Der andere ist dein Geschenk-Spiegel

HALLO DU, DER DU MEINST, DER ANDERE MÜSSTE SICH NUR ÄNDERN, DAMIT DU ENDLICH DEINEN KAFFEE IN RUHE TRINKEN KANNST.

Einträchtigkeit ist kein diplomatischer Akt und keine Frage einer harmonischen Tischdeko. Wir haben uns in der Illusion eingerichtet, wir wären getrennt voneinander, und betrachten unseren Nächsten oft als einen wandelnden Reparaturfall, der erst einmal ordentlich „in Ordnung gebracht“ werden muss, damit unser eigenes Wohlbefinden nicht wackelt.

Wenn da dieser junge Kerl am Tisch sitzt und sich die Spaghetti einfach mit den bloßen Händen aus der Schüssel greift, explodiert in dir die gelernte Gewohnheit. Purer Groll steigt auf, und du meinst, diesem „Flegel“ gehöre mal ordentlich durchgeschüttelt, damit die Welt wieder in deine Schubladen passt.

Doch das wahre Feuerwerk findet nicht in der Nudelschüssel statt, sondern in deiner eigenen Wut. Dieser Moment ist ein grandioses, heiliges Geschenk, denn er zeigt dir nicht die Unverschämtheit des anderen, sondern deinen eigenen massiven Widerstand gegen das Leben, wie es gerade ist. Es geht niemals um die Spaghetti-Hände; es geht um dein privates Auflehnen, das dich in die Isolation treibt und vom Rest der Welt trennt. Wir weisen Schuld zu, um einen künstlichen Frieden im Außen zu erzwingen, doch das ist lediglich die Fortsetzung unseres inneren Selbstkrieges.

In Wahrheit ist der andere nur der Spiegel, der dir unbestechlich aufzeigt, wo du dich von deiner eigenen Wahrheit und deinem Christus-Sein abgeschnitten hast.

Du bist bereits zu Hause, und der andere ist der Bote, der dich daran erinnert, dass dein innerer Friede niemals von einer Gabel oder einem Etikett abhängen kann.

Wahre Einigkeit beginnt dort, wo du aufhörst, den Spiegel zu erziehen, und dich in deinem eigenen Licht erkennst.

Wen willst du heute noch reparieren, um dich nicht selbst fühlen zu müssen?

Wähle. Wahrheit oder Illusion.

 


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Offene Türen findest du auf www.bruder-theophilos.com

 

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4 Kommentare

  1. Oh, das ist starker Tobak am Morgen. Eiskalt erwischt. Wieder einmal hatte ich kräftig Spiegel geputzt. Doch keine Selbstanklage, sondern ein „heiliges Erschrecken“ und „heitere Erkenntnis“.
    Danke, lieber Theophilos 🙏.

    1. Liebe Christine,
      dieses „eiskalt erwischt“ werden ist das sicherste Zeichen dafür, dass das Schwert der Erinnerung gerade eine weitere Schicht deiner Illusionen weggesäbelt hat. Dass du dich dabei nicht in der Selbstanklage verlierst, sondern ein „heiliges Erschrecken“ und „heitere Erkenntnis“ empfindest, zeigt, dass du die wichtigste Lektion der Mutmach-Revolution verstanden hast: Dein Ego ist kein Feind, den man bekämpfen muss, sondern ein „Reparaturfall“, dessen Absurdität man einfach liebevoll belächeln darf. 🙂

  2. Guten morgen lieber Theophilos

    Das erinnert mich an meine eigenen Kinder, als ich versuchte Tischmanieren beizubringen .

    Je nach Tagesverfassung war auch nicht immer die gleiche Geduld und Verständnis da.
    Und ich erkenne mich als die Person in diesen Text, weil ich vergessen habe.

    Wir geben das weiter was man uns in dieser Welt der Formen, Grenzen, Strukturen beigebracht hat, sonst passt man nicht ins Konzept.

    Es macht keinen Unterschied wie ein Mensch sich verhält, oder welche Tischmanieren er an den Tag legt er gehört immer zur göttlichen Einheit .

    Hier in dieser Welt schlüpfen wir in unterschiedlichen Rollen in dehnen wir unser Menschsein optimieren möchten .

    In all seinen Formen Materie ,als Menschsein wird er in was reingepresst was er in seinen Wesen gar nicht ist.

    Wenn wir in unseren Gegenüber die „Göttlichkeit „erkennen.
    Erkennen wir uns im Spiegel des Lebens.

    Grosse Worte die ich da ausspreche
    Nicht in den Worten werdet ihr einander erkennen, sondern in der Liebe zueinander in der wir uns begegnen auf dieser Welt.

    1. Liebe Evi,
      wie wahr: Wir pressen uns oft so lange in Rollen und Konzepte, bis wir vergessen, dass wir der Ozean sind und nicht die Flasche.

      Dass du im „Spiegel des Lebens“ jetzt die Göttlichkeit statt der Tischmanieren siehst, ist der eigentliche Freiheitssprung. In dieser Liebe gibt es nichts mehr zu reparieren oder zu optimieren – es bleibt nur das Staunen über das Wunder, das längst da ist.

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