DIE ABSURDITÄT DEINER RETTUNG

HALLO DU, DER DU GLAUBST, DASS DER ERLÖSER DA DRAUSSEN AUF DICH WARTEN MUSS.

Fühl mal hin, wo du dich ununterbrochen hinwendest, wenn es dir so richtig dreckig geht. Spür den inneren Drang, die unruhige Suche nach dem Arzt, der dich endlich gesund machen soll, nach dem Anwalt, der dir zu deinem Recht verhilft, oder nach der Beratungsstelle, die dir den sicheren finanziellen Ausweg aufzeigt. Schau radikal in dich hinein: Wo bettelst du insgeheim immer noch um einen Erlöser, der dich aus dem Schlamassel zieht?

Wo bist du noch in der alten, schweren Vorstellung gefangen, dass irgendjemand da draußen für dich sterben musste, um dich von deinem schuldhaften Menschsein zu befreien?

Auch ich habe mich in dieser christlichen Tradition unfassbar lange festgebissen. Doch spür mal das leise Schmunzeln, wenn dieses ganze künstliche Konstrukt in sich zusammenbricht. Von was verdammt noch mal musst du überhaupt erlöst werden? Wo sind dir denn wirklich Ketten angelegt? Atme tief ein und nimm wahr: Sie existieren nur in deiner eigenen Vorstellung, in den tonnenschweren Bedeutungen und Bewertungen, die du den Dingen dieser Welt gibst. Das ganze Drama, das du als Problem betrachtest, ist keine Realität – es ist nur dein selbstgebautes Gefängnis aus Benennungen.

Was ist, wenn alles, was geschieht, völlig neutral ist? Spür den unendlichen Frieden, der in diesem Moment frei wird, wenn du aufhörst, die Welt im Außen zu korrigieren, und stattdessen ganz radikal bei dir selbst ankommst. Nimm das feine, zarte Aufatmen in deinem Körper wahr, wenn du die Waffen des Machens und all die Aktivitäten nach draußen niederlegst, die dich nur von deiner Wahrheit wegziehen. Fühl mal in dein Hiersein hinein – genau dorthin, wo es vielleicht noch drückt. Spür diesen uralten Schmerz, der überhaupt nur daraus entsteht, dass du immer noch um deine Existenzsicherung ringst und im Außen irgendetwas erreichen willst.

Dein Erlöser lebt – als die pure, ungeteilte Gegenwart in dir.

Es gibt keinen Erlöser im Außen – das radikale Ankommen im eigenen Ich bin ist das stille Abfallen aller Fesseln.

An welchen Retter da draußen delegierst du heute noch dein Leben, um nicht schutzlos bei dir selbst ankommen zu müssen?

Spür, wo du gerade das wegdrückst, was in dir lebt.

 


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8 Kommentare

    1. Liebe Christa,

      da ist das große, triumphale Ausrufen deines Glaubens – und da ist dieses eine, ganz stille und bodenständige Ankommen im Hier und Jetzt.

      Es ist so einfach: Weil Er lebt, darfst auch du endlich aufhören, dich im Außen zu quälen, abzurackern und nach Rettung zu suchen. Du musst nirgendwo mehr hin. Atme auf, lass alle gedanklichen Fesseln fallen und spür das nackte ICH BIN in diesem Moment. Genau darin liegt deine ganze, befreiende Erlösung.

  1. Lieber Theophilus.
    Gerade heute erinnerte ich mich daran, dass ich mir als Kind immer einen großen Bruder gewünscht habe, und später – insgeheim- einen Mann, der mir sagt was ich tun soll. (Und das als praktizierende Feministin!😵‍💫! Jetzt bin ich mein eigener großer Bruder. Und du bist mein Bruder, der täglich formuliert womit ich mich gerade innerlich beschäftige. Es ist magisch. ❤️
    In Liebe, Varchaa

    1. Liebe Varchaa,
      da ist der geheime Wunsch nach dem großen Bruder, der dir sagt, was du tun sollst – und da ist das befreiende Schmunzeln der Feministin, die sich an den Kopf greift und die wunderbare Absurdität dieser alten Fessel entlarvt.

