Hallo DU, DER DU NOCH IM KOPF RECHNEST, WÄHREND DAS LEBEN LÄNGST AUSTEILT.
Jesus nahm fünf Brote und zwei Fische und ließ sie austeilen. Und sie aßen alle und wurden satt.
Mark 6,42
Fünf Brote. Zwei Fische. Fünftausend Menschen.
Schon beim Lesen zieht sich etwas zusammen. Der Verstand springt an, zählt, vergleicht, sieht das Loch in der Rechnung und ruft Alarm. Das reicht nicht. Das kann nicht gehen. Das ist zu wenig. Und genau hier sitzt der Kern unserer Angst – nicht im Außen, sondern im inneren Rechenzentrum, das ständig prüft, ob das Leben sich „lohnt“.
Jesus reagiert nicht auf diese Rechnung. Er diskutiert sie nicht einmal. Er wartet nicht, bis mehr da ist, er sucht keinen Plan B, keine Reserve, kein Sicherheitsnetz. Er nimmt das, was vorhanden ist, und gibt es weiter. Und darin liegt der eigentliche Schock dieser Geschichte: Die Fülle kommt nicht vor dem Geben, sie entsteht durch das Geben.
Unser materielles Denken glaubt, Leben funktioniere über Anhäufung. Erst wenn genug da ist, darf Bewegung entstehen. Der Geist kennt eine andere Dynamik. Er vertraut dem Fluss. Er weiß: Leben wird nicht gesichert, indem man festhält, sondern indem man sich öffnet.
Das ist keine spirituelle Metapher, das ist Alltag. Jeden Morgen, wenn der Tag sich zu klein anfühlt. Zu wenig Zeit. Zu wenig Kraft. Zu wenig Geld. Zu wenig Mut. Und wir warten innerlich darauf, dass sich etwas ändert, bevor wir handeln. Doch genau dieses Warten hält die Illusion am Leben.
Der nächste Schritt ist bereits da. Nicht perfekt. Nicht vollständig. Aber echt. Ein ehrliches Gespräch, das du aufschiebst. Ein Nein, das dich befreit. Ein Ja, das du dir bisher nicht erlaubst. Ein Moment ungeteilter Präsenz. Das Leben fragt nicht, wie viel du hast. Es fragt, ob du bereit bist, es in Umlauf zu bringen.
Und dann geschieht etwas, das der Verstand nicht berechnen kann. Es reicht nicht nur, es fließt sogar über. Nicht irgendwann. Jetzt.
Fülle entsteht nicht durch Mehr, sondern durch den Mut, zu geben, was da ist.
Was hältst du zurück, obwohl es längst fließen will?
Wähle. Wahrheit oder Illusion.
Tagesimpuls als Audio – auf Telegram oder Youtube
P.S. Vielleicht war dieser Impuls dein innerer Türöffner.
Wenn du magst, öffnen wir gemeinsam weitere:🎧 Im Podcast „Göttlich frei“ spreche ich mit Anja über das, was uns wirklich frei macht.
🕊️ Beim „Live-Talk“ am Dienstagabend kannst du dabei sein und deine Fragen mitbringen.
Offene Türen findest du auf www.bruder-theophilos.com
7 Antworten
Guten morgen lieber Theophilos
Die allgegenwärtige Liebe will fließen in unseren Denken,in unseren Handeln,in unseren Geben.
Ich spüre und denke die Worte sind da, Liebe will fließen, aber mein Ego hält es zurück, nicht falsch verstehen, ich bin nicht lieblos.
Mein Egodenksystem bremst mich ein.
Diese Welt der Illusion kennt das nicht,weil immer Erwartung dahinter steht.
Am liebsten würde ich meine Erfahrung mit allen im Aussen teilen, aber es geht nur in Mini Schritte voran.
Etwas in mir sagt sei authentisch, du musst niemanden belehren, bleib bei dir und lerne dich selber in der Liebe zu tragen.
Komme erst in deine Fülle nicht im Aussen sondern im Innen.
Am Anfang war das Wort……
Liebe Evi,
Die allgegenwärtige Liebe will fließen – in meinem Denken, in meinem Handeln, in meinem Geben. Ich spüre das sehr deutlich. Und gleichzeitig nehme ich wahr, dass etwas in mir bremst. Nicht, weil ich lieblos wäre, sondern weil mein Ego-Denksystem noch dazwischengeht, vorsichtig, kontrollierend, abwägend. Diese Welt der Illusion kennt das freie Fließen kaum, weil fast immer eine Erwartung mitschwingt, ein stilles Hoffen auf Wirkung, Anerkennung oder Antwort.
Oft spüre ich den Wunsch, meine Erfahrungen nach außen zu teilen, sie weiterzugeben, weil sie sich so wahr anfühlen. Und doch zeigt sich der Weg eher in kleinen, stillen Schritten als in großen Gesten. Etwas in mir sagt ganz leise, aber klar: Sei authentisch. Du musst niemanden belehren. Bleib bei dir. Lerne, dich selbst in der Liebe zu tragen. Die Fülle entsteht nicht im Außen, sondern im Innen.
Vielleicht beginnt genau hier das, was „fünf plus zwei“ wirklich meint. Nicht das Überzeugen, nicht das Erklären, sondern das Dasein. Das Wort, das am Anfang war, formt sich nicht als Rede, sondern als innere Haltung. Und aus dieser Haltung darf sich alles Weitere ganz von selbst entfalten.
