NEWS 115 – Der Kampf gegen Wertlosigkeit

Es passiert oft in einem völlig unscheinbaren Moment.
Du sitzt morgens am Frühstückstisch. Die erste Tasse Kaffee dampft noch leicht.
Draußen zieht vielleicht gerade ein grauer Himmel über die Dächer.
Du nimmst dein Handy in die Hand. Du wartest auf eine Nachricht.
Und sie kommt nicht.

Plötzlich beginnt in dir eine merkwürdige Geisterstunde.
„Habe ich etwas falsch geschrieben?“
„War mein letzter Satz zu schräg?“
„Habe ich vielleicht jemanden verletzt?“
„War das unangemessen?“

Innerhalb weniger Sekunden beginnt ein inneres Maschinengewehr zu rattern.
Gedanken feuern in alle Richtungen. Und mit jedem Gedanken zieht sich etwas in dir zusammen.
Die Energie sinkt.
Die Stimmung kippt.

Und ehe du dich versiehst, steht dieser leise Gedanke im Raum:
Vielleicht bin ich einfach nicht richtig.

Ich habe das selbst erst letzte Woche erlebt.
Ich hatte jemandem eine Nachricht geschickt, in der wir ein paar mögliche Gesprächstermine abgleichen wollten.
Ich hatte mir sogar einen kleinen humorvollen Satz erlaubt. Doch es kam keine Antwort.
Und plötzlich lief genau dieses Gedankenkarussell los.
War das vielleicht zu viel?
Zu locker?
Zu schräg?

Das Faszinierende daran ist: Dieses ganze Spektakel hat überhaupt nichts mit der Realität zu tun.
Es hängt nicht mit der Nachricht zusammen. Es hängt nicht mit der ausbleibenden Antwort zusammen.
Es ist eine reine Gedankenblähung im Kopf.

Ein uraltes inneres System springt an. Ein System, das uns klein macht. Das uns infrage stellt.
Das uns plötzlich an unserer eigenen Kompetenz zweifeln lässt.
Als würde jemand an unserem inneren Lattenzaun sägen.

Und genau dort entsteht dieses Gefühl von Wertlosigkeit.

 

Morgen sprechen wir darüber im Live-Talk.
Gemeinsam mit Simon Bartholomé.

Doch wir wollen dabei nicht lange analysieren,
was im Kopf passiert.
Das kennt jeder von uns.

Uns interessiert eine viel tiefere Frage:
Was ist dieser Wert eigentlich, der wir sind?

Und warum vergessen wir ihn immer wieder?
Nicht theoretisch.
Sondern spürbar.

ZOOM-LINK


 

Auch in unserer aktuellen Podcastfolge greifen wir genau diesen Punkt auf.

Im Podcast Göttlich frei sprechen Anja und ich darüber, warum wir das Leben so oft aus dem Jetzt hinauswerfen.

Wir kämpfen gegen Gefühle.
Wir kämpfen gegen Situationen.
Wir kämpfen gegen das, was gerade ist.

Und während wir kämpfen,
verlassen wir das Leben.
Wir versuchen ständig, eine perfekte Version des Moments zu erzeugen.

Doch das Leben ist kein steriles Wohnzimmer.
Es ist lebendig.
Es ist unordentlich.
Es ist manchmal voller Gummistiefel und Matsch.

Und genau dort geschieht es.

Podcast-Link


 

In dieser Woche sind Anja und ich außerdem auf der Leipziger Buchmesse.

Dort stellen wir unseren Beitrag aus einem gemeinsamen Buch-Projekt mit ca. 20 Autoren vor:
„Impulse für ein neues Wir“

Unsere zentrale Erkenntnis daraus ist überraschend einfach:
Viele Menschen glauben, ein gutes Miteinander entstehe nur dann, wenn der andere die richtigen Bedingungen erfüllt.
Doch das ist ein Irrtum.

Die einzige Voraussetzung für ein gemeinsames Wir bin ich.

Wenn ich radikal bei mir bin.
Wenn ich in meiner Präsenz ankomme.
Denn dort geschieht etwas Faszinierendes:
Meine Präsenz beginnt, andere Menschen zu berühren.

Nicht durch Worte.
Nicht durch Überzeugung.
Sondern durch Resonanz.

Und plötzlich fangen Menschen an zu strahlen –
oft viel mehr, als sie es selbst für möglich gehalten hätten.

Das ist die eigentliche Magie eines gemeinsamen Wir.

Infos zum Buch


 

Wertlosigkeit entsteht nur an einem Ort.
Dort, wo ich nicht bei mir bin.