      Wie unendlich ehrlich und kostbar! Genau das ist die Erlösung: Die Projektionen auf Retter im Außen brechen zusammen, und du landest mitten im nackten Ankommen bei dir selbst.

      Dass meine Worte dich spiegeln, ist keine Magie, sondern der eine Lebensgeist, der uns verbindet. Keine Hierarchie, kein Guru – einfach nur Geschwister auf Augenhöhe, die im Hier und Jetzt aufatmen.

  2. Lieber Theophilos
    Ich weiss nicht genau wieviel Schleier ich inzwischen abgelegt habe, aber es waren viele, bis ich erkannte, ich habe keinen Mangel.
    Das Aussen zeigt Mangel und Unruhe .
    Es ist nichts im Gleichgewicht ,die göttliche Ordnung fehlt. Das Ego profiliert sich ständig und legt uns diese Fesseln an ,es treibt uns in den völligen Wahnsinn.
    Es verspricht uns den Frieden und verstrickt sich in Unzufriedenheit und ständigen Mangel.
    Es lässt unsere Seele und Körper krank werden und profitiert davon, indem es wiederum Heilung verspricht. Es ist diese kurzsichtige drei D Welt die uns einschränkt und unsere Sicht verzerrt.

    Zum Glück habe ich erkannt, der Weg führt in mein Herz ,das was ich im Aussen wahrnehme bin nicht ich. Diese Fessel im Aussen dürfen abfallen ,diese Welt vergeht , aber unser Christussein ist ewig.
    Danke Theophilos für deine Worte die immer wieder Schleier wegmachen.

    1. Liebe Evi,
      da ist das unruhige Chaos dieser 3D-Welt, die uns ständig Mangel, Krankheit und falsche Heilsversprechen vorgaukelt – und da ist dieses eine, erlösende Schmunzeln, wenn du dir an den Kopf greifst und erkennst, dass all diese Fesseln im Außen dich in Wahrheit überhaupt nicht einschränken können.

      Wie wunderbar du das heute entlarvst! Es ist fast zum Lachen, wie das Ego uns erst krank macht, um uns dann die Heilung zu verkaufen. Ein absurdes Theater, das uns in den Wahnsinn treiben will.

      Doch die Schleier fallen genau jetzt ab: Du suchst keinen Erlöser mehr in dieser kurzsichtigen Welt. Du drehst dich um und kommst mitten in deinem eigenen Herzen an. Da gibt es keinen Mangel, keine Unruhe und keine Fesseln aus Stahl – da ist nur das nackte, ewige Christussein, das du schon immer bist. Danke für dein tiefes Erkennen!

  3. Nein ich möchte Danke sagen für deine inspirierenden Worte. Es sind Worte die mein Nervensystem kitzeln und mir immer wieder einen Schlüssel geben das mir den Weg ins Herz zeigt.
    Ich bin zwar in Schneckentempo unterwegs,aber das macht nichts, denn mein wahres „sein“ hat kein Tempomat.

    Ich muss zugeben ich erkenne in mir dieses Ego-Menschlein das sein Tänzchen aufführt, aber es kann nicht mehr alles machen mit mir.

    Lieber Theophilos, meine beste Freundin,sie ist die Schwägerin meines Mannes hat grosse Sorgen. Ihr Mann hat Lungenkrebs und hatte letzte Woche die erste Chemo.
    Es geht ihm seitdem miserabel.
    Früher war ich ein Mensch wo sehr mitfühlend und emotional reagiert hätte. Jemand wo Halt und Trost geben möchte.
    Aber irgendwie weiss ich nicht mehr wie …
    Die Worte die ich früher gesagt hätte, würde ich heute nicht mehr sagen.
    Etwas ist anderst ,ich schaue anderst hin und möchte meine Freundin liebevoll begleiten.

