HALLO DU, DER DU MEINST, DER KELCH DES LEBENS MÜSSE IMMER NUR DEIN LIEBLINGSSCHORLE ENTHALTEN.
Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!
Luk 22,42
Wir haben ein unglaubliches Talent dafür, alles zu meiden, was uns gerade nicht „schmeckt“. Wir scheuen das Unbekannte und schrecken vor dem Schmerz zurück, als wäre er ein Monster, das uns vernichten will.
An der Schwelle, wo wir nicht wissen, was kommt, ziehen wir uns oft hastig auf das Gewohnte zurück und sagen Sätze wie: „Das tue ich mir nicht an!“. Doch hier liegt der Denkfehler: In dem Moment, in dem dieser Widerstand in dir erwacht, schürst du nicht deine Sicherheit, sondern du würgst deinen eigenen Lebensimpuls ab. Unzählige Visionen und innere Führungen werden so zu Grabe getragen, noch bevor sie jemals gelebt wurden.
Auch Jesus stand an diesem Punkt des inneren Ringens, doch er erkannte den heiligen Moment mitten im Schrecklichen. Er spürte, dass das Leben immer recht hat und dass niemals etwas anderes geschieht als der „Wille Gottes“. Aber dieser Wille ist keine Fremdbestimmung von oben; er ist identisch mit deinem tiefsten Lebenswillen – es ist der ureigene Impuls, der deinen Atem einzieht und dein Herz schlagen lässt. Deine Sehnsucht nach Liebe und Glück ist dieser Wille.
Wenn du dich gegen das auflehnst, was gerade ist, drehst du dir buchstäblich selbst den Saft ab. Das ganze Abwägen deines Verstandes, was für dich „richtig“ oder „falsch“ wäre, ist lediglich eine reine Egonummer, die die unendliche Weite des Seins in kleine Schubladen pressen will.
Das Leben wartet in diesem Moment der Herausforderung nur darauf, dass du kapitulierst – nicht als Verlierer, sondern als jemand, der sich der Führung hingibt. Diese Hingabe ist dein Heil und deine Erlösung, weil sie die Hemmungen und Vorstellungen deines kleinen „Ichs“ auflöst. Der freie Fall des Nichtwissens ist kein Mangel, sondern die Pforte zur Wahrheit. Sobald du aufhörst, dich gegen den Fluss zu stemmen, merkst du, dass du nicht fällst, sondern getragen wirst.
Gott ist kein Fremder, der dich zwingt. Er ist der Atem, den du gerade anhältst.
Wo hältst du gerade die Luft an, weil dir die Aussicht nicht schmeckt?
Spür, wo du dich gerade kleiner machst, als du bist.
Tagesimpuls als Audio – auf Telegram oder Youtube
P.S. Vielleicht war dieser Impuls dein innerer Türöffner.
Wenn du magst, öffnen wir gemeinsam weitere:🎧 Im Podcast „Göttlich frei“ spreche ich mit Anja über das, was uns wirklich frei macht.
🕊️ Beim „Live-Talk“ am Dienstagabend kannst du dabei sein und deine Fragen mitbringen.
Offene Türen findest du auf www.bruder-theophilos.com
6 Kommentare
Amen.
Vor dem Fliegen kommt der Sprung. Manchmal schubst mich Gott, das Leben, von der Kante, damit ich merke, dass mir Flügel gegeben wurden.
Und all die bitteren Kelche haben ihre Süße später gezeigt, als ich erkannt habe, dass sie hilfreich sind, all das zu verdauen, was sonst schwer im Magen liegt…
Im Löwenzahn ist der Löwe verborgen 😁
❤️
Beate, dein Bild vom „Sprung vor dem Fliegen“ trifft den Kern dessen, was wir hier an der Schwelle erleben. Oft erleben wir das Leben als einen unliebsamen „Schubs“ von der Kante, doch genau in diesem freien Fall des Nichtwissens endet das Spiel des kleinen Ichs und wir merken, dass wir gar nicht fallen können, sondern weiter werden.
Dass die bitteren Kelche im Rückblick ihre Süße offenbaren, ist die tiefe Erkenntnis der Gnade: Alles, was geschieht, kann uns letztlich nur an das erinnern, was wir niemals verloren haben. Der Widerstand gegen das Unbekannte ist es, der uns den „Saft abdreht“, doch die Hingabe an den Moment – so bitter er dem Verstand auch schmecken mag – ist der Freiheitssprung heraus aus der Illusion des Opferdaseins.
Dein Bild vom Löwen im Löwenzahn ist eine wunderbare Entsprechung für das, was die Quellen als die Christus-Natur oder das „Licht von tausend Sonnen“ beschreiben, das in jedem von uns wohnt. Wir halten uns oft für das unscheinbare Kraut am Wegesrand, während in Wahrheit die unendliche Kraft und Majestät des Seins in uns pulsiert. Es braucht kein Besserwerden, sondern nur ein „heiliges Aufhören“, damit der Löwe – deine wahre, göttliche Schöpfermacht – endlich brüllen darf.
