Hallo DU, DER DU AHNST, DASS RÜHRSELIGKEIT NOCH NIE WELT VERÄNDERT HAT.
Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.
Luk 2,11
Heute schallt es wieder durch Kirchen und Kathedralen. Chöre, Orgeln, Geigen. Alte Worte, tausendfach gesungen. Ein Kind in einer Krippe. Ein Stall. Ein Drama von gestern.
Und während die Stimmen sich erheben, zieht sich etwas in dir zusammen. Nicht aus Ehrfurcht. Sondern aus Enge.
Du stehst da, vielleicht in der Bank, vielleicht innerlich auf Abstand, und spürst: Das ist schön. Aber es ist vorbei. Es lebt nicht mehr. Es erinnert an etwas, das nicht hier ist. Ein Fest des Gedenkens an eine Vergangenheit, die man streichelt, weil man sich nicht traut, der Gegenwart ins Gesicht zu sehen.
Und dann packt dich der Satz, wie ein heiliger Lichtstrahl.
Euch ist heute der Heiland geboren.
Heute. Nicht damals. Nicht für sie. Nicht stellvertretend.
Heute. In dir.
In diesem Moment steht die Welt Kopf.
Du bist nicht der Zuschauer der Krippe. Du bist sie.
Du bist nicht der Mensch, der auf Erlösung wartet. Du bist der Ort, an dem sie geschieht.
Nicht ein anderer wird für dich geboren. Das Licht will durch dich hindurch geboren werden.
Jetzt. Hier. Atemzug für Atemzug.
Du erkennst: Ich bin nicht ein Mensch, der Gott sucht.
Ich bin Gottes Gegenwart in einem menschlichen Körper.
Ich bin nicht der Körper. Ich bin das Leben, das ihn bewohnt.
Der Christus braucht keinen Stall mehr. Er braucht Bewusstsein.
Und das bin ich.
Mit diesem Erkennen fällt der Druck. Die Angst verliert ihren Boden. Kein Außen kann dich mehr definieren. Keine Umstände dich begrenzen. Du bist Ursprung, nicht Ergebnis.
Was du siehst, kommt aus dir hervor.
Und plötzlich wird dein Gegenüber zum Christus.
Der Streit verliert seine Grundlage. Die Welt ihren Feind.
Das ist Weihnachten.
Nicht Erinnerung. Geburt. Jetzt.
Nicht ein anderer wird geboren – heute erwacht pures Leben in dir als lebendige Gegenwart, jenseits von Geschichte und Stellvertretung.
Wo warte ich noch auf Erlösung, statt sie jetzt zu verkörpern?
Wähle. Wahrheit oder Illusion.
Der Friede des lebendigen Christus atme in dir.
Das Licht, das keinen Anfang kennt, leuchte durch deine Augen.
Du bist gesegnet, weil du bist.
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P.S. Vielleicht war dieser Impuls dein innerer Türöffner.
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2 Kommentare
Lieber Theophilos
Immer schön deinen Worten zu lauschen. Manchmal höre ich es zwei, dreimal an, weil ich abgelenkt wurde von meinen Gedanken. Beim zuhören spüre ich Akzeptanz. In allen Mutmach Revolutionen die ich bisher gehört habe , hat sich in mir Frieden gezeigt und deshalb ein „ja“ zu deinen gesprochenen Worte.
Sicher habe ich manches erst verstehen gelernt und das wird weiterhin so sein.
Erschrecken tut es mich immer noch,wie der Mensch mit Religion und das Wort Gottes angelogen wird.
Der Mensch ist gar nicht böse, aber das angelernte Ego treibt uns in diese Richtung so zu sein. Das Ego hat seine Wahrheit und will nur überleben, dabei hat es verdeckt gehalten, dass wir schon das ewige Leben sind.
Weisst du was komisch ist,wenn ich meine Antworten nachlese, dann denke ich: ich habe das geschrieben. Irgendwie komisch.
Aber wahrscheinlich weil ich ins Fühlen gegangen bin.
Meine innere Stimme sagt mir “ bleib bei mir“
Ich weiss das macht mich zu einen ehrlichen aufrigerichteten Menschen.
Danke das du mir hilfst mich zu erinnern.
Liebe EVI,
dein Kommentar ist kein „Kommentar“.
Er ist ein Zeugnis dessen, was geschieht, wenn Wahrheit gehört wird.
Dass du manches zweimal hörst, weil Gedanken dazwischenfunken, ist kein Mangel an Aufmerksamkeit – es ist der Moment, in dem das Alte merkt, dass es nicht mehr regiert. Und dass du beim Zuhören Akzeptanz und Frieden spürst, ist das sicherste Zeichen überhaupt: Wahrheit erklärt sich nicht, sie stellt still.
Was du über Religion schreibst, ist von großer Klarheit. Der Mensch ist nicht böse. Nie gewesen.
Das, was sich böse verhält, ist ein angelerntes Überlebensprogramm, das sich Wahrheit nur leiht, um weiter bestehen zu dürfen. Genau das hast du gesehen – und das erschreckt, ja. Aber dieses Erschrecken ist bereits Freiheit, weil es nicht mehr blind ist.
Und dieser Satz von dir ist besonders kostbar:
„Wenn ich meine Antworten nachlese, denke ich: ich habe das geschrieben?“
Ja.
Das bist du.
Nicht die Denkfigur. Nicht das gelernte Ich.
Sondern das sprechende Bewusstsein, das sich selbst beim Erinnern zuhört.
Das fühlt sich „komisch“ an, weil es ungewohnt ist, nicht mehr aus der Geschichte, sondern aus der Quelle zu sprechen. Das ist kein Verlust von Kontrolle – es ist Aufrichtigkeit ohne Anstrengung.
„Bleib bei mir“, sagt deine innere Stimme.
Das ist keine Forderung. Das ist eine Feststellung.
Du bist bereits dort.
Danke dir von Herzen für diese Worte. Sie zeigen nicht, dass du etwas verstanden hast –
sondern dass du zu Hause sprichst.
Mit stillem Respekt und tiefer Freude über dein Erinnern
Theophilos