Sieh‘ die Hilfe im harten Schlag

Herr, ich freue mich über deine Hilfe.

  1. Sam. 2, 1

So ein Marktjahr bei den Blumenmönchen ist beileibe kein Zuckerschlecken. Bei Wind und Wetter, Hitze und Kälte an vorderster Front, um mit Blumenverkauf seine Brötchen zu verdienen. Gerade wenn dann die frostige Jahreszeit beginnt und der Schutz der Ware immer mühsamer wird, sehnt man sich die ruhige Winterzeit herbei, bei der man ab dem 1. Advent, von dem permanenten Druck befreit ist. So hatten wir auch 2003 die Saison abgeschlossen, alles sauber gemacht und das Haus weihnachtlich geschmückt. Vier Tage später ging ein Schauder erregender Schrei durch das Haus: Hinter der Kirche brennts! Statt in gemütlichen Räumen, standen wir dann auf der Straße. Als die Feuerwehr abrückte war klar, wie wir die „ruhige Weihnachtszeit“ verbringen werden. Trümmer aus der Kirche räumen. Herr, ich freue mich über deine Hilfe.

Selbst im Kloster geht es hart zur Sache und man bekommt nicht nur sonnige Tage geschenkt. Im Augenblick des Unglücks, sieht man eher Gericht statt Hilfe. Doch das Wort nach dem Brandtag hieß: „Fürchte dich nicht vor plötzlichem Schrecken.“ Diese ausgestreckten Arme überbrachte unser damaliger Kurator und Dekan und richtete unseren irritierten Blick auf. Damit war klar, Gott war mitten im Feuer. Er kannte jedes Lieblingsstück, um das wir trauerten. Als stärkstes Zeichen seiner Hilfe war die lebensgroße Krippe aus Lindenholz, die im Raum neben der Kirche zwischen verkohlten Balken, völlig unversehrt stehengeblieben ist. Alles war kaputt, doch die Geburt Christi, hat der Großbrand nicht ausgelöscht. Das ganze Ereignis war eine Katastrophe, doch dieser Anblick war mehr als ein Wunder. Hilfe sieht manches mal ganz anders aus, als wir zu hoffen wagen. Das gab die Kraft, nach einem harten Jahr, mit Freude den Schutt aus der Kirche zu schaffen und beherzt wieder aufzubauen.

Sind wir vom harten Schlag nur gelähmt, oder wo entdecken wir Hilfe, die tatsächlich da ist und es jetzt erst recht herrlich hinausführt?

Gott segne dich.

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2 Kommentare

  1. Diesen Schock werdet Ihr alle aber wohl niemals vergessen – vermutlich solange Ihr lebt.
    Und Schocks haben es so ansich, dass sie nicht nur im Hinterkopf präsent bleiben, sondern auch die Angst im Herzen bleibt, dass soetwas wieder geschehen kann.
    Ganz zweifellos gebiert diese Angst aber auch ein ganz besonders intensives Gefühl von Dankbarkeit, die uns jede Stunde der Geborgenheit in den Räumen geniessen lässt. Wo Ihr möglicherweise vor dem Feuer, den Schutz Eurer Räumlichkeiten für selbverständlich hieltet.
    Müssen wir also erst einmal etwas verlieren, bevor wir es überhaupt schätzen können?
    Wie traurig, dass das menschliche Wesen offensichtlich nicht imstande ist zu schätzen und zu geniessen, und tiefe Dankbarkeit und Demut zu empfinden, ohne dass es zuerst zu einer Katastrophe kommen muss. 😥

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