Hör auf zu hören

Hallo, DU, DER DEN HIMMEL INMITTEN DES MARKTGESCHREIS VERGISST.

Zwischen Bratwurstduft, Glühwein und flackernden Lichterketten rauscht der Abend wie ein einziger Strom aus Stimmen. „Rente, Sicherheit, Verantwortung.“ Du nickst, lächelst, redest mit – aber in dir schreit etwas anderes.

Es ist diese unsichtbare Müdigkeit hinter dem Stirnrunzeln der Menschen, die alles richtig machen wollen und dabei immer leerer werden. Ein Summen liegt in der Luft – tausend Worte, kein Klang. Du siehst, wie sie reden, planen, zweifeln, und spürst: keiner hört wirklich. Auch du nicht.

Dann dieser Moment – der Heilige Schock.

Du hältst mitten im Satz inne. Ach du Schreck – ich höre nur auf Stimmen des Irrtums. Meine Ohren gellen vor Angst, Sogen und Schmerzgedönse.

Kein Gedanke passt mehr durch.

Da ist nur noch dieses zarte, unerklärliche Ziehen von innen: „Hör auf zu hören, was sie sagen. Hör, was ich sage.“

In dieser Sekunde stürzt das ganze Argumente-Gebäude in sich zusammen – das Sicherheitsdenken, die Sorgen um Rente, Ruf, Rechtfertigung. Du spürst, wie deine Ohren aufhören, draußen zu lauschen – und drinnen zu atmen beginnen. Der Lärm fällt ab wie eine alte Haut. Und in der Stille spricht etwas, das nicht von dieser Welt ist: unaufdringlich, weit, klar.

Dein Körper wird still, deine Schultern sinken, dein Atem wird rund. Kein Markt, kein Vergleich, kein Lohnzettel kann mehr festhalten, was du jetzt bist: Raum. Geist. Lauschen selbst.

Wenn du wirklich hörst, hört der tägliche Wahnsinn auf, dich zu bestimmen.

Was geschieht, wenn du heute nur dem Geist in dir lauschst – und sonst keinem?

Wähle. Wahrheit oder Illusion.

 


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