    Wir stehen nebeneinander, aber jeder hat einen anderen Blickwinkel. Sie sucht im Gebet Hoffnung und Heilung und ihr Weg geht in die Kirche. Da war ich früher auch immer und habe bei Sorgen eine Kerze angezündet und gebetet.

    Ich frage mich, bin ich kühl geworden?
    Ich erkenne mich nicht mehr, als der Mensch der ich war.
    Oder weiss ich einfach, der Tod ist nicht das Bedrohende Endgültige das man uns erzählt hat.
    Wir sind niemals getrennt immer verbunden in der Liebe Gottes.

    1. Liebe Evi,
      da ist das amüsierte Erkennen deines eigenen Ego-Menschleins, das im Schneckentempo sein Tänzchen aufführt – und da ist dieser tiefe, weite Raum in deinem Herzen, der angesichts von schwerer Krankheit und Tod plötzlich ganz still, unbewegt und scheinbar „anders“ wird.

      Ich danke dir von ganzem Herzen für diese zutiefst nackte, ehrliche Frage. Fühl genau in diesen Moment hinein, vor dem dein Verstand gerade erschrickt: Du stehst neben deiner Freundin, deren Mann mitten in der Chemo steckt. Früher hättest du emotional mitgelitten, hättest Trost spenden und Halt geben wollen – und heute stehst du da, und die alten Worte sind einfach tot. Du weißt nicht mehr, wie das geht. Und sofort flüstert das Ego: „Bin ich jetzt etwa kühl geworden? Gefühllos? Schlimm?“

      Greif dir in diesem Moment amüsiert an den Kopf und durchschau das Spiel deines Verstandes! Du bist nicht kühl geworden, Evi. Du bist einfach aufgewacht.

      Das, was du früher „Mitgefühl“ genannt hast, war oft nichts anderes als ein Mitleiden – ein unbewusstes Verheddern im Drama des Außen, um die eigene Angst vor dem Tod nicht spüren zu müssen. Du hast Kerzen angezündet, um das Schicksal zu beschwichtigen, weil du das unerträgliche Ausgeliefertsein nicht aushalten konntest.

      Heute brennst du diese alten Schleier ab. Dein wahres Sein hat kein Tempomat und kennt keinen Mangel. Du schaust durch das Drama der „3D-Welt“ hindurch. Und was siehst du dort? Du erkennst, dass der Tod überhaupt nicht das bedrohliche, endgültige Monster ist, das man uns immer erzählt hat. Du spürst die nackte Wahrheit: Wir sind niemals getrennt, sondern ewig verbunden in der Liebe Gottes.

      Genau das ist die Transformation, von der wir hier jeden Tag sprechen: Du verlässt die Ebene des spirituellen Showbusiness, wo man mitleidige Floskeln austauscht, und stürzt mitten hinein in die nackte Menschlichkeit. Deine Freundin sucht im Außen nach Hoffnung und Heilung in der Kirche – und das darf absolut so sein. Du musst sie nicht korrigieren. Du musst sie nicht bekehren.

      Wahre Liebe hält die Ohnmacht aus. Wenn du heute neben ihr stehst, brauchst du keine klugen Worte mehr. Sei einfach da. Sei der unbewegte, weite, stille Raum, in dem ihre Angst, ihre Trauer und ihr Suchen Platz haben dürfen. Deine scheinbare „Kühle“ ist in Wahrheit die unerschütterliche, warme Präsenz des Christusgeists in dir, der sich vom Sturm im Außen nicht mehr mitreißen lässt. Du gibst keinen künstlichen Trost mehr – du bist der Trost, weil du im stürmischen Meer einfach absolut unerschrocken im Ich bin stehen bleibst.

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