HALLO DU, DER DU GLAUBST, DASS DAS BÖSE UND DIE PROBLEME DIESER WELT IM AUSSEN AUF DICH WARTEN.
Die ihr den Herrn liebet, hasset das Arge!
Ps 97,10
Glaubst du immer noch, du müsstest da draußen irgendetwas korrigieren oder verbessern? Jagst du den Missständen in der Politik hinterher, kämpfst gegen unzulängliche Systeme oder rennst in die nächste Beratungsstelle, weil du glaubst, dein Partner sei das Problem?
Schau ungeschönt hin: Dein ganzer Aktionismus im Außen, deine Kriege gegen das, was angeblich „falsch“ läuft, sind nichts als eine feige Flucht vor dir selbst. Du definierst die Brandherde da draußen nur, um nicht in deine eigene Tiefe blicken zu müssen. Auch ich stehe genau in dieser Gefahr, zu glauben, das System meiner Arbeit sei unzulänglich oder Menschen würden in die falsche Richtung laufen. Was für ein arroganter Irrtum!
Das Arge zu hassen, bedeutet nicht, den Zeigefinger auf andere zu richten. Es bedeutet die radikalste Innenschau, die überhaupt möglich ist. Es ist die totale Abkehr von allen faulen Kompromissen und jedem schönen Reden. Für mich hieß das über Pfingsten: kompletter Rückzug. Kein Social-Media-Post, keine Aktivitäten, keine Ablenkung. Nur ein ganzer Tag im kühlen Haus mit der einen, brennenden Frage: Was hältst du hier noch fest, das nicht deiner Wahrheit entspricht? Was will jetzt in dir sterben?
Wahre Liebe ist kein freundliches Ja zum bösen Spiel. Sie ist die kompromisslose Entlarvung all dessen, was in dir nicht echt ist. Und das Arge, das Böse, von dem du dich lösen musst, ist jede einzelne Definition, die du deinem Leben hinzufügen willst. Sobald du sagst „Ich bin machtvoll“, „Ich bin spirituell“ oder „Ich bin perfekt“, erschaffst du Trennung.
Wahrheit kennt keinen Zusatz. Sie ist das nackte, nackte ICH BIN. Keine Erklärung, kein Wissen, das du anderen weitergeben müsstest. Lass den Aktionismus krepieren. Tritt zurück und falle in die absolute Demut des Nicht-Wissens: Es geschieht nur noch an dir.
Das Arge ist nicht der andere – es ist jede Maske und jede Erklärung, mit der du dich vor dem einfachen Sein im Moment drückst.
Welchen faulen Kompromiss lässt du sterben, mit dem du längst unaufrichtig geworden bist?
Spür, wo du gerade das wegdrückst, was in dir lebt.
Tagesimpuls als Audio – auf Telegram oder Youtube
P.S. Vielleicht war dieser Impuls dein innerer Türöffner.
Wenn du magst, öffnen wir gemeinsam weitere:
Offene Türen findest du auf www.bruder-theophilos.com
5 Kommentare
Lieber Theophilos
Wir sind aus der Vollkommenheit der Liebe in die Unvollkommenheit gestürzt.
Und suchen in dieser Unvollkommenheit die Liebe, die mit der vollkommenen Liebe unseres wahren „seins“ nichts gemeinsames hat.
In dieser Unvollkommenheit verstricken wir uns in verschiedenen Muster die unser wahres Licht verdecken.
Liebe Evi,
da ist die Erkenntnis, wie tief wir uns in Geschichten und Glaubenssätzen verstrickt haben, und das Aufbäumen des Egos, das als Platzhirsch die Kontrolle behalten will – und da ist dieses eine, erlösende Aufatmen, dass das Loslassen dieses ganzen „Argen“ niemals im Kampf geschieht.
Wie wunderbar, dass dieser Anruf dich unterbrochen hat, denn dein Zusatz trifft den Nagel auf den Kopf! Du hast die Falle des Platzhirsches selbst entlarvt. Der Kampf, das Rechthaben, das Besser- oder Klügerseinwollen – all das ist der hochspirituelle Hochmut des Egos, der im Außen die Probleme sucht, um sich nicht der eigenen Wahrheit stellen zu müssen.
Das Loslassen geschieht genau so, wie du es beschreibst: im nackten, wertfreien Erkennen und Fühlen. Kein schönes Reden mehr, keine faulen Kompromisse.
Sobald du das intellektuelle Diskutieren aufgibst und in die schlichte Bereitschaft fällst, die Waffen des Machens niederzulegen, kollabiert die Trennung. Im schlichten, ungeschminkten ICH BIN und DU BIST im gegenwärtigen Moment gibt es keinen Platzhirsch mehr. Da ist nur noch das eine, ungeteilte Leben. Da erfährst du die wahre, bodenständige Vollkommenheit der Liebe – nicht als erhabene Idee über den Dingen, sondern mitten im nackten Sein.
