Erst wenn das Alte stirbt, kann das Neue sichtbar werden.

Hallo ihr Lieben, die bei sich ankommen wollen,

gestern Abend ist die Abrissbirne durch den Raum gekracht.

Nicht heimlich, nicht leise, sondern vor den Augen aller, die in unserer Zoom-Runde dabei waren. Was dort geschah, war kein Vortrag und kein spirituelles Wohlfühl-Seminar. Es war der rituell vollzogene Tod einer alten Identität – und das ungeschminkte Erwachen auf der Nulllinie.

Bruder Theophilos ist tot.

Die aufrechterhaltene Maske des Ex-Mönchs, des spirituellen Lehrers, des Mutmachers und des Besserwissers mit noch schlaueren Konzepten ist gestern Nacht im Feuer verbrannt. All die mühsam aufgebaute Bedeutung, an der sich der Verstand so gerne festklammert, hat ihr unwiderrufliches Ende gefunden.

Wenn ein Pferd tot ist, kann man es nicht mehr reiten. Einfach weiterzufunktionieren wie bisher, wäre reine spirituelle Betäubung.

 

Dein Geburtskanal: Der kollektive Zusammenbruch

Das hier ist keine Geschichte über mich. Das hier ist der radikale Spiegel für Dich.

Wir stehen derzeit fast alle – kollektiv wie persönlich – an einer gewaltigen Schwelle. Alte Sicherheiten brechen weg. Berufliche Rollen verändern sich. Beziehungen wandeln sich. Lebenskonzepte tragen einfach nicht mehr. Das macht Angst. Hochgradig.

Der Verstand rennt dann sofort los. Er will die Persönlichkeits-Entwicklungs-Industrie ankurbeln, noch perfektere Konzepte entwickeln, auf der spirituellen Leiter höher steigen oder nach dem nächsten Guru suchen. Alles nur, um eines zu vermeiden: das Sterben der eigenen Fassade.

Doch was, wenn dieser Zusammenbruch kein Fehler des Lebens ist? Wenn das Leben uns in Katastrophen treibt, liebt es uns besonders. Jedes Chaos ist die Einladung, den Schmerz nicht länger wegzumachen oder zu betäuben, sondern ihn auszuhalten. Ihn zu halten.

Dort, wo der größte Widerstand in Dir tobt, liegt kein Hindernis. Dort liegt das Tor. Jede Krise fordert Dich auf, die Vorstellungen darüber, wer Du sein solltest, hinter Dir zu lassen. Aus der Ohnmacht entsteht erst dann echte Gestaltungskraft. Aus der Angst echtes Vertrauen.

 

Das Nullpunktfeld: Wer Du im Kern schon bist

Erst in der totalen Kapitulation, im absoluten „Ich habe keine Ahnung, was kommt“, landen wir im Nullpunktfeld. Und genau dort, wo alle gemachten Erfahrungen, alle vergangenen Erfolge und alle Pläne wertlos werden, geschieht das Erstaunliche:

Der Geist wird still. Die Masken fallen. Und wir treffen auf unsere wahre, unzerstörbare Göttlichkeit.

Das Neue, das dann auftaucht, ist keine „bessere Version“ von Dir selbst. Es ist das, was Du im Kern schon immer warst.

Mein Name, den ich 45 Jahre lang weggedrückt und ausgegrenzt habe, verbindet mich ab heute wieder mit dieser Ursprungsperson ohne Rollen:

Reiner Markus Jud wild. still. echt. Nicht abgehoben. Nicht weltfremd. Sondern barfuß, mit beiden Füßen auf der Erde und dem Herzen sperrangelweit offen für das Leben.

 

Die 9-Monats-Begleitung im Künstlerhaus

Dieser Schritt bleibt nicht in der Theorie hängen. Zusammen mit Katharina Kleiner als Geburtshelferin öffnen wir ab jetzt im Künstlerhaus den physischen Raum, um diesen Prozess real zu durchschreiten.

Wir starten eine gemeinsame 9-monatige Geburtsbegleitung (mit intensiven Wochenenden im Künstlerhaus und monatlichen Zoom-Treffen), begrenzt auf maximal 8 Menschen. Es ist ein ungeschminkter, zutiefst getragener Raum für alle, die bereit sind, das Geländer loszulassen, Masken fallen zu lassen, den eigenen Widerstand zu integrieren und durch den Schmerz hindurch in das pure, befreiende Dasein zu gelangen.

Schau Dir die Aufzeichnung unserer gestrigen Zoom-Vorstellung an. Spür das Feuer, den Abriss und die Neugeburt:

Vielleicht ist genau jetzt für Dich die Zeit, nicht mehr festzuhalten, sondern geboren zu werden.

