DER WAHN DER SPALTUNG

HALLO DU, DER DU GLAUBST, DASS DEIN VERSTAND DER RICHTER DIESER WELT SEIN KÖNNTE.

Wer entscheidet, was gut oder böse, richtig oder falsch ist? Wie kommen wir dazu, das Leben ununterbrochen zu beurteilen? Wir pressen unsere erlebte Vergangenheit und unser kleines Wertesystem wie eine Schablone auf die Realität.

Da berichtet eine Journalistin, wie ihr muslimischer Ehemann mitten im Flugzeug zur Gebetszeit im Mittelgang ganz selbstverständlich seinen Gebetsteppich ausrollt. Wer entscheidet, ob das richtig oder falsch ist? Wir wählen regelmäßig Parteien, vergleichen Klöster und bewerten, ob das Leben im Benediktushof besser oder schlechter ist als die langen Jahre in der Klostergemeinschaft zuvor. Was für eine hybride, vermessene Illusion! Sobald du vergleichst, sobald du ein Urteil abgibst, erschaffst du den Konflikt. Nicht das Leben hat ein Problem – du hast ein Problem, weil du die Schablone deines Wissens auf andere presst.

Das Leben selbst kennt keinen Unterschied. Die Sonne geht über Bösen und Guten auf, der Regen fällt auf Gerechte und Ungerechte. Ohne deine Kategorisierung ist alles, was geschieht, völlig neutral. Da ist einfach nur das eine Leben, der eine Gott. Die Schwere und das Drama entstehen erst in dem Moment, in dem du sagst: „Das im Flugzeug geht gar nicht, und meine Vergangenheit im alten Kloster war ein Fehler.“ Du glaubst, die spirituelle Erkenntnis sei gut, aber die Wege des Verlustes und des inneren Zerbruchs seien schlecht? Was für ein hirnverbrannter Wahnsinn eines engstirnigen Geistes!

Erst wenn du aufhörst, nur nach der Sonnenseite zu gieren und den ungemütlichen Mittelgang des Lebens verdammst, wirst du ganz.

Das Leben spaltet nicht – nur dein urteilender Verstand erschafft die Hölle der Trennung im Alltäglichen.

Wo presst du heute noch die Schablone deiner Vergangenheit auf einen Menschen oder ein Ereignis, anstatt das zu erlauben, was einfach ist?

Spür, wo du gerade das wegdrückst, was in dir lebt.

 


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4 Kommentare

  1. Danke, lieber Theophilos,
    „alles darf sein“.
    Ein neuer Tag, genau dies zu spüren, zu durchfühlen.
    Danke für diesen Morgenimpuls und danke für dein eigenes Durchfühlen.
    Meine Sehnsucht, genau diese Einheit zu spüren von wirklich allem, hält mich am Ball, es unablässig fühlen zu wollen. Schluss mit Theorie, jetzt ist die Praxis da. Ja, wir heilen alle gemeinsam.
    In heilender und heiliger Verbundenheit,
    Christine

    1. Liebe Christine,

      da ist diese unbändige Sehnsucht, die Einheit endlich lückenlos zu fühlen, sich festzubeißen und „am Ball zu bleiben“ – und da ist dieses eine, erlösende Aufatmen in dem Moment, in dem du erkennst: Es ist längst alles da. Auch das unfertige Suchen.

      Wie kraftvoll du den Schritt von der Theorie in die nackte Praxis vollziehst! Aber schau genau hin, wo die letzte Falle deines Egos zuschnappt: Das Ego will das „alles darf sein“ oft sofort wieder zu einem neuen, anstrengenden Projekt machen. Es will das Fühlen erzwingen, unablässig und perfekt.

      Doch wahre Einheit müssen wir uns nicht mühsam erarbeiten oder herbeifühlen. Sie ist genau jetzt da – auch in den Momenten, in denen du dich vielleicht getrennt, leer oder zweifelnd fühlst. Wenn alles sein darf, dann darf jetzt auch deine Sehnsucht sein, und genauso das Gefühl, noch nicht angekommen zu sein. Erst wenn wir auch das unvollkommene Suchen ganz hereinlassen, hört der Kampf auf.

      Wir müssen nichts mehr jagen. Wir heilen genau darin, dass wir gemeinsam die Waffen des Machens niederlegen und uns vom Leben so durchspülen lassen, wie es gerade kommt.

      Danke für deine kraftvolle Bereitschaft und dein tiefes, ungeschöntes Mitgehen!

      In heilender und heiliger Verbundenheit,
      Theophilos

  2. Lieber Theophilos
    So klar wie du das benennen kannst.
    Wenn ich unbewusst handle aus den alten Schablonen, ist es genau wie du beschreibst und ich bin im verurteilen.
    Dieser Mensch den ich auf der Leinwand sehe ist so einer.
    Ich erkenne mich als diesen.
    Mein Ego zeigt ihn mir immer mal wieder.
    Ich gefalle mir nicht .
    Ich beobachte dies und etwas in mir spricht,das ist noch nicht gut.
    Manchmal ertappt ich dieses Kopf-Kino wo sich verschiedene Szenarios ausmalt . Abhauen und so.
    Auch erkenne ich, dass ich Mühe habe mit Menschen, die ganz stark gesehen werden möchten.
    Ich frage mich warum? will ich gesehen werden?
    Will sich das durch den Spiegel zeigen und ich erkenne das nicht ?

    Spaltung geschieht , wenn ich im Aussen aussortiere. Das ist gut, das ist schlecht, genau wie du es erklärst.

    Danke für das Aufzeigen.

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