News 113 – Der Kampf gegen die Zukunft

es gibt diese Momente, in denen du spürst: So wie bisher geht es nicht weiter.
Noch ist nichts Neues da. Kein Plan. Kein Bild. Kein sicherer Boden.
Nur dieses leise, weite Nichts.

Du stehst an einer Schwelle. Hinter dir das Vertraute. Vor dir unbekanntes Land.
Und dein System reagiert sofort. Das Herz klopft schneller. Der Brustkorb wird eng. Die Knie werden weich. Gedanken rasen.
Etwas in dir möchte zurück. Schnell. In das Altgewohnte. In das, was wenigstens berechenbar ist – selbst wenn es dich längst nicht mehr nährt.

Und genau hier beginnt der eigentliche Moment. Nicht draußen. Innen.

Die Frage ist nicht: Was kommt jetzt?
Die Frage ist: Bleibst du stehen, obwohl du nichts weißt?

Ich kenne diesen Punkt gut.
Vor gut zwei Jahren stand ich genau dort, als klar wurde: Das Kloster endet. Nach über vierzig Jahren. Vollversorgung. Struktur. Zugehörigkeit. Und plötzlich – nichts. Kein Konzept für ein Leben außerhalb. Keine Sicherheit. Nur dieser Raum, in dem ich nichts verstand.

Und doch war genau dort eine leise Führung spürbar.

Nicht als Antwort.
Sondern als Einladung.

Der Widerstand gegen das Nichtwissen wollte sich auflösen.
Nicht durch Kampf.
Sondern durch Kapitulation.

Dieses „Ich weiß nicht“ ist kein Scheitern.
Es ist ein Öffnen.

 

Darum geht es auch in unserem nächsten Live-Talk: Wir wollen nicht diskutieren.

Wir wollen spüren, wie es sich anfühlt, wenn wir dem Leben das Steuer überlassen. Wenn wir merken, wie sehr wir uns innerlich gegen Überraschung wehren – und was geschieht, wenn wir diese Abwehr weich werden lassen.

Live-Talk – Dienstag 18 Uhr
ZOOM-LINK


 

Auch die aktuelle Podcast-Folge greift dieses Thema auf. Der innere Rauchmelder, der Alarm, der anspringt, wenn wir glauben, die Kontrolle zu verlieren.

Vielleicht ist dieser Alarm kein Feind. Vielleicht ist er nur das Zeichen, dass gerade etwas Altes ausbrennt.

Wird in den nächsten Tagen freigeschaltet.

Podcast-Link


 

Und dann ist da noch ein Gedanke, der in mir leise wächst.
Ganz vorsichtig. Noch ohne Form.

Was, wenn das Künstlerhaus mit seiner Waldhüterin nicht einfach nur mein Wohnort ist?
Was, wenn es ein Raum wird für Menschen, die selbst an einer Schwelle stehen?

Noch ist das kein Plan.
Keine Entscheidung.
Kein sichtbares Projekt.
Es ist eher ein inneres Tasten.
Ein Lauschen.
Wie ein Kind, das sich ankündigt, bevor man es sehen kann.

Vielleicht sind wir – du und ich – gerade genau dort.
In einem Anfang, der sich noch nicht zeigt.
In einem Geburtsraum, in dem nichts fertig ist.

Und vielleicht reicht für jetzt eine einzige Frage:
Sind wir bereit für einen weiteren Schritt – auch wenn wir nicht wissen, wohin er führt?

 

Mit Grüßen an all die Überraschungen,
die das Leben uns servieren möchte,

Dein und euer
Theophilos

 

 


 

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2 Kommentare

  1. Hineinfallen lassen in diese wunderbare Freiheit ohne Geländer,
    getragen von der Liebe, von der Glückseligkeit, von diesen strahlenden Licht.

    Sich Geben ,sich Verschenken und Umarmen.
    Alles darf fließen was unterdrückt wurde in mir in meinen Körper ,
    in meinen Geist,
    In meinen so sein.
    Liebe hat kein Anfang und kein Ende .
    Ich bin im Herzen der Unendlichkeit

    1. Liebe Evi,

      deine Worte lesen sich wie jemand, der nicht mehr am Rand steht –
      sondern schon einen Schritt weiter ist.

      „Ohne Geländer“ – ja.
      Und gleichzeitig getragen. Das ist das Geheimnis.
      Nicht gesichert, aber gehalten.

      Du beschreibst keine Theorie.
      Du beschreibst ein Fallen, das kein Absturz ist,
      sondern ein Heimkommen.

      Dass alles fließen darf, was lange unterdrückt war –
      das ist kein Drama, das ist Würde.
      Der Körper darf zittern, der Geist darf weich werden,
      und das Herz erkennt: Es gibt nichts zu verlieren.

      Liebe hat keinen Anfang und kein Ende –
      und genau deshalb muss sie auch nicht festgehalten werden.
      Sie trägt sich selbst.
      Und uns gleich mit.

      „Ich bin im Herzen der Unendlichkeit.“
      Das ist kein Satz, das ist ein Zustand.

      Danke, dass du ihn teilst.
      Und danke, dass du ihn lebst.

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