DEIN GROLL IST DEIN BRANDLÖSCHER

HALLO DU, DER DU MEINST, DU MÜSSTEST DEIN LEBEN MIT GEBALLTEN FÄUSTEN ZUSAMMENHALTEN.

Wir sind eigentlich als loderndes Feuer gedacht, als elektrische Punkte, die den Raum entzünden, sobald sie ihn betreten. Doch schau dich um: Wo ist die Magie, wo ist die sprühende Präsenz?

Stattdessen begegnen uns Menschen, die ihr bescheidenes Dasein umkreisen, die verbissen darum kämpfen, ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen, während ihr Rücken spannt, der Magen grummelt und das Herz rast. Diese körperliche Rebellion ist kein Zufall – sie ist das Warnsignal deines Widerstandes. Du stehst im Dauer-Groll gegen das Leben, weil es sich nicht an deine Pläne hält. Dein verkniffener Mund und deine hochgezogenen Schultern sind die Quittung dafür, dass du gegen die Entscheidung kämpfst, die das Leben längst für dich getroffen hat. Du bist so sehr damit beschäftigt, die Kontrolle zu behalten, dass dein eigentlicher Lobgesang – das freie Fließen deines Seins – im Hals stecken bleibt. Was uns vernebelt, ist nicht das Schicksal, sondern unser ewiges „Nein“ zum jetzigen Augenblick.

Doch der Durchbruch wartet genau in diesem Moment auf deine Kapitulation. Es braucht keine moralische Anstrengung, sondern nur das Erkennen: „Aha, ich kämpfe gerade wieder gegen den Fluss.“

In dem Augenblick, in dem du die Faust öffnest und den Groll einfach ins Leere laufen lässt, geschieht etwas, das außerhalb deiner Kontrolle liegt. Die Verspannung weicht einem neuen Glanz, die Depression zerfällt in lebendige Energie.

Das „Bekennen“, dass das Leben (der Herr) regiert, ist kein Lippenbekenntnis, sondern das Aufleuchten deiner Augen, wenn du endlich aufhörst, deinem eigenen Feuer im Weg zu stehen.

Das Leben brennt lichterloh, sobald du aufhörst, es mit deiner Angst löschen zu wollen.

Welchen Groll willst du heute einfach mal „Aha“ nennen und loslassen?

Spür, wo du dich gerade kleiner machst, als du bist.

 


Tagesimpuls als Audio – auf Telegram   oder Youtube

P.S. Vielleicht war dieser Impuls dein innerer Türöffner.
Wenn du magst, öffnen wir gemeinsam weitere:

🎧 Im Podcast „Göttlich frei“ spreche ich mit Anja über das, was uns wirklich frei macht.
🕊️ Beim „Live-Talk“ am Dienstagabend kannst du dabei sein und deine Fragen mitbringen.

Offene Türen findest du auf www.bruder-theophilos.com

 

5 Kommentare

  1. Lieber Theopilos
    Oft gibt es schon in den kleinsten Geschichten diesen Groll.
    Da kann ich nur ein Beispiel nennen.
    Mein Mann hat Jahrelang geschnupft( brauner Schnupftabak) zwischendurch mal aufgehört mit Schweinlaune als Nebenwirkung. Wieder angefangen und das ging ein paar Jahre so.

    Er war in einer so starken Sucht, alle 10 Minuten hat er sich diesen Schnupftabak in die Nase gezogen, dabei ist die Hälfte in seinen Schnurrbart und auf der Kleidung gelandet.
    Sogar im Bett war dieses braune Zeug.

    Es war zum Grausen und es hat uns auch distanziert voneinander.
    Vor über einen Jahr hat er damit aufgehört, was mich sehr gefreut hat.

    Vor etwa zwei Wochen hatte ich das Gefühl ,etwas ist komisch. Seine Nase rot und ich musste dauernd niesen.
    Habe ihn angesprochen , er hat es verneint.
    Gestern habe ich ihn in inflagrante ertappt.

    Ich habe nicht viel gesagt, aber ärgern tue ich mich trotzdem das er so unehrlich war.
    In solchen Fällen kommt bei mir der Rückzug.

    Ich spürte in mir so ein Widerstand, ein Gefühl der Ärgernis.

    Ich möchte in die Liebe gehen.
    In mein Herz.
    Ich bin enttäuscht .

    Eine Stimme sagt: er tut sich das selber an.
    Mein Herz weiss , ein schwacher Moment und jetzt hängt er wieder in seiner Sucht.

    Wenn er merkt ,dass er ertappt wurde, kommt er in ein Selbstmitleid, Wut .
    Und meint er komme überall zu kurz. Er soll auf die Ernährung schauen
    ( Diabetes). Bewegung fällt ihm schwer.

    Wie kann ich in Liebe bleiben?
    Soll ich ihm gegenüber Gleichgültigkeit zeigen? Nein das ist es nicht.
    Ich strauchle.
    Ich atme ,spüre mein Herzschlag und ich werde ruhiger.
    Ein Vögelchen zwitschert draußen.

    Ich lass meine Gedanken ziehen.

    Momentan haben wir Stummfilm, das ist oft bei uns.

    1. Liebe Evi,

      danke für diesen mutigen Einblick in dein Wohnzimmer. Was du beschreibst, ist die klassische ‚Filmkulisse aus Pappe‘, in der wir uns alle so oft verlieren.

