Beim Start gibt es kein Geländer

Hallo, DU, DER DEN NEBEL SIEHT UND TROTZDEM SCHON ROLLT.

Manchmal fühlt sich Leben an wie diese letzten Meter auf der Startbahn. Alles ist vorbereitet, die Maschine rollt, man sitzt schon drin, angeschnallt, der Kaffee ist ausgetrunken, innerlich längst unterwegs – und doch kommt kurz vor dem Abheben dieser Moment, in dem der Blick nach vorne trüb wird. Nebel. Dichter, weißer Nebel.

Kein Horizont, keine Kontur, kein „Ich sehe schon, wie das ausgeht“. Und genau da passiert es fast automatisch: etwas in uns greift nach Sicherheit, als wäre sie ein Notausgang. Ein inneres Bremsen, ein „Warten wir lieber“, ein Zurückziehen, obwohl doch alles in Bewegung war.

Im Alltag sieht das erstaunlich unspektakulär aus. Es ist nicht das große Drama, es ist diese winzige Verzögerung. Diese Mail, die man noch nicht abschickt. Dieses Gespräch, das man höflich vertagt. Dieser Schritt, den man innerlich längst kennt, aber äußerlich noch umkreist, als müsste erst der Nebel höflich zur Seite treten. Und während wir da so stehen, am Ende unserer ganz persönlichen Startbahn, wird der Feuerlöscher plötzlich sehr attraktiv. Beruhigend rot. Verlässlich. Handfest. Man weiß, wofür er da ist. Der Himmel dagegen… nun ja. Der ist schlecht versichert.

Das Faszinierende ist: Kein Flugzeug bleibt an dieser Stelle stehen. Kein Pilot sagt: „Sorry, da vorne ist gerade Unsicherheit, wir warten auf bessere Sicht.“ Die Maschine rollt weiter. Sie verschwindet für einen Moment vollständig im Weiß. Von außen sieht man nichts. Von innen wahrscheinlich auch nicht viel. Und genau dort, wo man meinen könnte, jetzt wäre alles zu riskant, geschieht etwas vollkommen Unromantisches und zugleich Wunderbares: Die Triebwerke leisten ihren Dienst. Der Auftrieb setzt ein. Der Boden verliert seine Bedeutung. Und plötzlich ist da Weite. Ruhe. Klarheit. Höhe.

Vielleicht ist Vertrauen genau das: nicht wissen, was kommt – und trotzdem rollen.

Du kommst vom Boden los, wenn du den Nebel nicht mehr vermeidest.

Wo hast du gebremst, obwohl alles längst rollt?

Wähle. Wahrheit oder Illusion.

 


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P.S. Vielleicht war dieser Impuls dein innerer Türöffner.
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🕊️ Beim „Live-Talk“ am Dienstagabend kannst du dabei sein und deine Fragen mitbringen.

Offene Türen findest du auf www.bruder-theophilos.com

 

3 Kommentare

  1. Lieber Theophilos
    Wo haben wir den Halt und unser Vertrauen verloren?

    Wir sind als dieses kleine Geschöpf in diese Welt geboren im vollen Vertrauen, geschützt. geliebt in einer Zärtlichkeit und geführt von unseren Urvertrauen.

    In dieser Welt der Illusion hat man uns Etiketten angehängt, die uns vergessen ließen ,wie vollkommen, geliebt ,getragen, beschützt wir sind.
    Eine Illusion die unsere Sicht vernebelt. In der wir automatisch nach einen Geländer greifen.

    Es passiert einfach, aber erinnern wir uns an unser Urvertrauen.
    Jeden Tag von neuen möchte ich mich erinnern und meiner leisen Stimme vertrauen, die mir sagt : da ist nichts ,komm geh weiter.

    Das Ego in dieser Scheinwelt lässt das Chino mit seinen Angstbildern im Aussen laufen.
    Laut, schreiend ,beängstigend.

    Ich sehe sie ,aber ich verweile nicht mehr so lange. Ich erkenne die negative Schwingung, die mir wirklich große Angst macht. Ich möchte sie nicht beim Namen nennen, obwohl ich es kurz vorher getan habe.
    Schaue weg, der Blick geht nach vorne.
    Erkenne dich !
    Du warst immer sicher!
    Schau es ist hell!
    Du bist sicher!
    Glaube an dich!
    Ich spüre Verbundenheit und Vertrauen wird stärker.

    Ich weiss wie es geht und mein kleines „Ich “ verliert an Macht.

    Führung nicht mehr im Aussen sondern im Innern. Genau so.
    Eine neue Reise beginnt.

    Letzten Sommer habe ich meiner Freundin gesagt, sie geht immer gerne in die Berge, was auch schön ist. Sie hat mich oft eingeladen mit zugehen, aber leider haben wir uns durch viele Meinungsverschiedenheiten auseinander gelebt.
    Ich wollte keinen Konflikt riskieren, da ich erkannte an welchen alten Mustern sie noch immer festhält.
    Ich habe gesagt du gehst in die Berge, ich trete eine innere Reise an.

    Ich bin froh habe ich diese Reise gemacht.

    1. Liebe Evi,

      das, was du beschreibst, ist genau dieser leise Moment am Ende der Bahn, den so viele übergehen. Dieses Erinnern an das Urvertrauen, das nie weg war, sondern nur übertönt wurde. Mich berührt besonders, wie klar du siehst, dass das Geländer nicht aus Bosheit greift, sondern aus Gewohnheit – und dass der Blick nach vorne kein Wegschauen ist, sondern ein Wiedererkennen.

      Dass du dich für die innere Reise entschieden hast, statt einen äußeren Konflikt zu vermeiden oder zu führen, ist keine Flucht. Es ist Reife. Es ist dieses stille Wissen: Hier beginnt etwas, das mich wirklich trägt. Und genau dort entsteht Führung von innen, nicht als Macht, sondern als Sanftmut mit Richtung.

      Dein Text atmet Vertrauen. Kein naives, kein lautes – ein gewachsenes. Eines, das den Nebel sieht und trotzdem geht. Danke, dass du das so offen teilst. Es erinnert nicht nur dich. Es erinnert uns alle.

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