HALLO DU, DER DU GLAUBST, DASS DAS PFINGSTWUNDER EIN SPEKTAKULÄRES FEUERWERK IM AUSSEN SEIN MUSS.
Gottesfürchtige Männer entsetzten und verwunderten sich, wie sie in ihren Sprachen die großartigen Taten Gottes verkünden.
Apg 2,11
Glaubst du immer noch, dass Gottes Geist dich mit lauter Musik, fliegenden Fahnen und sofortiger, glasklarer Sicherheit beschenkt? Schau ungeschönt und radikal auf dein Leben: Was ist, wenn das wahre Pfingstwunder genau im Zusammenbruch all deiner gewohnten Strukturen liegt?
Zu allen Zeiten erleben Menschen Umbrüche, Orientierungslosigkeit und innere Leere. Und genau das ist mein eigener, brennender Prozess in diesen Tagen. Ich gehe durch eine Phase, in der das Alte, das mich jahrelang getragen hat, schmerzhaft zerbricht. Da ist kein klarer Weg erkennbar, da ist nur eine tiefe, nackte Leere – und ja, diese Leere macht verdammt noch mal Angst.
Doch was tust du in dieser Dunkelheit? Versuchst du krampfhaft weiterzuwursteln, dich abzulenken, Situationen zu erklären oder den nächsten großen Sicherheitsfelsen im Bach zu greifen? Hör auf mit diesem feigen Aktionismus!
Das Pfingstwunder ist kein äußeres Spektakel – es ist eine brutale Vollbremsung mitten in deinem Voranpirschen. Es ist das göttliche Entsetzen, das dich packt, damit du endlich aufhörst zu verstehen. Diese Irritation ist die radikale Einladung zum Ego-Reset.
Es geht darum, dich in diesem schmerzhaften Nicht-Wissen einfach mal auszuhalten und die Waffen des Machens niederzulegen. Erst wenn du blank im Regen stehst und die absolute Leere zulässt, kann etwas völlig Neues aufkeimen. Das Wunder läuft still ab, tief in dir. Es schüttelt dich durch, holt dich vom arroganten Darstellen zurück in die wahre, bodenständige Menschlichkeit und brennt dich in eine neue Kraft. Lass das Entsetzen zu. Es ist der Geburtskanal für das, was jetzt in dir werden will.
Das wahre Wunder braucht kein äußeres Spektakel – es ist die göttliche Vollbremsung, die deine Scheinsicherheiten zertrümmert.
Erklärst du noch oder stehst du schon schutzlos im Entsetzen?
Spür, wo du gerade das wegdrückst, was in dir lebt.
Tagesimpuls als Audio – auf Telegram oder Youtube
P.S. Vielleicht war dieser Impuls dein innerer Türöffner.
Wenn du magst, öffnen wir gemeinsam weitere:
Offene Türen findest du auf www.bruder-theophilos.com
4 Kommentare
Guten Morgen lieber Theophilos,
Ja, wenn dich das Leben in die Wüste schickt. Dann darf man das durchaus als Geschenk nehmen. Nur die Nerven geraten in Panik, die Gefühle schlagen Kapriolen und der Verstand tickt aus.
Für mich ist das Wunder, wenn wenn der Pfropfen sich löst, der Deckel hochgeht und alles sich zeigt, wie es ist. Nackt. Ungeschönt. Ehrlich. Dazu braucht es etwas oder jemanden, das oder der meinem Nervensystem Sicherheit gibt. Kein Beschwichtigen oder Schönreden. Sondern Dasein, Präsenz, Stille, offene Weite. Eine „Wüste“, die mich aufnimmt und zuhört, die nichts fordert oder rät. Dann kann die Vollbremsung zur Heilung werden, weil dann die letzten Hüllen fallen dürfen. Ich empfinde es so, dass man das nicht „machen“ kann. Es geschieht einfach, und der Schlüssel liegt im Zulassen.
Dann geschieht für mich das Pfingstwunder: das Leerwerden und Platzmachen für den Geist, den ich nicht begreife, weil er meinen Verstand übersteigt. Dem ich all das, was in mir aufsteigt, vor die Füße werfe, weil ich nicht weiß, was es bedeutet.
Danke, dass du uns an deinem Schwellenweg teilhaben lässt.
Liebe Beate,
da sind die austickenden Nerven und die panischen Gefühlskapriolen in der Wüste – und da ist dieses eine, bodenständige Wunder, wenn der Deckel hochgeht und du nackt und ehrlich im leeren Raum stehst.
Wie treffend du das beschreibst! Wenn die Vollbremsung einschlägt, flippt das System erst einmal völlig aus. Das Ego will sofort wieder die Kontrolle, will Erklärungen oder eben jemanden, der es beschwichtigt. Aber genau das ist die Wüste: die offene Weite, die nichts fordert, nichts rät und dich einfach nur schluckt.
Du sagst es genau richtig: Man kann das Leerwerden nicht machen. Der Verstand begreift den Geist nicht – er kann ihm das ganze Chaos nur ohnmächtig vor die Füße werfen. Erst in diesem totalen Zulassen, wo alle Hüllen fallen, wird die Wüste zum eigentlichen Geschenk und die Vollbremsung zur Heilung.
Danke, dass du diese nackte Wahrheit hier so kraftvoll auf den Punkt bringst und den Schwellenweg so tief miterlebst!
O HEILIGER GEIST KEHRE BEI UNS A U S
Liebe Christa,
da ist das alte, gelernte Gebet um Einkehr – und da ist dieses eine, radikale Wort, das alles auf den Kopf stellt: AUSKEHREN.
Was für ein grandioser „Versprecher“ oder vielmehr: was für eine punktgenaue Wahrheit! Das Ego betet immer darum, dass der Heilige Geist gemütlich bei uns einkehrt, um es uns spirituell bequem zu machen.
Aber der Geist kehrt bei uns aus. Er fegt die alten Scheinsicherheiten, die hochgezüchteten Konzepte und den ganzen spirituellen Hochmut kompromisslos vor die Tür, bis nichts als die nackte, pure Leere des harten Bodens übrig bleibt. Genau dieses Ausmisten ist das Pfingstwunder.