HALLO DU, DER DU GLAUBST, DASS DEINE HOCHGEZÜCHTETE SPIRITUALITÄT DICH ECHT MACHT.
Wer bist du denn, dass du mit Gott rechten willst? Spricht ein Werk zu seinem Meister: Warum hast du mich gemacht?
Röm 9,20
Gegen was in deinem Leben wehrst du dich gerade? Welche Bedingungen stellst du an das Leben, wie es gefälligst zu sein hat? Du hast dir ein hoch edles, kultiviertes Konzept darüber gebaut, wie ein „erleuchteter“, „heiliger“ Mensch zu funktionieren hat. Du unterdrückst deine Wut, kontrollierst deine Trauer und drückst den Schmerz weg, weil diese explosiven, unschönen Regungen nicht in dein spirituelles Weltbild passen. Doch spürst du den Geist des Widerspruchs in dir?
Du hast dem Leben ein Kondom übergezogen. Aus Angst vor der rauen, ungezähmten Echtheit deines Daseins hast du dich von der puren Ekstase des Seins abgeschnitten.
Ich bin vor kurzem zutiefst erschrocken, als ich mich in der Arroganz-Schleife meines eigenen frommen Egos ertappte. Ich dachte, ich sei so spirituell unterwegs, dass ich mir niemals erlauben dürfte, einen Cannabis-Joint zu rauchen – schließlich war ich über diese „Niederungen der Welt“ doch längst erhaben. Bis ich im Vollbesitz meiner Kräfte genau das tat, um festzustellen, wie viel lebendige Erfahrung ich mit meiner hochgebildeten Maske weggedrückt hatte. Wir schämen uns für unsere Menschlichkeit und blockieren genau dadurch die Heilung. Wir wollen Gott und dem Leben vorschreiben, wie es sich uns zeigen darf.
Hör auf, dich hinter deinen heiligen Konzepten zu verstecken. Das Leben ist ein allumfassender Raum, der fließen will – mit all seinen Höhen, Tiefen, Gegensätzen und scheinbaren Abgründen.
Erst wenn dein hochgezüchtetes Denksystem zerbricht und du bereit bist, ein ganz normaler, ungeschützter Mensch zu sein, triffst du inmitten deiner Angst auf die absolute Liebe. Lass den ganzen sauberen Rummel sterben.
Deine spirituelle Kontrolle ist der größte Widerstand gegen die göttliche Wirklichkeit.
Welchen ungezähmten, menschlichen Anteil in dir drückst du heute weg, um dein heiliges Selbstbild zu retten?
Spür, wo du gerade das wegdrückst, was in dir lebt.
Tagesimpuls als Audio – auf Telegram oder Youtube
P.S. Vielleicht war dieser Impuls dein innerer Türöffner.
Wenn du magst, öffnen wir gemeinsam weitere:🎧 Im Podcast „Göttlich frei“ spreche ich mit Anja über das, was uns wirklich frei macht.
🕊️ Beim „Live-Talk“ am Dienstagabend kannst du dabei sein und deine Fragen mitbringen.
Offene Türen findest du auf www.bruder-theophilos.com
12 Kommentare
Wow… Das hört sich nach „Aufwachen“ an… Viel Spaß dabei… 😘🙏❤️
Liebe Ingrid,
da ist der lange, tiefe Schlaf unserer heiligen Gewohnheiten – und da ist dieses plötzliche, unbarmherzige Aufwachen mitten im Dreck des Alltags.
Es ist in der Tat ein wildes Aufwachen, wenn die mühsam polierten Masken Risse bekommen. Und ja, es darf trotz aller Schärfe und Erschütterung auch Freude machen – die tiefe Freude eines Kindes, das endlich aufhört, brav zu sein, und stattdessen anfängt, echt zu leben.
Willkommen im Club von Dürfen und Nicht-Müssen! Leben ist halt doch jenseits aller Konzepte – vor allem der selbstgemachten und fremdgesteuerten. Das ist schon mal einen „Sprung“ wert 😅👍😎.
Aber Achtung, mancher Sprung könnte im seichten Wasser zu einer harten Landung werden. (Auch das ist Leben 😁)
Liebe Beate,
da ist die Angst vor der harten Landung – und da ist die schwerelose Freiheit des Sprungs, der gar kein Ziel mehr braucht.