Wo ich mit meinen Gedanken irgendwo unterwegs bin:
bei anderen Menschen,
bei Situationen,
bei Problemen,
bei Konstruktionen im Kopf.

Dort gehen die Lichter aus.

Doch der Ausweg ist erstaunlich einfach.
Du musst nichts bekämpfen.
Du musst nichts reparieren.
Du musst nichts verbessern.
Du musst nur einen einzigen Schalter wieder einschalten.

Den Schalter deiner eigenen Wahrnehmung.
Denn dein Wert ist kein Ergebnis.
Er ist ein Licht.

Und sobald dieses Licht angeht,
verschwindet die Dunkelheit der Gedanken ganz von allein.
Die Anklagen verstummen.
Die Urteile verblassen.

Nicht weil du sie besiegt hast.
Sondern weil Licht immer stärker ist als Dunkelheit.

Und manchmal geschieht dann etwas Wunderschönes.
Du stehst plötzlich vor dir selbst –
mit einem tiefen Staunen.
Und einer leisen Verwunderung darüber,
wer du eigentlich wirklich bist.

 

Mit diesem Staunen und dieser Verwunderung
grüße ich euch von Herzen.
Theophilos

 


 

PS: Wenn du die tägliche Mutmach-Revolution hören willst:

Ich spreche sie jeden Morgen als Audio ein.
👉 Auf meinem Telegram – Kanal findest du sie täglich.
👉 Neu auch auf YouTube, für alle, die lieber dort hören.

Webseite: Bruder Theophilos
Dein stilles Gespräch

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4 Kommentare

  1. Lieber Theophilos,
    danke für dein schönes Beispiel, dass kenne ich nur zu gut. Unterlegt vielleicht noch mit den Gedanken, bin ich zuviel oder unangemessen ?
    Die Quintessenz deiner Zeilen waren heute für mich.
    Ich muss nichts verstehen wollen.
    Herzliche Grüße
    Katrin

    1. Liebe Katrin,

      ja, genau dieser Gedanke taucht bei vielen von uns auf:
      „Bin ich zu viel?“ oder „War das unangemessen?“

      Und plötzlich beginnen wir, uns selbst innerlich zu vermessen und zurechtzustutzen.

      Dabei geschieht in Wirklichkeit etwas ganz anderes:
      Ein alter Gedanke meldet sich, der uns glauben machen will, wir müssten uns erst richtig machen, bevor wir einfach da sein dürfen.

      Umso schöner, dass du die Essenz so klar benannt hast:
      Wir müssen nicht alles verstehen.
      Manchmal genügt es völlig, einfach da zu sein – so wie wir gerade sind.

      Herzliche Grüße
      Theophilos

  2. Lieber Theophilos

    Manchmal habe ich das Gefühl ich werde so richtig durchgeschleudert, wie in einen intensiven Waschprogram einer Waschmaschine.

    Ich hoffe diese Waschmaschine gibt nicht den Geist auf mit soviel Dreck in meinen bisherigen Ego-System.

    Alles kann gehen nur die Wahrheit meines so „sein“ die bleibt.
    Ich bin nicht das was die Welt mir sagen möchte wer ich bin und auch nicht das was sie mir aufdrückt.

    Vielmehr bin ich ein Kind Gottes ,ich habe es nur vergessen.
    Der Spiegel des Lebens zeigt mir meine Schattenseiten .
    Ich versuche sie zu erkennen ,anzuschauen und zu entlassen.
    Es geht nur über das Gefühl , wenn meine innere Wahrheit sie erkennt und damit in den Frieden geht .
    Es ist für mich manchmal kompliziert etwas zum Ausdruck zu bringen.
    Sorry ,sorry! Das bin ich
    Ach ja ein ❤️ Danke für dich und dich,dich….

    1. Liebe Evi,

      dein Bild mit der Waschmaschine hat mich schmunzeln lassen – und gleichzeitig berührt. Manchmal fühlt sich das Leben tatsächlich so an, als würde es uns einmal komplett durchschleudern.

      Doch weißt du, was dabei passiert?

      Nicht du wirst gewaschen.
      Nur das, was du nicht bist, wird herausgespült.

      Dein „So-sein“, von dem du sprichst, bleibt davon unberührt.
      Es ist wie der ruhige Kern in der Mitte der Trommel, der sich nicht mitdreht.

      Und genau darin liegt die Wahrheit:
      Du musst nicht perfekt erklären, was du erlebst.
      Dein Herz spricht bereits sehr klar.

      Danke für deine Offenheit und für dein Mitgehen auf diesem Weg.

      Herzlich
      Theophilos ❤️

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