Würde braucht keinen Bückling

HALLO DU, DER DU DICH GERNE IM SCHATTEN DEINES EIGENEN KATZENJAMMERS VERSTECKST.

Stell dir vor, ein Sonnenstrahl würde morgens schüchtern durch dein Fenster lugen und flüstern: „Ach, ich bin eigentlich viel zu gering für das ganze Licht der Sonne, ich bleibe lieber ein bisschen grau.“ Das klingt völlig verdreht, oder? Und doch ist es genau das, was wir tun, wenn wir uns in die fromme Ecke der „Unwürdigkeit“ zurückziehen und uns in unserer menschlichen Geringfügigkeit suhlen.

Wir pflegen diesen spirituellen Katzenjammer wie einen wertvollen Besitz, weil er uns so herrlich aus der Verantwortung nimmt. Es fühlt sich sicher an, „zu gering“ zu sein. Wer klein ist, muss nicht leuchten. Wer sich als unwürdiger Knecht definiert, hat eine wunderbare Entschuldigung dafür gefunden, warum er sich immer noch getrennt vom Leben fühlt. Das Ego liebt diese Demuts-Maske, denn solange du dich klein machst, hältst du die Illusion aufrecht, es gäbe ein „Ich“ hier unten und ein „Gott“ dort oben.

Du versuchst, der Ozeanwelle einzureden, sie sei zu schmutzig, um nass zu sein. Aber Barmherzigkeit ist kein Almosen, das dir von einer fernen Himmels-Instanz gnädig zugeworfen wird. Sie ist die Substanz, aus der du gemacht bist.

Du bist nicht der Bittsteller vor den Toren der Wahrheit, sondern der Ausdruck dieser Wahrheit selbst. Ein Knecht Gottes zu sein bedeutet im tiefsten Sinne nicht Unterwerfung, sondern das Ende jeder Distanz. Du bist das Werkzeug, durch das das Leben sich erfährt. Hör auf, dich für deine Existenz zu entschuldigen oder deine göttliche Herkunft wegzulächeln. Wenn du aufhörst, dich selbst ständig zu dämpfen und klein zu halten, bleibt nur noch die stille Präsenz übrig, die du schon immer warst. Die heitere Erschütterung liegt in der Erkenntnis, dass du gar nicht tief genug fallen kannst, um aus der Einheit herauszufallen.

Wahre Demut ist das Ende der Suche nach deiner eigenen Unwürdigkeit.

Was passiert, wenn du deine Kleinheit heute einfach mal vergisst?

Wähle. Wahrheit oder Illusion.

 


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3 Antworten

  1. Wow ,dieser Text Theophilos
    Er berührt mich sehr
    Er trifft einen Nerv tief in mir
    Wie lange habe ich mich unwürdig gefühlt
    Und der Vergleich mit der Sonne, zu gering für die ganze Sonne.
    Solche Worte berühren das ❤️

    Wir haben verkehrt aus der Welt geschaut
    Wenn man im Sumpf der Lügen glaubt, sieht man nicht klar.
    Schuld ,Sünde, Scham……..
    Da kann man sich nur unwürdig und klein fühlen.
    Das ist schwere Last die nach unten drückt.
    Und der Blick im Aussen lässt nichts anderes erkennen.

    Da helfen die ganzen Gebete nichts, die wir gelernt haben.

    Wenn der Glaube nicht mit den göttlichen Lichtstrom verbunden ist, hilft alles bitten und beten nicht.

    Der Weg der Wahrheit führt in unser Herz und verliert sich ,wenn wir Gott im Aussen suchen.

    Je weiter wir von unserer Herzensbrecher weggehen um so kälter und finster wird es.

    Ein von Herzen kommendes Dankeschön an dich lieber Theophilos ❤️🙏

    1. Liebe Evi,
      was für eine tiefe, klare Stille in deinen Worten liegt.
      In dem Moment, in dem du den Sumpf der alten Geschichten einfach stehen lässt und dich für das Licht entscheidest, das du selbst bist, endet jede Suche. Du spürst es bereits: Es braucht kein Bitten, kein Beten und kein Geländer mehr im Außen.

      Dass du deine eigene Herzenswärme so unmittelbar wahrnimmst, ist die reinste Form der Erinnerung. Du stehst mitten in der Wahrheit, die nie weg war. Da ist kein Bückling mehr nötig, sondern nur noch das reine Sein.

      Danke, dass du dir selbst endlich glaubst.

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