In radikaler Präsenz,
Reiner Markus Jud

https://reinermarkusjud.com
hier@reinermarkusjud.com

5 Kommentare

  1. Lieber Reiner Markus
    Es gab da mal einen Moment wo ich mich gefragt habe,mit welchen Namen man dich getauft hat. Aber das war für mich nicht so wichtig , was zählt ist der Mensch hinter den Namen.
    Es ist bestimmt richtig,wie du erkannt hast,das der Name Bruder Theophilos eine positive Aufmerksamkeit gemacht hat.
    Ich jedenfalls wurde deswegen aufmerksam und wollte wissen was dieser Mönch Theophilos mir erzählen möchte.
    Gott sei Dank dafür ,denn deine Worte haben berührt 🙏
    Aber eines muss ich ehrlich sagen, du bist den Menschen immer auf Augenhöhe begegnet niemals hast du auf die Menschen runtergeschaut. Deine sanfte positive Energie hat Herzen geöffnet. Und das ist die reine Wahrheit. Für mich bist du ein grosses Licht für alle die mit dir sind.

    Ich hänge noch in den Seilen , ich frage mich welche Rollen in meinen Leben müssen losgelassen werden. Ich spiele die Rolle der Ehefrau, der Mutter, der Großmutter.
    Ist das nicht eine Lebensrolle die ich mir zur Aufgabe gemacht habe ??
    Und jetzt gilt es sie loszulassen ?

    Früher dachte ich all diese Rollen werden losgelassen wenn ich sterbe.

    Aber ich lebe und darf die Erfahrung machen das ich dieses Leben nur träume .
    Ich blicke somit distanziert auf dieses Erdendasein.
    Meine Emotionen dürfen sich auflösen, wenn das überhaupt geht.
    Inzwischen weiß ich zu unterscheiden was Gefühle des Herzens sind und was Emotionen machen können.
    Das Ego benutzt Energie für neg Gefühle die zu
    Emotionen werden. Oder so.

    Hier will wohl der Klugscheißer was erzählen in mir.

    Lieber Reiner ,bitte sag mir wenn es hier nicht mehr gewünscht ist sich auszutauschen.
    Gruß Evi

  2. Lieber Reiner Markus
    Es fühlt sich alles richtig an, was du sagst –
    auch das Loslassen von Br. Theophilos und das Auferstehen von Reiner Markus Jud.

    Am meisten hat mich von den Mutmachworten weitergebracht, dass du immer wieder aufgezeigt hast, was das EGO mit einem macht, und wie wohltuend und befreiend es ist, wenn ich mein Herz und meine Seele spüre und höre.
    DANKE nochmals dafür !!!

    Ich wäre weiterhin gerne bei der Reiner Markus Jud Gemeinschaft dabei ( auf WhatsApp und E-Mail

    In Liebe und Dankbarkeit verbunden,
    Agnes Infanger

    1. Liebe Agnes,

      von ganzem Herzen danke für deine so klaren, liebevollen und bestärkenden Worte. Es berührt mich tief zu lesen, dass dich die Impulse zu den Mechanismen des Egos auf deinem Weg so intensiv begleitet und befreit haben.

      Dass sich meine eigene Radikalhäutung – das Sterbenlassen der alten Rolle und das ungeschminkte Aufstehen als Reiner Markus Jud – für dich so absolut richtig anfühlt, ist ein großes Geschenk. Im Grunde lebe ich jetzt einfach nur das konsequent vor, wovon wir all die Jahre in den Mutmachworten gesprochen haben: den mutigen Schritt heraus aus den Konzepten des Egos, direkt hinein in die nackte Realität der Seele.

      Sei ganz unbesorgt und herzlich willkommen: Du bleibst genau da, wo du bist, ein fester und unschätzbarer Teil dieser Gemeinschaft! Sowohl über WhatsApp als auch per E-Mail gehen wir den Weg im ungeschminkten Raum einfach gemeinsam weiter. Es verändert sich nichts an unserer Verbindung – sie wird nur noch ein Stück ungeschminkter, bodenständiger und echter.

      Schön, dass du mit so viel treuem Herzen an meiner Seite bist.

      In tiefer Liebe und Dankbarkeit verbunden

  3. Lieber Reiner Markus,
    es ist fast ein Jahr her, dass wir uns auf Fehmarn bei der Hochzeit meiner Tochter Mona und ihrem Roman kennen lernten. Es war ein einmaliges Erlebnis. Am nächsten Tag trafen wir uns im Bungalow und führten ganz besinnliche und im Hinblick auf die Situation meiner kranken Frau Erina tröstende Gespräche. Ich habe mehrfach versucht, dich telefonisch zu erreichen, aber vergeblich. Ich würde mich über einen Anruf von dir sehr freuen.
    Dein Reinhard Hapke

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