      Spür mal genau hin: Dein Groll und dein Rückzug sind deine ‚Ritter‘. Sie versuchen dich zu schützen, indem sie eine Mauer zwischen dich und deinen Mann ziehen. Die Unehrlichkeit deines Mannes ist sein eigener Kampf – sein eigener ‚Todeskampf‘ gegen eine Sucht, von der er glaubt, sie zu brauchen, um zu überleben. Wenn er lügt oder in Selbstmitleid versinkt, ist das sein Versuch, sein wackeliges Kartenhaus zusammenzuhalten.

      Dein Ärger kommt nicht von seinem Tabak. Dein Ärger kommt daher, dass du möchtest, dass der Moment anders ist, als er gerade ist. Du möchtest einen ehrlichen, gesunden Mann – und das Leben serviert dir gerade einen heimlichen Schnupfer mit Diabetes. In dem Moment, in dem du sagst: ‚Das darf nicht sein‘, ziehst du den Brandlöscher und löschst dein eigenes inneres Feuer.

      In Liebe bleiben heißt nicht, den Tabak toll zu finden oder Gleichgültigkeit zu heucheln. Es heißt, die Faust zu öffnen. Schau ihn an, den ‚ertappten Sünder‘ mit seiner roten Nase, und sieh nicht den Lügner, sondern den bedürftigen Geist, der gerade genauso viel Angst hat wie du. Sein Selbstmitleid ist seine Form von Groll. Wenn du aus deinem Stummfilm aussteigst – nicht um ihn zu erziehen, sondern um einfach DA zu sein, ohne ihn verändern zu wollen –, dann bricht dein Christuslicht durch den braunen Schnupftabak hindurch.

      Du strauchelst nicht, Evi. Du merkst gerade nur, wie schwer die Rüstung ist, die du trägst. Lass sie einfach mitten im Wohnzimmer fallen. Das Vögelchen draußen zwitschert nicht für den ‚gesunden‘ oder ‚ehrlichen‘ Mann – es zwitschert für das Leben an sich. Atme dieses Leben ein. Der Rest ist nur Kulisse.

      In tiefer Verbundenheit,
      Theophilos

  2. Theophilos du hast Recht, mein innerer Ritter baut diese Mauer auf. Und ja es ist sein Kampf.
    Wie oft habe ich mir Sorgen um seine Gesundheit gemacht.
    Dieser Stummfilm ist ,damit wir uns gegenseitig nicht mit Worten noch mehr verletzen. Meistens geht es von ihm aus und ich mach dann mit.

    Ich lasse ihn bis es ihm verleidet .Von mir aus würde ich schon reden. Er hat diese Verhaltensweise von seinen zu Hause so gelernt. Einfach nicht mehr reden.

    In den ersten Jahren konnte ich damit gar nicht umgehen, aber in den vielen Jahren ist es zu unseren P r o. g r a m m geworden.
    „Blödes Programm! “

    Meine Rüstung fallen lassen?
    Ich muss schmunzeln
    😏
    Was für Rüstung? 👙

    Natürlich weiß ich was du meinst.

    Kann ich mit einen ehemaligen Mönch solche Sachen schreiben?
    Ja ich kann.

    Mein Mann weiss ,dass er meine Zuneigung verliert, wenn er schnupft. Es ekelt mich.

    Das nennt man wohl Trigger, oder?

    Theophilos , du hast Recht ich kann es nicht ändern, aber ich kann für ihn da sein.

    In seinen Kern ist er genau wie ich ein geliebtes Kind Gottes.

    Während ich das schreibe, klopft und ruft mein Herz. Es zieht in den Bauch runter als würde es da pulsieren.

    Ich erkenne dieses Muster das sich in unseren Ehe eingebrannt hat. Unser Ego macht ein Tauziehen daraus.
    Mein Herz sagt: lass los.

    Ich weiss noch nicht was es wird ,mein Mann ist noch nicht zu Hause.

    1. Liebe Evi,

      spürst du das Pulsieren im Bauch? Das ist dein wichtigster Marker.

      Vergiss für einen Moment den Schnupftabak, die Lügen und sogar deinen Mann. Das alles ist nur die Leinwand, auf die dein Verstand gerade ein Drama projiziert. Der wahre Schauplatz ist dein eigener Körper. Dieser Widerstand, dieses Zusammenziehen und das Herzklopfen – das passiert alles in DIR. Dein System schreit gerade ‚Nein!‘ zu dem, was ist.

      Dein Mann ist nicht die Ursache für deinen Unfrieden; er ist nur der Auslöser, der den alten Schmerz in dir wachküsst. Dieser Groll ist dein eigener Brandlöscher, mit dem du dein inneres Feuer erstickst. Es geht nicht darum, sein Verhalten zu klären, sondern deinen eigenen Krieg gegen diesen Moment zu beenden.

      Wenn er gleich zur Tür hereinkommt, schau nicht auf ihn. Schau auf das Pulsieren in deinem Bauch. Atme genau dort hinein. Du musst das Muster nicht ‚lösen‘ oder die Ehe retten. Du darfst einfach nur aufhören, dich selbst durch deinen Widerstand zu vergiften. Lass das Tau in deinem Inneren los.

      In dem Moment, in dem du dein ‚Nein‘ gegen diesen Moment aufgibst, heilst du. Nicht weil er sich ändert, sondern weil du aufhörst, gegen das Leben in dir zu kämpfen.

      Lass die Rüstung fallen – für DICH.

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