Der Herr, mein Gott, macht meine Finsternis licht.
Ps 18, 29
Vielen geht gerade das Licht aus. Ab morgen wird in keiner Gaststätte für mindestens vier Wochen das Licht angemacht. Finstere Aussichten fürs Geschäft. – Einen Blinden, für den es schon ein Leben lang finster vor Augen war, fragt Jesus: „Was willst du, dass ich für dich tun soll?“ Der Blinde antwortete: „Herr, ich will sehen können.“ Als ob man solch einem armen Kerl keine bessere Frage stellen könnte. Jesus sprach: „Geh hin, dein Glaube hat dir geholfen.“ Sogleich wurde er sehend und folgte ihm.
So geht Licht. So schnell wird´s hell. Dass die Lichter ausgehen ist nicht schlimm. Entscheidend ist die Antwort auf die Frage, „was willst du, dass ich dir tun soll?“ Neben uns, über uns, um uns herum stellt das Leben andauernd diese Frage. Wir sind von einem Gott umgeben, der nur darauf wartet, was wir ihm antworten. Christus steht jetzt mitten im Lockdown und will wissen, was er dir tun soll. Sag doch endlich, was du willst. Das ist keine dumme Frage. Welcher Blinde sagt da in ganzer Ruhe, was sein Herzensanliegen ist? Er könnte auch ausrasten und sagen, willst du dich über mich lustig machen, du siehst doch selbst, dass bei mir die Schotten dicht sind. Um sagen zu können, Herr, ich will sehen können, gehört eine ordentliche Portion Unverschämtheit, also Glaube an das Unmögliche dazu. Dieser Glaube hat ihm mehr als die Augen geöffnet. Er sah nicht nur die Sonne und das goldene Herbstlaub fliegen, er sah das Licht.
Wir sind umringt von diesem Licht, gerade dort wo es zappenduster ist. In dem Moment wo wir dieses Licht wollen, öffnet sich ein viel größerer Durchblick. Dieses Licht kann keine behördliche Auflage auslöschen. Du folgst dem Leben, das aus ewigen Licht gemacht ist. Wo du den Wunsch nach diesem Leben äußerst, bist du in der schlimmsten Krise ein Sehender.
Wenn alles finster ist, was willst du eigentlich wirklich?
Gott segne dich an diesem Sonntag.
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2 Kommentare
Lieber Bruder Theophilos
Nach einer Nacht ohne Schlaf und lähmenden Ängsten kam mir der Gedanke, dass Gott nur für „reife und mutige“ Menschen etwas tun kann.
Denn auch die Kabbalah sagt, dass wir ausschliesslich nach dem Gedanken Gottes, der hinter allem steht was passiert, fragen sollen, um dann damit übereinzustimmen.
Doch was will ich?
Ich will alles, was mir so grosse Angst macht, nur noch weghaben. 🙁
Und diesen Gefallen wird mir Gott wohl nicht tun. 😥
Hab einen schönen Sonntag mein lieber Bruder mit noch vielen weiteren guten Gedanken und Ideen.
Drück Dich ganz lieb
D.B.
Liebe Doris Barbara,
das glaube ich nicht, dass Gott nur etwas für „reife und mutige“ Menschen tun kann. Gerade er ist es, der geknickte Rohre aufrichtet und sich über solche, die unter die Räuber gefallen sind erbarmt. Gott ist ein Gott für die Schwachen, für die, die glauben es nicht zu schaffen, für die, die sich minderwertig vorkommen und die ihre Angst loshaben wollen. Du bist also in bester Gesellschaft. 🙂
Warum solltest du deine Angst weghaben wollen? Sie ist ein wichtiger Begleiter, den Gott uns an die Seite gestellt hat, dass wir nicht zu viel „Dummheiten“ machen. Wäre das nicht ein schöner Wunsch: Ich will, dass mein Glaube/Vertrauen größer ist als meine Angst? Ich will, dass mein Glaube meine Angst tröstet?
Eine segensreiche Woche wünsche ich dir.