NEWS 119 – Wehe, wenn es still wird

Ihr lieben Freundinnen, Freunde und Zeugen einer großen Sache,

es gibt ein Thema, das sich diese Woche leise, aber unüberhörbar in den Vordergrund schiebt.
Nicht laut, nicht fordernd – eher wie ein stiller Blick, dem wir ausweichen.

Die Stille.

Und vielleicht spürst du schon beim Lesen dieses Wortes ein leichtes Unbehagen.
Ein inneres Zucken, das sofort etwas anderes will.
Ein Gedanke, ein Griff zum Handy, ein „Ich könnte noch schnell…“.

Was ist das eigentlich in uns, das Stille nicht aushält?
Warum füllen wir jede Lücke, jeden Moment, jede Pause mit Geräuschen, mit Bewegung, mit Tun?
Warum läuft im Hintergrund ständig irgendein Geräuschteppich, als müsste etwas überdeckt werden?
Als dürfte da nichts hörbar werden, was darunter liegt?


Es ist, als gäbe es in uns einen kleinen, rastlosen Krawallmacher, der sofort Alarm schlägt, sobald es ruhig wird.
Ein Teil, der flüchtet, bevor überhaupt etwas geschehen kann.

Und genau dort wollen wir hinschauen.
Nicht, um etwas zu verändern.
Nicht, um etwas zu erreichen.
Sondern um einmal wirklich zu bemerken, was passiert, wenn du nichts mehr tust.
Wenn du nicht reagierst.
Wenn du nicht kommentierst.
Wenn du nicht eingreifst.

 

Kannst du dir vorstellen, was geschieht, wenn du Stille nicht nur aushältst, sondern sie wirklich hörst?
Wenn da plötzlich ein Raum spürbar wird, der nicht leer ist, sondern lebendig?
Ein Raum, der nicht von dir gefüllt werden will, sondern selbst beginnt zu sprechen?

Und vielleicht liegt genau dort die leise Angst.
Denn was wäre, wenn in dieser Stille etwas auftaucht, dem du dein ganzes Leben ausgewichen bist?
Eine Wahrheit, die keine Geschichte mehr braucht.
Ein Empfinden, das keine Erklärung zulässt.

Und gleichzeitig – was wäre, wenn genau dort das liegt, wonach du dich so lange gesehnt hast?
Nicht im nächsten Schritt.
Nicht in der nächsten Erkenntnis.
Sondern in diesem einen Moment, den du sonst übergehst.

Live-Talk ZOOM-LINK


 

Auch im aktuellen Podcast bewegen wir uns um genau diesen Punkt herum, wenn wir beginnen, unsere Konzepte loszulassen – all das, woran wir uns festhalten, weil es Sicherheit verspricht.

Und vielleicht erkennst du dabei, dass genau dieses Festhalten dich davon trennt, das Leben wirklich zu erfahren.

Dieses ungefilterte, rohe, unverschämt lebendige Strömen, das nichts von dir braucht – außer deine Offenheit.

Podcast-Link


 

Ich erinnere mich an einen Moment in einem Stille-Seminar, der mich bis heute berührt.

Die ersten Tage waren ein einziges inneres Durcheinander.
Gedanken sprangen, Geschichten liefen, Pläne entstanden, Erinnerungen drängten sich nach vorne.
Ein permanentes inneres Rauschen.

Und dann – nach Tagen – geschah etwas.
Nicht spektakulär.
Kein Durchbruch.
Kein großes Ereignis.

Es wurde einfach still.
So still, dass es fast ungewohnt war.
So still, dass ich zum ersten Mal wirklich spüren konnte, wie laut es sonst in mir ist.

 

 

Und in dieser Stille war nichts Bedrohliches.
Kein Mangel.
Kein Vakuum.
Da war eine Weite.
Eine Tiefe.
Ein Zuhause, das nie weg war.

Vielleicht ist das der Raum, den wir die ganze Zeit vermeiden.
Nicht, weil er leer ist – sondern weil er echt ist.


Ich möchte dich einladen, diesem Raum näherzukommen.
Nicht indem du etwas Besonderes tust, sondern indem du einmal aufhörst, ständig etwas zu tun.
Einfach da sein.
Einfach hören.
Einfach wahrnehmen.
Und dann sehen, was geschieht.

