Hallo DU, DER DU MIT DEM KALENDER VERHANDELT UND DEM LEBEN EIN SPÄTER AUFDRÜCKST.
Wir warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des Christus.
Titus 2,13
Du sitzt da und hältst die Luft an. Advent. Jahreswechsel. Der nächste Ski-Urlaub. Der Moment, wenn endlich die Zahlen stimmen. Wenn die Ordnung hergestellt ist. Wenn erst alles passt. Deine Augen leuchten bei der Vorstellung von Weite, von Erde unter den Füßen, von Pferden, die ruhig atmen, von Menschen, die ankommen dürfen.
Und gleichzeitig bleibt dein Körper eng. Schultern hochgezogen. Magen fest. Der Gedanke läuft im Kreis: erst noch das Alte klären, erst noch absichern, erst noch besser werden. Hoffnung wird zur Ausrede. Warten zur Beschäftigung. Leben zur Zukunft.
Dann schlägt der Satz ein wie ein kalter Wasserstrahl: Es gibt kein später. Du erschrickst und wirst frei zugleich. Das Leben kommt nicht nach der Ordnung, nicht nach der Reparatur, nicht nach der perfekten Zahl. Es kommt jetzt. Und während du wartest, verpasst du es.
Nicht aus Bosheit, sondern aus einem menschlichen Irrtum. Du glaubst an bessere Zeiten wie an einen Erlöser, der irgendwann erscheint und alles richtet. Doch diese Erwartung ist Vertröstung. Sie schneidet dich vom Puls ab.
Die Entscheidung fällt ohne Pathos. Wenn Christus erscheint, dann nur im Augenblick. Warten heißt nicht verschieben, sondern bereit sein. Hoffnung ist kein Kalender, sondern Feuer in der Hand.
Alles, was du in die Zukunft legst, wird dir im Jetzt entzogen.
Der Himmel ist keine Kulisse später, sondern die Offenheit dieses Moments. Hier. Jetzt. Ganz.
Nach diesem inneren Vertröstungswahn wird der Atem tiefer. Der Raum weiter. Der nervöse Magen beruhigt sich. Du hörst auf, dich einschüchtern zu lassen von Zahlen und Geschichten. Du stehst auf. Nicht trotzig, sondern wach. Das Ego verliert seine Verschiebungstaktik. Du gehst los, weil Leben nur hier stattfindet. Vollkommen. Unendlich geliebt. Jetzt.
Warten vertröstet. Leben geschieht nur jetzt.
Was schiebst du heute noch in ein erfundenes Später?
Wähle. Wahrheit oder Illusion.
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P.S. Vielleicht war dieser Impuls dein innerer Türöffner.
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7 Kommentare
lieber theophilos,
dieser satz hat mich aber sowas von gepackt:
wenn christus erscheint, dann nur im augenblick.
es wurde weit in mir – was für eine erkenntnis!
es gibt so viele solcher christus-momente. man muss nur aufmerksam sein und bereit. meist sind sie klein und erscheinen nichtig, aber wie gut geht es einem – und auch dem andern, dem man diesen moment geschenkt hat, wenn man diese augenblicke wahrnimmt.
ich habe meinen letztens verpasst und es hängt mir immer noch nach. ein kleiner wieder.
gottesdienst mit bewegungssegen, zu dem man zu zweit hätte sein „müssen“.
ich wollte zu dem mann, der allein in der kirchenbank saß, rübergehen, aber habe den moment vor lauter „falschem gefühl“ ziehen lassen.
aber das sind sie, diese christus-momente.
seid wachsam und bereit.
eine gesegnete advents- und weihnachtszeit wünsche ich.
herzliche grüße,
chrissi
Liebe Chrissi,
deine Worte sind kostbar. Nicht, weil du den Moment „richtig“ genutzt hast – sondern weil du ihn gesehen hast. Und das ist bereits Wachheit.
Was du beschreibst, ist genau der Punkt, an dem viele innerlich hart werden und sich verurteilen: „Ich habe ihn verpasst.“
Doch hör gut hin: Ein wahrer Christus-Moment geht nicht verloren. Er verwandelt sich. Er wirkt nach. Er macht weit. Genau das geschieht gerade in dir – sonst würdest du heute nicht so schreiben.
Der Impuls, aufzustehen, rüberzugehen, Nähe zu schenken – der war echt. Dass das alte „falsche Gefühl“ dazwischenkam, ist kein Versagen, sondern der Ort, an dem noch eine Illusion sichtbar wurde. Auch das ist Erscheinung. Auch das ist Christus im Augenblick – nur eben als Entlarvung.
