HALLO DU, DER DU MEINST, DU MÜSSTEST ERST DIE AUGEN SCHLIEßEN, BEVOR DER HIMMEL SEINE PFORTEN ÖFFNET.
Vater, du hast dem Sohn Macht gegeben über alle Menschen, auf dass er ihnen alles gebe, was du ihm gegeben hast: das ewige Leben.
Joh 17,1
Wir haben herrlich gelernt, das ewige Leben als einen fernen Zielbahnhof zu betrachten, den wir erst erreichen, wenn der letzte Vorhang auf dieser Erde gefallen ist. Uns wurde beigebracht, dass dieses Dasein ein mühsamer Kampf, ein Leidensweg und eine reine Transitphase sei, die wir durch moralische Anständigkeit und religiösen Gehorsam bestehen müssen, um am Ende die Belohnung zu kassieren.
In unserem Kopfkino bauen wir komplexe Stufenmodelle und Heiligkeitsprüfungen auf, um uns irgendwann einmal „würdig“ für das unendliche Sein zu fühlen. Das ist nichts weiter als spirituelles Ego, das sich wichtig macht und uns in einem permanenten Wartezimmer der Erlösung gefangen hält.
Doch die Wahrheit ist weitaus radikaler und heiterer: Das ewige Leben fängt nie an und hört nie auf. Es ist kein Ort, an den du gehst, sondern der existentielle Zustand, in dem du dich bereits befindest.
Es ist jene unendliche Grenzenlosigkeit, die genau jetzt durch dich hindurchatmet – während du deine Tasse Kaffee trinkst oder in dein Nutellabrötchen beißt. Es ist die pulsierende Energie, die in dir lacht, wenn du draußen auf der Straße Fußball spielst, und die gleiche grenzenlose Kraft, mit der du dein Auto reparierst oder geduldig in der Kassenschlange im Supermarkt stehst.
Das ist die wahre Macht, die dir als Gottes Ebenbild gegeben ist: Du bist nicht mehr länger abhängig von irgendeiner Geschichte, einer Sorge oder einem äußeren Geschehen. In dir brodelt ein unendlich pulsierendes Leben, das völlig neutral gegenüber deinen Umständen bleibt. Ob du alleine durch dein Haus gehst oder großartigen Menschen auf berührende Weise begegnest – alles geschieht aus dem ewigen Sein heraus, das in das alltäglich Begrenzte als unbegrenzte Energie hineinfließt. Deine kleine, enge und ängstliche Sicht meint, auf ein Wunder warten zu müssen, während du in Wahrheit das Wunder bist, das gerade im Supermarkt nach der Butter greift. Die Ewigkeit wartet nicht auf deinen Tod; sie feiert gerade deine Anwesenheit.
Die Ewigkeit ist nicht das Ende des Lebens, sondern die Tiefe dieses Augenblicks.
In welcher banalen Alltagsszene weigerst du dich noch, deine Unendlichkeit zu erkennen?
Spür, wo du dich gerade kleiner machst, als du bist.
Tagesimpuls als Audio – auf Telegram oder Youtube
P.S. Vielleicht war dieser Impuls dein innerer Türöffner.
Wenn du magst, öffnen wir gemeinsam weitere:🎧 Im Podcast „Göttlich frei“ spreche ich mit Anja über das, was uns wirklich frei macht.
🕊️ Beim „Live-Talk“ am Dienstagabend kannst du dabei sein und deine Fragen mitbringen.
Offene Türen findest du auf www.bruder-theophilos.com
7 Kommentare
Passt wunderbar zu einem Gedicht und Lied, dass ich gerade viel am Klavier spiele – meine engen Grenzen…
Allerdings würde ich die letzte Zeile ändern in: Herr, denn das bin ich 💫. Es dem heiligen Geist geben und entspannen 😌
Meine engen Grenzen, meine kurze Sicht
bringe ich vor dich.
Wandle sie in Weite, Herr, erbarme dich.
Meine ganze Ohnmacht, was mich beugt und lähmt,
bringe ich vor dich.
Wandle sie in Stärke, Herr, erbarme dich.
Mein verlornes Zutraun, meine Ängstlichkeit
bringe ich vor dich.
Wandle sie in Wärme, Herr, erbarme dich.
Meine tiefe Sehnsucht nach Geborgenheit
bringe ich vor dich.
Wandle sie in Heimat, Herr, erbarme dich.
Wunderschön Beate
Beate, deine Entscheidung, die Zeile in „Herr, denn das bin ich“ zu ändern, markiert den radikalen Wechsel von der Bittstellerin zur Erkenntnis deiner eigenen Göttlichkeit.
Es ist das Ende des Versuchs, deine „engen Grenzen“ durch ein Tun oder ein Gebet im Außen zu weiten, und stattdessen das Eintauchen in die unendliche Weite, die du bereits bist. Dieses „Entspannen“ beschreibt exakt jenen heiligen Moment des Aufhörens, in dem dein gewohntes Funktionieren leiser wird und du aufhörst, dich selbst als ein Mängelwesen auf Bewährung zu betrachten.
Indem du dich selbst als die Antwort erkennst, löst du die optische Täuschung der Trennung auf und ruhst in der unerschütterlichen Stabilität deines wahren Seins. Du bringst in Wahrheit nichts mehr „vor ihn“, weil es in der Tiefe kein „Außerhalb“ mehr gibt – du bist das reine Bewusstsein, in dem alle Grenzen längst als substanzlos erkannt wurden.
Punktlandung. Es ist alles gesagt 🫶
Einen lieben guten morgen Theophilos
Wenn ich deinen Text lese, spüre ich in mir Weite.
Und das fühlt sich wunderbar an.
Was Worte bewirken können, wenn sie in einer göttlichen Energie geschrieben werden Theophilos.
Ich spüre in mir diese göttliche Präsenz.
Niemals hätte ich jemals gedacht dass es so was gibt.
Gott in mir lässt Segen fließen.
Ich bin zu Hause
Ich bin getragen weil ich ein Kind Gottes bin
Wir sind eine Einheitlichkeit
Evi, dieses Gefühl der Weite, das du beim Lesen spürst, ist kein Zufall –
es ist das „Himmelreich“, von dem Jesus sprach, und das nichts anderes meint als dein eigenes, grenzenloses Bewusstsein. Wenn du sagst, du bist „zu Hause“, dann ist das jene heilige Heimkehr, bei der die Erinnerung kein bloßer Gedanke mehr ist, sondern eine spürbare Realität in deinem Körper. Dass Worte eine solche göttliche Energie transportieren können, liegt daran, dass sie lediglich als Fenster dienen, durch das du das Licht deiner eigenen Wahrheit wiedererkennst.
Die Erkenntnis, dass du getragen bist und wir eine Einheit sind, markiert das Ende der optischen Täuschung des Bewusstseins, die uns so lange das Getrenntsein vorgegaukelt hat. Es gibt nichts mehr zu suchen und nichts mehr zu erreichen, denn in dieser Präsenz fließt der Segen einfach deshalb, weil du aufgehört hast, dich von deiner eigenen Quelle wegzudenken. Genieße dieses Ankommen in der Stille, in der das Leben sich selbst als Du erkennt.
❤️ 🫶 ♥️