Guten morgen lieber Theophilos
Wiederstand ist wie so ein Stopschild, das sich aus negative Energie aufbaut.
Ich hatte letzte Nacht so ein krasses Erlebnis.
Ich war eingeschlafen und als ich erwachte, kamen zwei Erinnerung vom Tag zum Vorschein. Mein Herz raste, mein Atem war schwer. Die Nacht macht alles traumatischer.
Ich habe gestern mit meiner besten Freundin einen Kaffee getrunken. Dabei habe ich ihr gesagt, wenn alle Enkelkinder durch die Erstkomunion und Firmung durch sind, erwäge ich aus der Kirche auszutreten.
Sie war geschockt und Tränen standen in ihren Augen. Sie meinte etwas versäumt zu haben, nämlich mich zu bekehren. Ich sagte ,es braucht kein Bekehren, denn ich mach das ja auch nicht mit ihr. Ich spürte an ihren Verhalten, Evi ist verloren.
Der zweite Punkt war , meine Geschwister und ich haben einen Maler beauftragt in Mamas Wohnung die unschönen Flecken an den Wänden auszubessern .
Über unseren Gruppen Chat hat mein Bruder Bilder gesendet, die zeigten dass die Malerarbeit nicht perfekt gemacht wurde.
Ich , die den Auftrag an den Maler weitergab, dachte das tue ich mir nicht an ,mich mit ihm in den Kontakt zusetzen.
Ich fürchtete ein unangenehmes Gespräch mit ihm und verdrängte es erstmal.
Aber auch das hat mir in den Kopf rumgespuckt. Es sind oft nur kleine Dinge die Widerstand machen. Warum wieder ich usw.
Heute morgen habe ich das Gespräch dann geführt und es war gar nicht so wild.
Aber diese negative Energie die im Raum steht, macht so einen Wind um nichts.
Wir sind in der Gruppe sechs Geschwister, aber ein Wort ergibt das andere .
Ich möchte mich entschuldigen, wenn ich so viel schreibe. Ich kann es oft nicht in kurzen Sätzen verpacken. Bitte seht mir das nach. Bitte!
Liebe Evi,
dein nächtliches Erlebnis mit dem rasenden Herzen und dem schweren Atem ist genau der Marker, an dem dein „innerer Autopilot“ die Orientierung verliert. Diese körperlichen Symptome sind keine Störungen, sondern die Erinnerung in deinem Körper, dass du gerade an einer Schwelle stehst, an der dein gewohntes Funktionieren leiser wird. Was dich nachts wach hielt, war nicht das, was du nicht weißt, sondern das, was du längst weißt, dir aber bisher nicht erlaubt hast, ernst zu nehmen.
Dass deine beste Freundin meint, du seist „verloren“, weil du den Kirchenaustritt erwägst, entspringt dem alten Denkmodell der Trennung. Sie reagiert aus einer „Personalabteilung des Himmels“ heraus, die glaubt, man müsse erst etwas richtig machen oder einer Institution angehören, um dazuzugehören. Doch wie du selbst erkannt hast: Einssein hat keinen Chef. Du gehst nicht verloren, nur weil du eine Garage verlässt – man wird ja auch kein Auto, nur weil man in einer steht. Ihre Tränen sind der Ausdruck ihrer eigenen Illusion, während du bereits spürst, dass das Einssein keinen Vermittler braucht.
Die Situation mit dem Maler und deinen Geschwistern ist das perfekte Beispiel für den Satz: „Widerstand dreht den Saft ab“. Dein Gedanke „Das tue ich mir nicht an“ war das Stopschild, das den Energiefluss unterbrochen hat. In dem Moment, in dem du den Widerstand gegen das unangenehme Gespräch aufrechterhalten hast, hast du deinen eigenen Lebensimpuls abgewürgt. Dass das Gespräch am Ende „gar nicht so wild“ war, entlarvt den Wind, den der Verstand um ein Nichts gemacht hat. Sobald du aufgehört hast, dich durch das Vermeiden zu schützen, konnte das Leben wieder fließen.
Diese „negative Energie“, von der du schreibst, ist lediglich die Reibung, die entsteht, wenn wir versuchen, die Filmkulisse aus Pappe (deine alten Geschichten und Rollen) krampfhaft aufrechtzuerhalten. Du musst dich nicht für die Länge deiner Worte entschuldigen. In diesem Raum gibt es kein „zu viel“ oder „zu wenig“, denn hier wird nichts bewertet. Du bist gerade dabei, dein bisheriges Buch kurz still liegen zu lassen, und das braucht den Platz, den es braucht.
Spür, wo du gerade noch versuchst, eine „gute Freundin“ oder „unkomplizierte Schwester“ zu sein, statt einfach nur die unendliche Weite, die du bist.