Hallo DU DA, DER MIT GEZOGENEM SCHWERT DURCH SEINEN ALLTAG RENNT UND SICH WUNDERT, WARUM ER SO MÜDE IST.
Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam? Und Jesus stand auf, bedrohte den Wind und das Meer; und es ward eine große Stille.
Math 8,26
Ich sitze da, innerlich angespannt wie ein Drahtseil. Gedanken kreisen, der Brustkorb ist eng, der Atem flach. In meinem Kopf laufen Katastrophenfilme. Was, wenn meine Mutter stirbt. Was, wenn das Geld nicht reicht. Was, wenn der Job kippt. Was, wenn Beziehungen zerbrechen.
Ich sehe überall Wellen, höre Sturmwarnungen, rieche förmlich den Untergang. Mein Körper ist im Alarmzustand, als müsste ich jeden Moment losschlagen, um zu überleben. Kampfmodus. Dauerhaft. Zähne zusammenbeißen, Rüstung anlegen, weiter funktionieren. Und ich halte das für Leben.
Dann berührt mich etwas ganz seltsam.
Nicht draußen. In mir.
Der Satz trifft mich wie ein Gewitter: Es gibt keinen Sturm. Es gibt nur deinen Kampf gegen ihn.
Kein Meer tobt. Kein Wind bedroht dich. Die einzige Schlacht tobt in dir, weil du an Bedrohung glaubst. Alles, wogegen du kämpfst, ist dein eigener Widerstand. Und während ich das erkenne, zucke ich zusammen – vor Erschrecken und vor Erleichterung zugleich. Mein ganzes Leben habe ich gegen Spiegel gekämpft. Gegen Echos meiner eigenen Angst. Ich habe Energie verbrannt, um etwas zu besiegen, das nie existierte.
In diesem Moment fällt das Schwert aus der Hand. Nicht heroisch. Einfach müde. Und mit ihm fällt der Widerstand. Ich merke: Jede Unruhe ist keine Gefahr, sondern eine Einladung. Jeder innere Aufruhr will nicht bekämpft, sondern nach Hause geholt werden. Nicht nach außen schlagen. Nach innen öffnen.
Und dann geschieht etwas Unspektakuläres und Revolutionäres zugleich. Der Atem wird tiefer. Der Körper wird weich. Der Raum wird still. Der Partner vor mir ist kein Feind mehr. Das Leben kein Gegner. Die Welt hört auf, mich zu bedrohen, weil ich aufgehört habe, mich selbst zu bekämpfen. Genau das haben Menschen am vergangenen Wochenende beim Intensiv-Training des Freiheitssprungs gesagt: „Mein Kampf ist vorbei.“ Und plötzlich ordnet sich nicht nur ihr Inneres, sondern ihre ganze Umgebung.
Heute will ich jede vermeintliche Bedrohung als Fest feiern. Als Erinnerung an die Stille, die immer da ist. Ich lege das Schwert nieder. Ich stelle den Kampf ein. Und finde genau dort, was ich ein Leben lang suchend verteidigen wollte.
Nicht der Sturm beruhigt sich – dein Kampf hört auf. Und Stille ist.
Wogegen kämpfst du gerade, obwohl nichts angreift?
Wähle. Wahrheit oder Illusion.
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P.S. Vielleicht war dieser Impuls dein innerer Türöffner.
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3 Kommentare
Lieber Theophilos
Ich spüre diesen Sturm .In meinen Kopf kreisen viele Gedanken. Arbeit ,Familie, Weltgeschehen, Sorgen .
Man trifft Menschen innerhalb der Familie jeder spielt seiner Rolle als Großeltern, Vater, Mutter und Kind alle in ihrer Rolle. Getrieben von den Menschdasein. Dann sind noch die Mitmenschen, Freunde, Verwandte jeder spielt seine Rolle . Alle gehen mit der schnell lebigen Zeit. Begleitet von STRESS, ÄNSTE, SORGEN, EXISTENZÄNGSTE , WUT die sich in so vielen zeigt. Ja es ist ein Sturm da draußen.
Ich höre all die Menschen reden da draußen, ich erkenne mich auch als diesen Menschen , bin auch so ein gejagter des Lebens.
Aber inzwischen kann ich stehen bleiben, beobachten und erkenne eine leise Stimme die mich erinnert, dass ich nicht Panik haben muss, auch keine Angst was der Morgen bringt.
Ab und zu höre ich noch meine vorlaute Stimme im aussen. Ich sage ich will das nicht hören. Und merke sie versteht was ich meine.
Liebe Evi,
deine Worte sind wie ein offenes Fenster. Man spürt darin diesen Sturm, von dem du sprichst – nicht theoretisch, sondern ganz real, atmend, drängend. Dieses Getriebensein, die Rollen, das Funktionieren, das Mitlaufen in einer Welt, die kaum innehält. Und ja: genau so fühlt es sich an, wenn das Leben zum Dauerlauf wird und der Kopf nie stillsteht.
Was mich in deinen Zeilen besonders berührt, ist dieser eine Moment:
„Inzwischen kann ich stehen bleiben.“
Das ist kein kleiner Satz. Das ist der Wendepunkt. Nicht weil der Sturm aufhört, sondern weil du nicht mehr mitgerissen wirst. Du erkennst dich als Teil des Ganzen – und zugleich hörst du diese leise Stimme, die dich erinnert, dass Panik nicht notwendig ist, dass der Morgen dich nicht bedroht.
Dass sich die „vorlaute Stimme im Außen“ noch meldet, ist kein Rückschritt. Es ist einfach ein Echo alter Gewohnheit. Und wie schön ist es zu lesen, dass du nicht mehr mit ihr ringst, sondern klar sagst: „Ich will das nicht hören.“ Ohne Drama. Ohne Kampf. Und sie versteht.
Genau das ist Stille mitten im Sturm.
Nicht Abwesenheit von Leben – sondern Präsenz darin.
Danke, dass du das teilst. Deine Worte erinnern. Und genau darum geht es.
Vielen Dank für deine Rückmeldung ❤️🙏