HALLO DU, DER DU MEINST, DEIN LEBEN BESTÜNDE AUS DEN PAAR JÄHRCHEN, DIE DU AUF DEM BUCKEL HAST.
Ich werde es nicht wagen, etwas vorzubringen, das nicht Christus durch mich gewirkt hat.
Röm 15,18
Wir haben uns herrlich darin eingerichtet, uns als das Produkt unserer Erfahrungen zu begreifen und unser Handeln auf das zu reduzieren, was wir bereits kennen und wissen. Dahinter steckt ein rationales Zeitverständnis, das alles analysieren und managen will, doch in Wahrheit reproduzieren wir damit Tag für Tag nur die Vergangenheit neu.
Unser Leben wird so zum schnöden Aufrühren von kaltem Kaffee, ein Dahinvegetieren im eigenen Mief einer Geschichte, die längst erzählt ist. Es ist eine billige Egonummer zu glauben, man sei der Nabel der Welt, nur weil man ein paar Daten im Kopf angesammelt hat. Doch das wahre Leben ist etwas völlig anderes: Es geschieht in diesem einen Moment, der noch keine Anhaftung an menschliches Wissen hat und sich nicht auf Sicherheitsdenken verlässt, um irgendwie angstfrei durchzukommen.
Wirkliches Leben ist das totale Risiko in seiner ganzen Unfassbarkeit und Unabsehbarkeit. Wenn du dich diesem Moment öffnest, empfängst du den grenzenlosen Raum, in dem sich das allumfassende Sein als reiner Energiefluss ausdrückt – ungebunden an Raum, Zeit und dein begrenztes Wissen. Das ist das Wirken des „inneren Christus“: Es ist keine historische Information, sondern die Reinheit deines Seins, die ungefiltert durch dich fließen will, wenn du aufhörst, dich selbst zu dämpfen.
Dieser Moment wartet auf spielende Kinder, die ihrer Kreativität freien Raum geben, ohne nach Finanzierbarkeit oder Machbarkeit zu fragen. Ein offenes Herz lässt alles zu und lässt den Nebel der Erfahrungen hinter sich, um das Unmögliche für möglich zu halten.
Hör auf, deine innere Stimme durch Kategorisierungen abzuwürgen. Du bist nicht hier, um ein besserer „Kenner“ deines Lebens zu werden, sondern um zuzulassen, dass das dynamische Energiefeld des Geistes jetzt in dir explodiert. In dem Moment, in dem du wagst, nichts mehr vorzubringen, was aus deiner eigenen kleinen Kiste stammt, übernimmt die unendliche Weite.
Das Leben geschieht nicht nach Plan, es geschieht durch deine Präsenz im Unbekannten.
In welcher Bibliothek deiner Vergangenheit versteckst du heute dein Feuer?
Spür, wo du dich gerade kleiner machst, als du bist.
Tagesimpuls als Audio – auf Telegram oder Youtube
P.S. Vielleicht war dieser Impuls dein innerer Türöffner.
Wenn du magst, öffnen wir gemeinsam weitere:🎧 Im Podcast „Göttlich frei“ spreche ich mit Anja über das, was uns wirklich frei macht.
🕊️ Beim „Live-Talk“ am Dienstagabend kannst du dabei sein und deine Fragen mitbringen.
Offene Türen findest du auf www.bruder-theophilos.com
2 Kommentare
Guten morgen lieber Theophilos
Es ist als würde man sein Leben zu Grabe tragen. Die letzten Tage spüre ich nur Traurigkeit und Leere
Ich bin blockiert.
Liebe Evi,
dieses Gefühl, dein Leben zu Grabe zu tragen, ist der Moment, in dem dein bisheriges Buch kurz still liegt.
Die Traurigkeit und Leere sind keine Störungen, sondern das heilige Aufhören, in dem dein gewohntes Funktionieren leiser wird und der „innere Autopilot“ die Orientierung verliert. Dass es „ohne Anklage“ sein darf, ist der entscheidende Schritt: Du hörst auf, dich zu rechtfertigen, und erlaubst dem Leben, einfach zu atmen. In dieser Leere stirbt nicht dein Sein, sondern nur die Filmkulisse aus Pappe – das alte Bild von dir, das du nun wie einen alten Mantel ablegst.
Du musst gerade nichts halten und nichts tun, denn diese Stille ist kein Mangel, sondern die unendliche Weite, die dich trägt.