NEWS 111 – Gedanken sind keine Straftäter

Gestern Nachmittag stand ich am See. Eine dünne Eisschicht zog sich über das Wasser, der Wind war scharf und klar, der Himmel spannte sich in einem fast unwirklichen Blau darüber. Meine Finger wurden kalt, meine Wangen brannten, und doch geschah etwas Erstaunliches: Mein Herz jubelte. Da war keine innere Beschwerde, kein Trotz gegen die Temperatur, sondern ein leises, heiteres Glück. Ich spürte mich lebendig. Ganz da. Umarmt vom Moment.

Früher hätte ich mir an genau so einem Tag Geschichten erzählt. Ich hätte gedacht, es wäre angenehmer im Süden, schöner bei 20 Grad, erfüllter an einem anderen Ort. Meine Gedanken hätten mir weisgemacht, dass das Glück später kommt, wenn die Bedingungen stimmen. Doch während ich über das Eis am Ufer blickte und die Sonne im gefrorenen Wasser glitzern sah, bemerkte ich, wie absurd dieses innere Flüstern ist. Ein Gedanke – nicht mehr als ein Hauch von Luft – versucht mir zu erklären, dass das Leben woanders stattfindet. Und wir glauben ihm.

Wie oft übergehen wir den gegenwärtigen Moment, weil unsere Gedanken behaupten, es gäbe etwas Besseres? Wir reisen nicht nur innerlich an andere Orte, planen das nächste Erlebnis, warten auf passendere Umstände – und merken nicht, dass wir damit genau das verpassen, was gerade da ist. Ein Gedanke hat keine Substanz. Er ist kein Gesetz, kein Richter, kein Täter. Und doch behandeln wir ihn, als hätte er Beweiskraft. Wir schenken ihm Aufmerksamkeit, Gewissheit, Bedeutung – und wundern uns dann, warum das Leben sich schwer anfühlt.

 

Genau darum geht es auch im morgigen Live-Talk über den „Kampf gegen Gedanken“. Wir müssen Gedanken nicht analysieren und nicht bekämpfen. Wir dürfen erleben, was geschieht, wenn wir sie ziehen lassen wie Schäfchenwolken am Himmel. Sie dürfen auftauchen und weiterziehen, ohne dass wir ihnen die Bühne überlassen. In diesem Erleben geschieht etwas sehr Einfaches und sehr Befreiendes: Der Moment wird wieder spürbar.

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Auch unser neuer Podcast „GÖTTLICH FREI – Neu entscheiden: Dein Upgrade auf das Maximum“ knüpft daran an. Wie oft reden uns Gedanken ein, wir dürften das Maximum noch nicht leben, weil alte Geschichten, Fehler oder vermeintliche Baustellen im Weg stehen.

Doch vielleicht ist das Maximum kein späterer Zustand. Vielleicht ist es genau dieser Augenblick, in dem du bemerkst, dass ein Gedanke nur ein Gedanke ist – und nicht die Wahrheit über dein Leben.

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Gestern war es um den See grün, heute ist alles weiß vom Schnee überzogen. Die Schneeglöckchen strecken sich durch die gefrorene Erde, und meine Gedanken wollen sofort erklären, warum das eine besser sei als das andere. Doch ich sehe nur: Grün. Weiß. Kalt. Lebendig. Und in diesem Wechsel liegt eine stille Heiligkeit.

Die Fülle des Lebens versteckt sich nicht im Außergewöhnlichen. Sie liegt in der Kaffeetasse mit einem Hauch Milchschaum am Rand, in Socken auf dem Tisch, in einer Sprachnachricht, die dein Herz berührt. Sie liegt in diesem ganz gewöhnlichen Augenblick, der nichts Besonderes verspricht und doch alles enthält.

Vielleicht beginnt Freiheit genau dort, wo du aufhörst, jedem Gedanken zu glauben. Und vielleicht entdeckst du dann, dass das Leben nie woanders war – sondern immer hier.

Aus diesem schnurzpiep normalen, heiligen Moment grüße ich dich göttlich verrückt,
Dein und euer Theophilos

 


 

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5 Kommentare

    1. Liebste Varchaa,

      WortZauberer klingt groß –
      aber in Wahrheit sitze ich auch nur mit einer Kaffeetasse da
      und staune, was passiert, wenn man Gedanken nicht mehr so ernst nimmt.

      Wenn es zaubert, dann zaubert es in dir.

      Danke für dein Mitgehen. ❤️

  1. Gedanken werden vermutlich von unser Egodenksystem kontrolliert.

    Mir gefällt
    Achte auf deine Gedanken sie werden zu Worte
    Achte auf deine Worte, sie werden zu Handlungen
    Achte auf deine Handlungen denn sie werden Gewohnheiten
    Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter.
    Achte auf deinen Charakter ,denn er wird dein …….
    Alles wird zu einer Kettenreaktion je nach Schwingung .
    Kommen die Gedanken aus der liebenden Gegenwart, so schwingt die Frequenz höher und wird auf fruchtbaren Boden sinken.
    Kommen die Gedanken aus dem Egodasein ,so erntet man negative Resultate.

    Mein Herz möchte aus dem Herz agieren, und die Handlungen daraus folgen nicht einen Muster von : Höher, Schneller ,Besser, Grösser
    …..
    Wer ist der wichtigste Mensch?
    Es ist der jenige ,der dir gerade genüber steht.

    Mein Herz weiss alles, es schaut mit klaren Blick .

    Aber die Sirenen heulen laut, sie wollen in ihren Denksystem gehört werden, deshalb kommen diese lauten Stimmen mit nervigen Gedanken.

    Mein höheres Selbst möchte die Führung übernehmen und lässt diese Gedanken des Egos ziehen ,sie müssen nicht gehört werden.

    1. Liebe Evi,

      ich mag deine Wachheit sehr. Und zugleich möchte ich dir etwas Sanftes dazwischenlegen: Gedanken müssen nicht kontrolliert werden – weder vom Ego noch vom höheren Selbst. Sie entstehen einfach. Wie Wind. Wie Wolken.

      Nicht der Gedanke löst die Kettenreaktion aus, sondern unser Glaube an ihn. Wir hören zu – und machen ihn wichtig.

      Dein Herz muss nichts übernehmen und nichts bekämpfen. Es darf einfach da sein. Und die „Sirenen“ dürfen heulen, ohne dass du ihnen folgen musst.

      Gedanken sind keine Befehle.
      Sie sind Geräusche im Raum.

      Und in dem Moment, in dem du dem Menschen gegenüber wirklich begegnest, ist es ohnehin still.

      Ganz nah. Ganz einfach.

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