 

In stiller, tiefer Verbundenheit
Euer Theophilos


 

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Ich spreche sie jeden Morgen als Audio ein.
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Dein stilles Gespräch

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5 Kommentare

  1. Ich bin zwar eine ruhige Natur im Aussen, aber in meinen Inneren war es oft laut und es herrschte eine Art Erdbeben.
    In den letzten Monaten habe ich mich zurückgezogen und bin in einen Prozess der Selbsterkenntnis und eine Art Erwachen gegangen.

    Am Anfang des Weges der Stille ,begegnete ich zuerst einen Sturm voller Gedanken und Widerstandes.

    Dann sind da so viele Gefühle durch zustehen und auch die wollen hervorgeholt und erkannt werden.

    Die größte Begegnung in der Stille ist dein wahres „sein“ und dein bester Freund ,nähmlich die „Liebe“

    Ich gebe zu ,ein Stück Arbeit ist es schon sich selbst zu begegnen ,so völlig nackt ohne Illusion.

    .

    1. Liebe Evi,

      deine Worte berühren, weil sie nichts erklären wollen, sondern etwas zeigen, das man sofort spürt.

      Dieses innere Erdbeben, von dem du sprichst – genau das ist der Punkt, an dem die meisten wieder umdrehen. Nicht, weil sie nicht still sein können, sondern weil sie plötzlich hören, was vorher übertönt war.

      Und du bist geblieben.

      Du bist durch den Sturm gegangen, durch die Gedanken, durch den Widerstand, durch die Gefühle, die sich zeigen wollten. Nicht als Leistung, sondern als ehrliche Begegnung.

      Und genau dort öffnet sich das, was du so schön benennst:
      nicht irgendeine Erkenntnis – sondern dein Sein.
      Nicht irgendein Ziel – sondern diese stille, tragende Liebe, die nicht gemacht werden muss.

      Ja, es fühlt sich nackt an.
      Und vielleicht ist genau das die größte Wahrheit darin.

      Nicht, weil etwas fehlt –
      sondern weil nichts mehr zwischen dir und dir selbst steht.

      Danke dir für dieses ehrliche Teilen.
      Es ist kein Bericht – es ist eine Einladung. ✨

  2. Lieber Theophilos
    Während dem live Talk hat sich mir die Frage gestellt.
    Ich bin ja die Stille , wir sagen aber immer in die Stille gehen.
    Eigentlich gehen wir von unserer Stille die wir ja sind , raus ins laute Weltgeschehen.
    Aber finden oft schwer in unser Sein, weil das Ego uns zuschüttet mit Illusion.
    Wir tappen sozusagen in ein Art Spinnen- Netz das uns halten möchte mit Geschichten.(Illusion )

    Umkehrprinzip

    1. Liebe Evi,

      das, was du da beschreibst, ist kein Gedanke – das ist ein Erkennen. Und genau da kippt etwas.

      Du hast es schon ganz fein gespürt:
      Du bist die Stille.
      Und trotzdem sprechen wir davon, „in die Stille zu gehen“.

      Und genau hier beginnt dieses Umkehrprinzip, von dem du sprichst.

      Du gehst nicht in die Stille hinein.
      Du gehst scheinbar aus ihr heraus.

      Nicht wirklich –
      aber in deinem Erleben.

      Immer dann, wenn Gedanken auftauchen,
      die den Moment anders haben wollen.
      Wenn Geschichten dichter werden.
      Wenn dieses feine Netz entsteht, das du so schön beschrieben hast.

      Und ich gehe noch einen Schritt mit dir:

      Dieses Netz hält dich nicht fest.
      Du hältst es – ganz unbemerkt.

      Mit jedem Gedanken, den du ernst nimmst.
      Mit jedem inneren Widerstand.
      Mit jedem „So darf es nicht sein“.

      Und gleichzeitig bist du nie wirklich draußen.

      Du bist wie der Raum,
      in dem dieses ganze Geschehen auftaucht.

      Deshalb ist das „Zurückfinden“ kein Weg.
      Kein Tun.
      Keine Technik.

      Es ist dieser eine leise Moment,
      in dem du aufhörst, dich weiter darin zu verstricken.

      Und dann geschieht etwas ganz Sanftes:

      Nicht du findest die Stille.
      Die Stille wird einfach wieder sichtbar.

      Weil nichts mehr da ist,
      was sie überdeckt.

      Und vielleicht ist das genau das, was du gemeint hast:

      👉 Wir verlassen die Stille nicht wirklich.
      👉 Wir überlagern sie nur.

      Und sobald dieses Überlagern nachlässt,
      ist alles wieder da.

      Ganz still.
      Ganz klar.
      Ganz du.

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