Du triffst es genau: Das Leben schert sich nicht um unsere Sicherheitsnetze. Ja, mancher Sprung fühlt sich verdammt hart an, wenn die Illusionen am Boden der Tatsachen zerschellen. Aber vielleicht ist genau dieses Zerschellen im seichten Wasser der Moment, in dem wir endlich aufhören zu schwimmen und anfangen, auf den eigenen Beinen zu stehen.
Wer nicht mehr versucht, „heilig“ durch die Lüfte zu schweben, dem macht auch der Dreck und die Härte des Bodens keine Angst mehr.
Lass uns springen – ungebremst und ohne Konzept. 😄😍
Bin dabei, Theophilos.
Und dann ist es so, dass du springst und glaubst zu fallen. Und – huch! Ich stehe ja schon wieder! 😎😁🤗
Genial! Dein Text erklärt in wenigen Worten hinreichend, was Spiritualität ist, nicht ist und wo wir Menschen uns darin wiederfinden. Ich muss echt lachen, wie einfach man das ausdrücken kann!
Tschakka!
Liebe Barbara,
da ist der Ernst, mit dem wir unsere heiligen Kulissen aufbauen – und da ist dieses eine, befreiende Lachen, das alles mit einem Schlag einstürzen lässt.
Ja, es darf so herrlich einfach sein! Wenn wir den Mut haben, den Dreck und das Wilde in uns nicht mehr wegzudrücken, bricht die Wahrheit ganz von alleine durch. Da braucht es keine komplizierten Systeme, sondern nur das nackte, ungezähmte Leben.
Lassen wir das Kondom weg und tanzen wir mitten im Alltäglichen.
Hau mich wech 🤣
Danke von Herzen, das passt gerade, weil ich das in der Selbstbeobachtung momentan auch so wahrnehme. Das Gute ist frei von Urteil dabei sein. ich mag deine Menschlichkeit und Heiligkeit. Danke für deine Offenheit,
deine Gabe, wie du dich ausdrückst. Herzensgrüße von mir, Fiona🙏👋💖🤗
Liebe Fiona,
da ist der harte, unbarmherzige Richter im Kopf – und da ist die reine, urteilfreie Erleichterung, einfach nur hinzusehen und zu bemerken, was ist.
Genau das ist die Erlösung in diesem ganzen Prozess: Wenn wir den Dreck und die Enge unseres Egos beobachten können, ohne uns direkt dafür zu verurteilen oder zu peitschen. Das ist die wahre Freiheit. Da bricht der spirituelle Hochmut zusammen und macht Platz für das, was wir wirklich sind: zutiefst menschlich und genau darin unendlich geborgen.
Ich danke dir von Herzen für dein Mitgehen, dein genaues Hinsehen und dein ungeschöntes Teilen. In dieser geteilten Echtheit liegt die ganze Kraft.
„Hochgezüchtete Spiritualität “ das muss dir erst mal einfallen, aber genau das ist es und nichts anderes.
Das Ego hat sich seine eigene begrenzte Spiritualität erschaffen, was nichts mit den Geist Gottes zu tun hat.
Wenn wir die Fesseln der Illusion los lassen kann wahre Spiritualität aus Liebesenergie durch das wahre Leben fließen.
Liebe Evi,
da ist das hochgezüchtete, clevere System des Egos, das sich sogar aus der Spiritualität noch einen glänzenden Schutzanzug baut – und da ist der freie, ungefilterte Geist Gottes, der erst fließt, wenn alle Kulissen einstürzen.
Wie recht du hast. Das Ego ist verdammt intelligent; es kapert liebend gerne die heiligsten Begriffe, um sich seine eigene, kontrollierbare Wohlfühl-Spiritualität zu erschaffen. Es will Gott vorschreiben, wie die Erleuchtung auszusehen hat – rein, sauber und bloß nicht zu menschlich. Doch das ist die reinste Isolation.
Wahre Spiritualität braucht kein Konzept und kein braves Korsett. Sie geschieht genau in dem Moment, in dem wir die Fesseln dieser Illusion loslassen und dem Leben erlauben, genau jetzt so durch uns zu fließen, wie es ist. Ungezähmt, voller Liebesenergie und absolut echt.
Danke für deine scharfschützige Klarheit, mit der du diesen Mechanismus entlarvst!