Danke das du meine Worte präzisierst.
Und danke für die wunderschönen Beiträge, die ich hier mitlesen darf.
Danke Theophilos für dein Mitgehen und Verstehen . Danke auch dafür, dass du dir immer die Zeit nimmst um zu Antworten . Danke vielmals.
Ganz großes Ja, und im Praktizieren, selbst in kleinen Anfängen wächst eine Dynamik. Und die gewonnene Erfahrung daraus macht das Ganze immer selbstverständlicher ,fast automatischer würde ich sagen, wenn das kein so besetzter Begriff wäre.
Ein ganz großes Ja. Im Praktizieren – selbst in den kleinsten Anfängen – beginnt eine Dynamik zu wachsen, ganz leise, fast unmerklich. Aus diesen ersten Schritten entsteht Erfahrung, und genau diese Erfahrung nimmt dem Ganzen nach und nach die Schwere. Was anfangs noch bewusst geschieht, wird mit der Zeit selbstverständlich, beinahe mühelos. Nicht im Sinne von Automatismus, sondern als etwas, das sich natürlich einschreibt, wie ein inneres Wissen, das nicht mehr jedes Mal neu errungen werden muss.
Gerade darin zeigt sich für mich die Tiefe dieses Impulses. Fünf plus zwei entfaltet seine Kraft nicht im großen Sprung, sondern im gelebten Alltag, in der Wiederholung des Stimmigen. Und je mehr diese Bewegung erprobt wird, desto weniger braucht sie Erklärung – sie trägt sich selbst.
Oh, zum ersten Mal spüre ich diese Geschichte, die ich schon immer verstehen wollte und beweisen wollte. Wie oft habe ich sie den Kindern in der Kinderkirche erzählt. Die Kinder fanden sie immer toll, sie haben diesen Reichtum begriffen. Doch als Erwachsener haderte ich immer mit dieser Rechnung und da geht es wahrscheinlich vielen so.
Diese Geschichte ist nie verstehbar, sie ist nur spürbar. Vielen Dank, lieber Theophilos, „die Fülle entsteht durch das Geben“, genauso. Oder anders ausgedrückt: in der Schwingung, in der ich beim Geben bin, schwingt es weiter.
Unaufhaltsam, aber spürbar.
Dann werden aus harten Lebenssteinen weiche Brote. Dann wird aus dem harten Knoten im Kopf eine weiche Hand, die sich öffnet. Dann fließt die Fülle unaufhaltsam durch meine Hände.
Meine Güte, wie schön, nach so vielen Jahren des Kopf-Widerstands endlich die Weichheit des Lebens zu spüren.
Und das tolle ist, ich muss meine Hand nun nicht mehr aus Pflicht öffnen, aus Nächstenliebe, sondern sie geht ganz von alleine auf und spürt dabei den weichen Fluss der Fülle, der darüberfließt.
Es ist einfach genial.
Vielen Dank, lieber Bruder Theophilos, dass auch du deine Hände für uns alle jeden Tag öffnest.
Herzlichst, Christine
Liebe Christine,
deine Worte treffen genau den Punkt, an dem diese Geschichte lebendig wird. Du beschreibst etwas, das viele von uns kennen, aber selten so klar aussprechen: Diese Erzählung wollte nie verstanden, erklärt oder bewiesen werden. Sie wollte immer gespürt werden. Als Kinder konnten wir das. Da war kein Rechnen, kein Widerstand, kein inneres „Das kann doch nicht sein“. Da war Staunen. Da war Selbstverständlichkeit. Und irgendwann kam der Kopf dazwischen.
Was du beschreibst – dieses jahrelange Hadern mit der Rechnung – ist kein persönliches Versagen, sondern der normale Weg eines Verstandes, der alles absichern will. Umso berührender ist es, dass sich jetzt etwas löst. Nicht durch neues Verstehen, sondern durch Weichwerden. Genau hier geschieht das Wunder: Die Geschichte kippt aus dem Denken ins Erleben.
Wenn du schreibst, dass die Fülle durch das Geben entsteht – oder dass sie in der Schwingung des Gebens weiter schwingt –, dann ist das eine tiefe Wahrheit. Nicht abstrakt, sondern körperlich. Spürbar. Dann werden harte Lebenssteine wirklich zu Brot. Dann löst sich der Knoten im Kopf nicht durch Argumente, sondern durch eine Hand, die sich öffnet. Und plötzlich fließt etwas durch diese Hände hindurch, ohne Anstrengung, ohne Pflicht, ohne moralischen Druck.
Dass du beschreibst, wie sich deine Hand nicht mehr aus Nächstenliebe öffnen muss, sondern sich von selbst öffnet, ist vielleicht der schönste Satz von allen. Denn genau da endet die Illusion von Pflicht und beginnt der Fluss des Lebens. Die Fülle kommt nicht, weil wir gut sein wollen, sondern weil wir uns nicht mehr verschließen.
Danke dir für diese ehrlichen, weichen, tiefen Worte. Sie zeigen, dass „fünf plus zwei“ kein Rechenbeispiel ist, sondern ein innerer Zustand. Und ja – wenn sich diese Weichheit einmal zeigt, dann weiß man: Das Leben war nie hart. Es war nur lange festgehalten.