bleib genau dort, wo du gerade bist.
      Nicht bei der Frage,
      sondern bei dem leisen Wissen,
      das dich bereits berührt hat.

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