Ich danke dir für dein tiefes, ungeschöntes Dranbleiben und dein Mitgehen auf diesem radikalen Weg!
Sorry, ich wurde während dem Schreiben unterbrochen von einen Anruf.
In diesen Erdendasein haben wir uns unbewusst mit Geschichten, Mustern und Glaubensätze verstrickt und identifiziert.
Das zu erkennen war gar nicht so einfach,
denn mein Ego will der Platzhirsch sein , auch wenn es nicht immer so erkennbar ist.
Das Loslassen dieser ganzen „Arge“ geschieht nicht im Kampf, nicht im Rechthaben wollen, besser ,klüger sein wollen sondern im Erkennen und Fühlen meines “ ich bin“ und dem „du bist“
Einheit der liebenden „Vollkommenheit “
Danke Theophilos das du mit uns gehst. 🙏 ❤️ 🌹 🌹 🌹
Lieber Theophilos,
danke wieder für deine Worte. Mit dem Finger auf andere zeigen, die Schuld beim anderen suchen ist so was von sinnlos!!! Und trotzdem ist man versucht, diesen Weg des geringsten Widerstands dann und wann zu gehen. Und dann die „radíkalste Innenschau“: Da entdecke ich, dass ich ja die Liebe habe, sie ist ausgegossen in mein Herz, ich bin in Liebe gewurzelt und gegründet. Also versuche ich es mit der Liebe, ganz egal, wie der andere darauf reagiert. Das kann schwer werden, aber ist alternativlos. Die Liebe erduldet alles, man könnte denken, das ist doch ein Schlappschwanz, lässt sich alles gefallen. Mag sein – vielleicht sammle ich aber gerade dadurch „feurige Kohlen“ auf dem Haupt des anderen und der Konflikt löst sich in Luft auf. Also runter mit dem „Zeigefinger“ und Daumen hoch für den Weg der Liebe!
Lieber Wolfgang,
da ist dieses sofortige, begeisterte Ja zum Daumen hoch für die Liebe, der Versuch, sie jetzt tapfer gegen jeden Widerstand durchzuziehen – und da ist dieses ganz feine, unbemerkt lauernde Missverständnis, das dich mitten im Flug wieder in die nächste Falle lockt.
Ich danke dir für dein leidenschaftliches Dranbleiben! Aber schau heute morgen noch einmal ganz ungeschönt und laserscharf hin, wo sich dein Verstand an dieser Sollbruchstelle wieder verheddert: Du merkst, dass der Zeigefinger nach außen sinnlos ist, und flüchtest dich augenblicklich in das nächste Konzept: „Also versuche ich es mit der Liebe… Die Liebe erduldet alles.“
Merkst du, wer da gerade versucht, die Liebe als neue Methode anzuwenden? Es ist wieder das Macher-Ego. Es hat den Zeigefinger runtergenommen, um sich jetzt das unsichtbare Gewand des spirituellen Helden überzustreifen, der alles erduldet, um heimlich „feurige Kohlen“ auf dem Haupt des anderen zu sammeln. Das ist kein Weg der Liebe, Wolfgang – das ist der hochsubtile Versuch deines Verstandes, durch vermeintliche Schlappschwanz-Gutmütigkeit am Ende doch noch recht zu behalten und den Konflikt im Außen strategisch zu manipulieren.
Liebe ist kein Werkzeug, das man „versucht“, und sie ist kein heroisches Erdulden, bei dem man sich innerlich auf die Lippen beißt.
Die radikale Innenschau, von der ich sprach, meint etwas völlig anderes: Sie entlarvt, wo du in Wahrheit gerade nicht in der Liebe bist. Sie schaut dorthin, wo du wütend bist, wo du verletzt bist, wo du den anderen insgeheim verdammt noch mal veränderst oder durch deine Güte erziehen willst. Wahre Liebe ist kein schönes Reden und kein fauler Kompromiss, der sich alles gefallen lässt. Sie ist das nackte, ungeschminkte ICH BIN im gegenwärtigen Moment – und das bedeutet manchmal auch ein glasklares, kraftvolles Nein im Außen, ohne jeden Groll im Innen.
Hör auf, die Liebe zu einem Projekt zu machen, um den Konflikt zu lösen. Lass erst einmal all deine Absichten und Strategien krepieren. Erst wenn du schutzlos zugibst, dass du gerade überhaupt nicht weißt, wie Liebe geht, fällt die Schablone ab.