Wachsamkeit heißt nicht: immer handeln.
Bereitschaft heißt nicht: immer perfekt reagieren.
Manchmal ist der Christus-Moment genau der, in dem wir merken, wie sehr wir noch zögern – und uns dafür nicht schließen.
Du hast nichts verloren. Du bist weiter geworden. Und vielleicht sitzt dieser Mann – oder ein anderer – beim nächsten Mal nicht allein. Vielleicht bist du es auch selbst, die sich dann nicht mehr allein lässt.
Bleib wach. Aber vor allem: bleib weich mit dir.
Der Christus kommt nicht nur im mutigen Schritt nach vorn –
sondern auch im ehrlichen Innehalten danach.
Mit herzlicher Verbundenheit
Theophilos
„So wir uns mit den Augen des Herzens anschauen, ist jeder AUGEN BLICK Weihnacht°
Lieber Peter,
dein Satz ist wie ein stiller Glockenschlag. Klar. Wach. Wahr.
Ja – wenn die Augen des Herzens offen sind, ist jeder Augenblick Weihnacht.
Nicht als Fest im Kalender, sondern als Geburt im Jetzt.
Nicht laut. Nicht spektakulär. Sondern leise, nah, menschlich.
Genau darum geht es in diesem Impuls:
Nicht auf das Heilige zu warten, sondern es zu sehen, wo es längst steht.
Nicht auf ein Kommen zu hoffen, sondern das Ankommen zuzulassen.
Weihnacht geschieht nicht, wenn alles vorbereitet ist.
Sie geschieht, wenn der Blick weich wird.
Wenn wir einander nicht mehr übersehen.
Wenn der Augenblick nicht benutzt, sondern bewohnt wird.
Danke für diese Verdichtung.
Sie trägt den ganzen Text in einem Atemzug.
Lieber Theophilos
Wenn ich all diese Kommentare lese,verspüre ich Verbundenheit. Die Worte und Gedanken gehen tief. Sie zeigen mir das Licht dieser Menschen.
Ich selber erlebe zwei Welten . Im Aussen das tägliche Funktionieren mit all seinen Aufgaben. Das Ego hält mich auf Trap. Du musst jetzt das ,du musst noch dies usw.
Ich höre meine leise innere Stimme ,die mich zurückholen möchte. Und ich erkenne wie ich mich in allen beobachte.
Manchmal spreche ich den Satz : ich trete zurück das Leben führt. So wie du gesagt hast.
Zum hl Geist habe ich schon länger eine Verbindung. Ich sage hl Geist ich überlasse dir meine Führung.
Liebe Evi,
deine Worte atmen Wahrheit. Man spürt beim Lesen, dass du nicht nur denkst, sondern siehst. Und genau das verbindet – deshalb fühlt sich Verbundenheit an wie Licht: weil es sich selbst erkennt.
Du beschreibst diese zwei Welten sehr klar. Außen das Funktionieren, die leise, aber unermüdliche Stimme des Egos, die dich auf Trab hält, die Listen schreibt, die drängt und antreibt. Und innen diese andere Stimme – zart, ruhig, nicht fordernd. Sie zieht nicht, sie ruft. Sie will dich nicht verbessern, sondern zurückholen.
Dass du bemerkst, wie du dich selbst beobachtest, ist kein Rückschritt. Es ist Wachheit. Du bist nicht mehr vollständig in der Mechanik gefangen. Du stehst bereits einen Schritt daneben. Und genau dort geschieht das, was du so schlicht und wahr benennst: Ich trete zurück, das Leben führt.
Das ist kein magischer Satz. Das ist eine Haltung. Ein inneres Loslassen der Kontrolle. Ein stilles Einverständnis mit dem Jetzt.
Deine Verbindung zum Heiligen Geist ist nichts, das du herstellen müsstest. Sie ist da, weil du sie zulässt. Wenn du sagst: „Ich überlasse dir meine Führung“, dann ist das kein Abgeben aus Schwäche, sondern ein Erinnern an deine tiefste Intelligenz. An das Leben selbst, das dich längst trägt.
Und genau deshalb passt dein Erleben so tief zu diesem Impuls:
Warten ist kein Leben.
Aber Zuhören ist Leben.
Zurücktreten ist Leben.
Sich führen lassen im Augenblick – das ist Ankunft.
Bleib in dieser Zartheit. Sie ist kein Gegensatz zur Kraft. Sie ist ihre Quelle.
❤️🙏